2. Handball-Bundesliga: SG 09 Kirchhof ist gegen wiedererstarkten BSV Sachsen Zwickau gefordert

Nagy ist ein Fall für die treue Mai

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Da ist die Freude groß: Kim Mai (Nummer 96) hat bei der SG 09 Kirchhof verlängert. Das sorgt nicht nur bei den Kirchhöfer Machern im Hintergrund, Renate und Berthold Denk, für Jubelstürme im Lager des formstarken Zweitligisten.

Kirchhof. Berlins Anna Blödorn, Beyeröhdes Pia Adams und Nürtingens Verena Breidert. Das sind drei Rückraumspielerinnen, die in der 2. Handball-Bundesliga jedem Gegner Respekt einflößen. Aber auch drei Asse, die gegen die SG 09 Kirchhof nicht stachen, weil sich ihnen Kim Mai in den Weg stellte. Jetzt dürfte es das Eigengewächs im Vergleich ihres Teams mit dem BSV Sachsen Zwickau (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) mit der Ex-Wildungerin Petra Nagy zu tun bekommen.

„Kim ist zusammen mit Danique Boonkamp eine der großen Gewinnerinnen in dieser Saison. Sie hat den Kampf angenommen“, lobt SG-Coach Christian Denk. Die logische Folge: Mai hat jetzt einen neuen Vertrag unterschrieben und geht damit ab dem Sommer in ihr elftes Jahr bei der SG 09. Nur die Kapitäninnen Christin Kühlborn (seit 1994 und praktisch von Geburt an) sowie Laura Nolte (seit 2005), die am Donnerstag ihren 25. Geburtstag feierte, halten den Grün-Weißen länger die Treue. Somit sind jetzt 10 von 15 Plätzen im Kader für die kommende Runde fix.

Dabei ist Kim Mai nicht „nur“ diejenige, die sich in der Deckung aufreibt, um die torgefährlichen Spielerinnen des Gegners aus dem Rhythmus zu bringen. Auch im Angriff ist sie ein wesentlicher Faktor für die neue Flexibilität des Aufsteigers, der mit 11:1-Punkten aus sechs Partien neben dem souveränen Spitzenreiter Rosengarten-Buchholz die Mannschaft der Stunde ist.

Mit ihren Sperren schafft die 21-Jährige Räume, die in erster Linie Diana Sabljak zu nutzen weiß. Zudem macht die Spangenbergerin ein System mit zwei Kreisläuferinnen möglich. Und auch die Variante mit einer siebten Feldspielerin. „Das geht nur, wenn man zwei intelligente Kreisläuferinnen hat“, weiß Denk und baut deshalb weiter auf Kim Mai und Dionne Visser. „Wir sind ein eingespieltes Team und in einem guten Flow“, sagt denn auch das holländische Energiebündel.

Dieser Flow, zu deutsch Fluss, hat Kirchhof auf den sechsten Platz gespült. Auf den ersten Rang hinter den Mannschaften, die den Aufstieg mutmaßlich unter sich ausmachen werden. Zwischen der SG 09 und Gegner BSV liegen sieben Zähler, nach Minuspunkten fünf. Wobei Kirchhof die um 64 Treffer bessere Tordifferenz aufweist. Das kann ein Faktor werden.

„Wir sind kein Favorit, aber wir haben aus dem Hinspiel etwas gutzumachen“, betont Denk. Am zweiten Spieltag war das, als die SG 09 bei den Sächsinnen meistens phasenweise mit vier Toren führte und in den Schlussminuten unglücklich 30:31 unterlag. Viel schwerer zu verkraften war der Verlust von Christin Kühlborn, die sich damals einen doppelten Mittelhandbruch zuzog. Daran hatte das Team lange zu knabbern.

Sieben Trainerwechsel seit 2014

Während Kirchhof nun einen Wahnsinns-Lauf hat, ist’s beim BSV immerhin ein Läufchen. In Trier (31:26) und Ketsch (18:17) gewann Sachsen Zwickau, das seit 1996 ununterbrochen zweitklassig ist. Eine Konstanz, die auf dem Trainerposten nicht gegeben ist. Nach der Ära Norman Rentsch bis Juni 2014 versuchten sich Jiri Tanco (bis Januar 2015), Daniela Filip (bis Juni 2015), Karsten Knöfler (bis Februar 2016), Andy Palm (bis Februar 2017), Corina Cupcea (bis Mai 2017), Marko Brezic (bis 17. November 2017) und nun wieder Cupcea in Zwickau, wo einst die frühere Kirchhöfer Kreisläuferin Mandy Kerkossa ihre Karriere begann. Deren Nach-Nachfolgerin Kim Mai hat da wesentlich mehr Beständigkeit zu bieten.

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