2. Bundesliga: Kirchhof beim 23:26 gegen Haunstetten lange vorn – Maarse verletzt

Leidenschaft nicht belohnt

Der Einsatz stimmte immer: Hier erobert Kirchhofs Kapitänin Christin Kühlborn (Nummer 10) den Ball gegen Franziska Hochmair (14) und Christine Königsmann. Im Hintergrund beobachten Rafhaela Priolli (6) und Lisa-Marie Berz (21) die Szene. Foto: Hahn

Melsungen. In der 46. Minute hielt es Jeffrey Boomhouwer nicht mehr auf den Rängen. Denn der Profi der MT Melsungen ist der Freund von Sharelle Maarse - und die Handballerin der SG 09 Kirchhof musste beim Stand von 18:17 mit schmerzverzerrten Gesicht die Platte verlassen. Die 23-Jährige hatte sich den kleinen Finger an der linken Hand ausgekugelt. Ihre Verletzung war ein Grund, warum die Grün-Weißen trotz einer tadellosen Vorstellung mit 23:26 (12:10) gegen den Tabellendritten TSV Haunstetten eine Überraschung in der 2.  Bundesliga verpassten.

„Sharelle hat uns gefehlt. Vor allem in der offensiven Deckung war sie ganz stark“, erklärte Christian Denk. Kirchhofs Trainer wusste indes, dass die Leistung seines Teams über 60 Minuten als Weiterentwicklung im Vergleich zum 26:25 gegen Trier (erster Saisonsieg) vor einer Woche einzustufen ist.

Die offensive 6:0-Abwehr griff vor allem bis zur Pause beherzt zu, kassierte nur fünf Gegentore aus dem Spiel. Und im Angriff wirkt die SG 09 unter dem neuen Coach ideenreicher. Etwa, weil Christin Kühlborn vermehrt über Halblinks abschließt. Oder Laura Nolte neben dem rechten phasenweise den linken Flügel beackert. Und die Würfe von Marieke Blase und Izabella Nagy zielstrebiger werden.

„Wir waren in der ersten Halbzeit nicht zwingend genug in der Abwehr. Insgesamt war es von uns kein gutes Spiel“, sagte TSV-Trainer Herbert Vornehm, der von der Kirchhofer Leidenschaft angetan war. Und die zeigten die Gastgeberinnen auf allen Positionen. Fünf verschiedene Torschützinnen (Izabella Nagy, Kim Mai, Christin Kühlborn, Marieke Blase und Laura Nolte) sorgten für eine schnelle 5:1-Führung (10.). Immer wieder setzten sich Blase und Nagy energisch gegen die unkonventionelle 3:2:1-Deckung durch. Nur 28 Minuten dauerte es, da hatten die Rückraumspielerinnen schon mehr getroffen als im Hinspiel (17:26).

Horner machte Unterschied

Über 8:4 (18.) und 12:10 (30.) gaben die Grün-Weißen bis zum 14:13 (35.) den Ton an. „Dann hatten wir einen kleinen Hänger und haben Haunstettens überragende Spielmacherin Horner nicht mehr in den Griff bekommen“, wusste Christian Denk um einen Faktor, der die Partie wendete. Ein anderer war den Fans der SG 09 ein Dorn im Auge. Denn in allen 50:50-Entscheidungen gab’s Siebenmeter gegen Kirchhof. Acht an der Zahl, von denen Annika Schmid sieben verwandelte. „Schieber, Schieber“ hallte es mehrfach von den Rängen. Auch zwei Zeitstrafen erschlossen sich nicht jedem. Allein der SG-Coach war klug beraten, sich dazu nicht äußern zu wollen.

Vielmehr wusste Christian Denk, dass Patricia Horner mit ihren sechs Treffern im zweiten Durchgang Qualitäten für höhere Aufgaben zeigte und ihr Team nach drei Niederlagen in Serie wieder in die Spur brachte. Was eben erst möglich war, als den leidenschaftlich kämpfenden Kirchhoferinnen nach Maarses Verletzung die Hände gebunden waren. • SG 09: Morf (10 P./24 GT), Küllmer 0/2) - Priolli 2, Nagy 5, Nolte 4, Kühlborn 3, Wäscher, Maarse 1, Berz, Blase 7, Ulrich, Mai 1. TSV: Frey (7/11), Müller (6/12) - Bohnet, Horner 7, Königsmann 1, Duschner 3, Hochmair 4, Cappek 1, Knöpfle, Jung, Schmidt 10/7. SR: T. Schilha/M. Schilha. Z: 270. Siebenmeter: 0/0:8/7. Zeitstrafen: 8:4 Minuten.

Von Sebastian Schmidt

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