2. Handball-Bundesliga: Kirchhofs Kapitäninnen sind gegen Beyeröhde 60 Minuten voll gefragt

Nolte will in Prüfungen punkten

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Jubelpose: Laura Nolte, hier erfolgreich gegen die FSG Waiblingen-Korb, peilt mit der SG 09 Kirchhof zwei Punkte im Heimspiel gegen den TV Beyeröhde an. 

Kirchhof. Zehn Prüfungen stehen den Handballerinnen der SG 09 Kirchhof noch bevor. Zehn Partien in der 2. Bundesliga, in der sie sich etablieren wollen. 

Davon vier Heim- und sechs Auswärtsspiele. Als nächstes gilt es der Melsunger Stadtsporthalle gegen den TV Beyeröhde (Sa. 18 Uhr). „Wir wollen die zwei Punkte unbedingt“, sagt Rechtsaußen Laura Nolte. Und weiß, dass sie und Christin Kühlborn noch mehr Verantwortung als ohnehin schon tragen. Denn bedingt durch die längerfristigen Ausfälle von Karolina Bijan (Schultereckgelenksprengung) und Hannah Grothnes (Außenband- und Syndesmosebandanriss) sind die beiden Kapitäninnen auf dem Flügel alternativlos.

„Die zwei machen das. Sie können 60 Minuten Gas geben und dürfen auch mal einen Fehler machen“, betont Trainer Christian Denk. Dabei hatte Nolte in den vergangenen Spielen bewiesen, dass sie und Bijan zusammen gut harmonieren. Die Polin als erfahrene Linkshänderin im Positionsangriff, das Eigengewächs beim Tempohandball mit neu entdeckten Defensivqualitäten. „Früher sah das bei mir vogelwild aus. Jetzt bin ich in der Abwehr solide“, betont Nolte gewohnt bescheiden.

Seit 2013 gehört die 25-Jährige zur ersten Mannschaft. Damals übernahm sie die Nummer acht von Carina Kühlborn, der älteren Schwester von Christin. In 122 Spielen in 2. und 3. Liga kommt sie auf 277 Tore, war an den Aufstiegen 2015 und 2017 als Leistungsträgerin beteiligt. Aus der früheren Kreisläuferin ist eine Allzweckwaffe für beide Flügel geworden. Und vor allem: eine Tempogegenstoßexpertin par excellence, die dankbar für mehr Harpunen, also weite Pässe der Torfrauen, wäre.

Im Hinspiel vertrat sie Christin Kühlborn zum ersten Mal von Beginn an auf links. „Da habe ich relativ gut getroffen, aber am Ende einen wichtigen Versuch liegen gelassen“, sagt die Dauerbrennerin, die seit 2005 für die Grün-Weißen aufläuft. Blitzsaubere acht Tore waren’s in Beyeröhde, die ihrem Team zum 25:25 und ersten Punkt nach dem Wiederaufstieg verhalfen.

„Seitdem haben sich beide Teams enorm weiterentwickelt, so dass das kein Maßstab ist“, betont Coach Denk. Der TVB aus dem aus dem Wuppertaler Stadtteil Langerfeld hat sich als Tabellenfünfter sogar in der Spitzengruppe erprobt. Auch wenn Trainer Martin Schwarzwald bekräftigt: „Die 1. Liga ist für uns überhaupt kein Thema.“

Eine Prüfung für die Fans

Kein Druck also bei den Gästen, die mit vier Punkten vor der SG 09 in Reichweite liegen. Anders sieht das bei Kirchhof aus: „Wir müssen gegen Beyeröhde gewinnen“, betont Trainer Denk und nimmt die Fans mit ins Boot: „Der Zuschauerzuspruch ist super, aber wir brauchen bei unserer emotionalen Spielweise mehr Stimmung von den Rängen.“ Auch die Anhänger gehen somit am Samstag in Klausur. Für Laura Nolte steht danach eine weitere Probe bevor. Im März schreibt die Lehramts-Studentin ihr Examen in Sport und Politik.

Von Sebastian Schmidt

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