2. Bundesliga: SG 09 klettert nach 33:29 gegen Bremen auf siebten Platz – Kühlborn und Sabljak treffsicher

Kirchhof kollektiv glückselig

Da ist die Freude groß: Nach dem Sieg gegen Bremen jubeln die Kirchhoferinnen (von links) Laura Nolte, Frederikke Siggaard, Christin Kühlborn, Franziska Ringleb (verdeckt), Dionne Visser und Katarzyna Demianczuk. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Sören Wennerlund hatte gut lachen. Der ehemalige Hallensprecher der SG 09 Kirchhof vertrat seinen Nachfolger Axel Hermann in der Partie gegen den SV Werder Bremen. Eigens aus Bensheim angereist, um nach dem 33:29 (15:13) in der 2. Handball-Bundesliga den erneut über 500 Fans stolz verkünden zu können: „Die zwei Punkte bleiben in Kirchhof“.

Das darf getrost als Ansage an die Konkurrenz verstanden werden. Denn die Grün-Weißen haben damit fünf der jüngsten sieben Heimspiele gewonnen. Durch den Coup in Berlin ist’s in Summe ein Lauf mit 9:1-Punkten, der Kirchhof aus dem Keller auf den siebten Platz katapultiert hat. Und das muss längst nicht das Ende der Fahnenstange sein.

„Natürlich können wir träumen und schauen genau auf die Tabelle. Aber wir dürfen uns nicht zu sicher sein und haben immer auch einen Blick nach unten“, sagt Christin Kühlborn. Die Kapitänin ist ein ganz wichtiger Gradmesser, der in der ausgeglichenen Liga den Unterschied zwischen Erfolg und knappen Niederlagen ausmacht.

Kühlborns fantastische Quote

40 Tore sind dem Eigengewächs in den fünf Spielen nach ihrer Verletzungspause gelungen. Eine unfassbar gute Quote für eine Außen. Auch, weil sie längst nicht mehr nur auf ihrer Position funktioniert. „Ich bin keine typische Linksaußen“, weiß die auch defensivstarke 24-Jährige. Ihre ersten drei Treffer waren Einläufer – ebenso so sehenswert wie unwiderstehlich von links ins Zentrum und mit Wucht ins Netz.

„Ich kann ins Risiko gehen, weil mit Hannah Grothnes noch ein hungriges Talent hinter mir wartet“, betont Kühlborn und stellt das Kollektiv in den Fokus: „Wir arbeiten seit September hart für die Punkte. Wenn ich mal kein Tor werfe und wir gewinnen, ist das genauso gut.“ Nicht nur der Nummer zehn gelangen zehn Treffer, auch Diana Sabljak war einmal mehr nicht zu stoppen. Nachdem es ein paar Spiele danach aussah, die Gegner hätten sich auf die Halblinke eingestellt, trifft sie nun wieder nach Belieben. Gleich fünf Mal in der ersten Viertelstunde, in der Kirchhof den Grundstein zum Erfolg legte und 10:5 führte.

„Wir wurden immer wieder vor Probleme gestellt, die wir nicht lösen konnten. Vor allem in der Abwehr mussten wir die Klasse von Kirchhof anerkennen“, gab Werder-Coach Florian Marotzke fair zu. Sein Team kämpfte sich zwar zurück, und lag zwischenzeitlichen sogar 13:12 (26.) vorne, hatte jedoch dem Rückraum der SG 09 zu wenig entgegenzusetzen. Was nicht verwundert, weil neben den Langzeitverletzten kurzfristig auch die hochveranlagte Isabelle Dölle (muskuläre Probleme) passen musste.

Die meiste Gefahr kam bei Bremen so von Merle Heidergott. Der Halblinken nahm sich fortan Dionne Visser an und verdiente sich ein Fleißsternchen vom Trainer. „Dionne hat gerackert ohne Ende. Zuhause sind wir eine echte Macht geworden und können die nächsten Aufgaben nun ohne Druck und Angst angehen“, sagte Christian Denk. Klar, wer als Aufsteiger hinter Spitzenreiter HL Buchholz 08-Rosengarten (493 Tore) den zweitbesten Angriff (444) der Klasse stellt, der muss keinen Gegner fürchten – und verbreitet vielmehr selbst Schrecken in der Liga.

Von Sebastian Schmidt

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