2. Handball-Bundesliga: SG 09 Kirchhof ist ersatzgeschwächt Außenseiter gegen die Kurpfalz Bären

Löwinnen oder nur Mäuschen?

Sie will Krallen zeigen: Torhüterin Katarzyna Demianczuk führt die SG 09 Kirchhof gegen die Kurpfalz Bären als Kapitänin aufs Feld. Foto: Kasiewicz

Kirchhof. Das war ein tierisch unnötiger Rückschlag. Die 32:35-Niederlage der SG 09 Kirchhof bei den Miezen in Trier. Dadurch hat es der Neuling verpasst, sorgenfrei in die kommenden drei Heimspiele der 2. Handball-Bundesliga zu gehen. Zunächst sind die Grün-Weißen vor der WM-Pause gegen die Kurpfalz Bären gefordert (So. 16 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen).

„Gegen Trier waren wir einfach viel zu brav. Wenn wir Löwen sein wollen, müssen wir auch so spielen und nicht wie Mäuschen“, sagt SG-Coach Christian Denk. Damit spielt der 33-Jährige auf das neue Maskottchen an, den Kirchhöfer Löwen, der am Sonntag getauft wird und einen Namen bekommt. Das war bislang ein tierischer Glücksbringer mit zwei Siegen bei zwei Auftritten in der Stadtsporthalle.

„Die Kurpfalz Bären sind ein Bonus-Spiel. Da sind zwei Punkte fast unmöglich, aber nur fast“, betont Denk. Der Traditionsverein aus der kurpfälzischen Gemeinde Ketsch ist ein Gegner mit Vorbildcharakter. 2016 war der frühere Erstligist zurück in die 2. Liga gekehrt, wurde auf Anhieb Sechster und ist nun mit 13:3 Punkten Zweiter. Und nebenbei ist der kommende Gegner die Marketing-Maschine schlechthin. Trikotnummern heißen in Ketsch Bärenmarken, aus Wurfhänden werden bei den Spielerprofilen auf der Homepage Tatzen und augenzwinkernd wohnen die Spielerinnen in Höhlen unweit der Halle.

„Dadurch und durch ausschließlich Spielerinnen aus der Region haben wir eine hohe Identifikation mit dem Verein. Fehlt nur noch, dass sich jemand unser Logo tätowiert“, sagt Ketsch-Trainerin Kathrin Schneider und lacht.

Nicht lustig für Kirchhof, dass ausgerechnet jetzt zwei mit dem meisten Stallgeruch fehlen. Wie berichtet muss neben Christin Kühlborn mit Laura Nolte (Blinddarm-OP) auch die zweite Kapitänin passen. Das hat zur Folge, dass Katarzyna Demianczuk das Team erstmals aufs Feld führen wird. „Kasia kann diese Verantwortung übernehmen und ist sehr wichtig für die Mannschaft“, erklärt Denk.

Der Löwen-Bändiger hofft, dass die Torfrau dadurch zusätzlich motiviert wird, an ihre Gala-Form vom 25:20 gegen Nürtingen anzuknüpfen. Nach eher trockenen Vorstellungen war die Nummer Eins dabei erstmals richtig in Schwitzen gekommen. Vor ihr stellt sich das Team fast von selbst auf, weil Paulina Muchocka (Wadenzerrung) wohl wieder fehlt. Möglich, dass Lea Immelnkämper nach bärenstarken Auftritten im Juniorteam aufrückt. „Wir müssen cool bleiben und dürfen nicht die Nerven verlieren“, sagt Coach Denk. Klar, eine (hohe) Niederlage würde den Druck vor dem anstehenden Schlüsselspiel gegen die HSG Hannover-Badenstedt am 30. Dezember tierisch erhöhen. (sbs)

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