2. Bundesliga: SG 09 Kirchhof verliert Kellerduell gegen verunsichertes Beyeröhde

Ratlos nach Fehlerfestival

Einfach nur zum Schreien: Die Kirchhöferinnen Marieke Blase (links), Kapitänin Christin Kühlborn (Mitte) und Raphaela Priolli, die mit der SG 09 gegen Beyeröhde im neunten Saisonspiel die achte Niederlage kassierten. 3 Fotos: Kasiewicz

Melsungen. Es war zum Heulen für die SG 09 Kirchhof: Eine Minute vor dem Abpfiff gegen den TV Beyeröhde verließ Teammanager Berthold Denk frustriert die Stadtsporthalle, waren die Gebete seiner Frau Renate nicht erhört worden.

Da nahm sich Marieke Blase erst gar nicht mehr den letzten Freiwurf, weil die Niederlage mit dem Tor zum 23:25 (10:13) besiegelt war. Ein neuerlicher Tiefpunkt für das jüngste Team der 2. Handball-Bundesliga, das ein erschreckend schwaches Spiel verdient verlor.

„Die Enttäuschung sitzt tief. Ich bin ratlos, warum wir wieder so viele Fehler gemacht haben“, sagte SG-Kapitänin Christin Kühlborn. Denn Beyeröhde hatte ebenfalls keinen guten Tag erwischt. Mit Rechtsaußen Annalena Pelz war kurzfristig eine Alternative ausgefallen. Auch beim TVB lagen die Nerven blank. Sogar bei den Mannschaftsverantwortlichen, dievergessen hatten, Sarah Wortmann auf den Spielbericht zu schreiben. Deswegen begann das Kellerduell mit Verspätung.

„Für die Zuschauer war das Spiel sicher nicht so schön. Die Spielerinnen waren alle nervös, haben viele technische Fehler gemacht, aber immerhin haben sie gekämpft“, fasste TV-Trainerin Meike Neitsch ihre Eindrücke zusammen. Und war einfach heilfroh, gewonnen und sich mit 9:9-Punkten ins Tabellenmittelfeld abgesetzt zu haben.

Aus Kirchhöfer Sicht war’s ein Trauerspiel. Da rutschte Marieke Blase gleich nach 30 Sekunden beim ersten Angriff aus, da kamen einfache Pässe aus zwei Metern mehrfach nicht am Kreis an, da biss sich der Rückraum am hoch aufgeschossenen Mittelblock mit Anna-Lena Tomlik und Mandy Münch die Zähne aus. Links liegen gelassen wurden oft die Außen Christin Kühlborn und Laura Nolte sowie später Lisa-Marie Berz. „Durch unsere technischen Fehler im Angriff haben wir das Spiel verloren“, wussten Blase und Kühlborn.

25 Gegentore guter Wert

Denn 25 Gegentreffer sind fast Saisonbestwert. Eigentlich eine Garantie für einen Heimsieg. Nur beim 17:24 am ersten Spieltag in Haunstetten kassierte die SG 09 weniger Treffer. Ein Quantensprung im Vergleich zur 33:47-Pleite in Nellingen. Auch, weil Torfrau Karina Morf ihr Team mit 13 Paraden lange auf Augenhöhe hielt.

Über 3:2 (3., Nolte), 5:4 (7., Kühlborn) und 7:7 (13., Mai) sah zumindest der Spielstand ordentlich aus. Nach den Rückständen beim 8:11 (22.), 10:13 (30.) und 15:18 (47.) kämpften sich die Grün-Weißen immer zurück. Mit dem Manko, häufig blind mit dem Kopf durch die Wand zu wollen (Blase: „Wir haben es zu oft über unkluge Einzelaktionen versucht.“) und sich von fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter aus dem Konzept bringen zu lassen (Kühlborn: „Wir sind zu unerfahren, das auszublenden.“).

So lief Kirchhof nach einem 3:0-Lauf zum 18:18 bis zum Ende einem Rückstand hinterher. Solange, bis die starke TV-Linksaußen Jennifer Jörgens zum 24:22 (58.) für die Vorentscheidung sorgte.

Von Sebastian Schmidt

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