2. Liga: Svirakova brilliert als heimliche Spielmacherin

SG Kirchhof fegt FSG Mainz/Budenheim aus der Halle

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Übersicht im Getümmel: SG-Joker Leona Svirakova (Nummer 11), hier angegriffen von den Mainzerinnen (v.l.) Alicia Hartstock und Maxine-Luise Schmoll, hatte zusammen mit Linksaußen Christin Kühlborn (r.) das Kirchhofer Überzahlspiel jederzeit im Griff.

Melsungen. Es war der Moment der Superlative, der angemessenen Würdigung einer grandiosen Leistung. Und die 500 Zuschauer in der Melsunger Stadtsporthalle ließen sich nicht lumpen.

Beifallsstürme prasselten auf ihre Heldinnen nieder, als die noch kollektiv im Kreis tanzend ihr Husarenstück feierten. „Das war überragend“, stammelte ein glückseliger Christian Denk, Trainer des heimischen Zweitligisten, nachdem seine Schützlinge gerade den Tabellendritten FSG Mainz/Budenheim mit 40:30 (23:14) aus der Halle gefegt hatten. Und Linksaußen Kühlborn, immerhin seit 1994 in Kirchhof, konnte sich an kein besseres Spiel im SG-Trikot erinnern.

Was war da geschehen? Eine Handball-Demonstration. Sowohl kämpferisch wie taktisch. Als das Zeitz-Team in der Anfangsphase noch halbwegs mithalten konnte und sich durchaus vielversprechend auf den in den letzten Wochen so erfolgreichen Kirchhofer Positionsangriff mit zwei Kreisläuferinnen eingestellt hatte, trat Leona Svirakova auf den Plan.

Als siebte Feldspielerin. Als Joker, der stach. Als die Spielerin, die die Überzahl mit den von ihr angesagten Spielzügen in klare Chancen ummünzen sollte. Traumhaft sicher verwandelt zunächst von den Rückraumspielerinnen Diana Sabljak und Danique Boonkamp, ehe auch ihre Nebenleute aus der Nahwurfzone ran durften. „Sie hat die nötige Übersicht und Ballsicherheit und kann unser Spiel auch noch schnell machen“, lobte der SG-Coach seine heimliche Spielmacherin. So wurde aus dem 3:4 (6.) ein 8:4 (12.), aus dem 13:10 (21.) ein 18:12 (25.).

Lob von allen Seiten

Die Tschechin selbst hielt sich als Vollstreckerin vornehm zurück („wer unsere Tore macht, ist mir egal“), ließ lieber andere glänzen. Wie Laura Nolte bei ihrem Treffer zum 19:13 (26.), vor dem die Mainzer Deckung nach allen Regeln der Kunst zerlegt wurde. Das Staunen in der Halle nahm noch zu, als Sabljak, Kühlborn und Boonkamp zur Pause auf 23:14 erhöhten. Parallel dazu hatte sich die SG-Deckung vor der starken Frederikke Siggaard ebenfalls in einen kleinen Rausch gespielt, sodass Torgefahr nur noch von Spielmacherin Soffel, die immer wieder effektvoll zum Kreis auflöste, ausging.

FSG-Trainer Zeitz versuchte nach dem Wechsel Torjägerin Sabljak durch eine kurze Deckung an die Kette zu legen – die Räume nutzte vorrangig Christin Kühlborn, um auf 25:14 (34.) zu erhöhen. „Wir können mit unseren verschiedenen Spielertypen einfach auf jede Variante des Gegners reagieren“, erläuterte die Kapitänin das Erfolgserlebnis. Und die frühe Entscheidung in einem überraschend einseitigen Spiel.

In die Lobeshymnen stimmte schließlich auch ein enttäuschter Gäste-Trainer ein: „Kirchhof hat sich im Laufe der Saison super entwickelt“, sagte Thomas Zeitz. Und: „Da macht es richtig Spaß zuzuschauen, wenn man nicht gerade beim Gegner auf der Bank sitzt.“ Dieses Problem hatten die begeisterten SG-Fans natürlich nicht.

Von Ralf Ohm

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