2. Bundesliga: Kirchhof verliert im Aufsteiger-Duell nach 14:11-Führung mit 23:26

Psychologischer Vorteil verpufft

Christian

Mainz. Ein Lob ist bisweilen nur ein schwacher, ja überhaupt kein Trost. „Kirchhof hat uns in einem Riesenkampf alles abverlangt“, kommentierte Stefan Piffkowski, Trainer der SG Mainz-Bretzenheim, den 26:23 (10:11)-Erfolg seiner Mannschaft im Aufsteiger-Duell der 2. Handball-Bundesliga gegen die SG 09 Kirchhof.

Sein Kollege Christian Caillat konnte mit derlei Kompliment nichts anfangen. Zu tief saß der Frust über die dritte Saisonniederlage im dritten Spiel, „weil hier einfach mehr, viel mehr für uns drin war.“

Den „Knackpunkt“ machte der SG-Coach ausgerechnet bei eigener 14:11-Führung nach 34 Minuten aus. Da war es auf einmal still in der Halle, schienen die Gastgeberinnen verunsichert, Kirchhof mit spielerischen und psychologischen Vorteil. Von dem die SG aber nicht profitieren konnte. „Danach haben wir die falschen Entscheidungen getroffen und völlig den Faden verloren“, ärgerte sich Christian Caillat über die verpassten Chancen.

Auf einmal wackelte auch seine bis dahin so stabile Abwehr, ging viel zu passiv zu Werke und bröckelte darüberhinaus der Mittelblock. Dort wurde Rafhaela Priolli schmerzlich vermisst, die aufgrund ihrer Rückenbeschwerden erneut passen musste. So übernahmen die Mainzerinnen zum 17:15 (42.) das Kommando, ehe Kirchhof durch Izabella Nagy und Laura Nolte nochmal ausgleichen konnte (43.).

Dann jedoch zeigte die offensivere Ausrichtung der Gastgeber-Deckung Wirkung. Und laut Piffkowski „die besseren Einzelaktionen“. Vornehmlich durch Lea Schuhknecht (6), die unbehelligt aus der zweiten Reihe traf oder aber Rückraumkollegin Katharina Mack in Szene setzte.

Weiterhin taute in der Schlussphase Co-Trainerin Diana Hollerbach auf, die für die in der Anfangsphase verletzte Linksaußen Lara Leuckefeld (Verdacht auf Kreuzbandriss) effektvoll in die Bresche sprang. Hollerbach und Mack waren es dann auch, die den Sieg mit ihren Treffern in den letzten zwei Minuten nach Hause brachten, nachdem Nagy kurz zuvor nochmal auf 24:23 (58.) verkürzt hatte.

Schmerzhafte Niederlage

Ähnliches Ungemach war den Kirchhoferinnen schon in der ersten Hälfte widerfahren. Nach einem 0:2-Rückstand hatten sie dank ihrer kompakten 6:0-Abwehr und der gut funktionierenden ersten und zweiten Welle bis zum 8:5 (18.) das Kommando übernommen, aber aus derlei vermeintlichem Übergewicht nichts gemacht. Danach fehlte laut Caillat seiner Mannschaft „der Mut und der Zug nach vorn“. Das wiederholte sich trotz formidabler kämpferischer Einstellung nach der Pause - und damit war‘s um seine Schützlinge geschehen.

Die Folge: „eine schmerzhafte, weil vermeidbare Niederlage“ (Co-Trainer Christian Denk) gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, die erneut den Verstärkungsbedarf offenbarte. Umso willkommener ist das kommende, spielfreie Wochenende. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich bis zur nächsten Partie gegen den HC Rödertal (11. Oktober) personell noch etwas tut. Oder zumindest Rafhaela Priolli wieder dabei ist. • Kirchhof: Morf, Küllmer; Berz 2, Ulrich, Nolte 4, Kühblorn 3, Nagy 7/1, Maarse, Blase 3, Mai 4/2, SR: Fratczak/Ribeiro. Zeitstrafen: 8:6-Minuten. Siebenmeter: 7/7:4/3. (ohm) Foto: Kasiewicz/nh

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