2. Bundesliga: Steigerung bringt 31:27 gegen Trier

SG 09 Kirchhof so stark wie ganz lange nicht

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Applaus, Applaus: Kirchhofs Karolina Bijan feierte mit vier Toren in 40 Minuten ein gelungenes Comeback. 

Melsungen. So gut stand die SG 09 Kirchhof als Zweitligist seit der Saison 2003/04 nicht mehr da! 24 Punkte haben die Handballerinnen nach dem 31:27 (12:16) gegen den DJK/MJC Trier fünf Spiele vor Schluss auf der Habenseite.

Zur Meisterschaft wie vor 14 Jahren wird’s nun nicht reichen, wohl aber zum souveränen Klassenerhalt, dem der neue Tabellensechste als bester Aufsteiger entgegen strebt. „Mit 24 Punkten steigen wir nicht ab. Ich bin mächtig stolz, wie sich die Mädels gesteigert haben“, erklärte SG-Coach Christian Denk. 

Das war bitter notwendig. Trier hatte das Momentum lange auf seiner Seite und schien durch den Trainerwechsel von Andy Palm auf Ralf Martin beflügelt. Kirchhofs Angriffsspiel mit zwei Kreisläuferinnen? Verpuffte gegen den starken Mittelblock der Gäste mit Lindsey Houben und Vesna Tolic. Die Variante mit einer eigenen 5:1-Abwehr um die vorgezogene Leona Svirakova? Konnte die Durchbrüche der Triererinnen nicht verhindern. Die siebte Feldspielerin, also volles Risiko? Ebnete DJK/MJC-Torhüterin Yuko Minami selbst zwei Treffer.

Mit 12:16 lag die SG 09 zur Pause zurück. Zu groß schien der Druck, gegen den Tabellenzwölften die letzten leisen Zweifel beseitigen zu können. Zur Premiere der neuen Hymne „Heja Heja SG“ traten dann zwei Spielerinnen auf den Plan, die zuletzt nicht an 6:2 Punkten in Serie beteiligt waren. Torfrau Katarzyna Demianczuk und überraschend Rechtsaußen Karolina Bijan, die beide in der 21. Minute auf die Platte gekommen waren.

„In der Nacht vor dem Spiel habe ich geträumt, dass ich Karo zumindest mit auf die Bank nehmen muss, weil wir die zwei Punkte zwingend brauchten“, gestand Denk. Also beorderte er die 29-Jährige nach nur drei Trainingseinheiten ins Team, nachdem sie sich am 17. Februar in Buchholz an der Schulter verletzt hatte. Gleich ihr erster Wurf saß zum 12:15. „Das war wichtig, weil ich natürlich nicht bei 100 Prozent sein konnte. Aber ich wollte den Mädels unbedingt helfen und habe mich durchgebissen.“

Mit Bijan und der treffsicheren Christin Kühlborn hatte die SG 09 nun eine formidable Flügelzange und konnte das Geschehen mehr in die Breite verlagern. „Wir haben Emotionen gebraucht. Das war in der ersten Halbzeit zu wenig“, wussten Bijan und Demianczuk. Nicht leicht für die Torfrauen, denn Frederikke Siggaard und zunächst auch die etatmäßige Nummer eins wurden lange ziemlich allein gelassen. Erst eine erneute Umstellung auf 6:0 brachte Erfolg.

Mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Gabriella Szabo gab die Polin das Signal zur Aufholjagd. Hielt souverän das, was sie musste. Nach dem 14:18 (34., Houben) gelang der SG 09 dank Toren von Diana Sabljak (2), Christin Kühlborn (2), Karolina Bijan (2) und Danique Boonkamp ein 7:0-Lauf in weniger als sieben Minuten zum 21:18 (40.) – dabei funktionierte die Risiko-Variante mit der siebten Feldspielerin. „Dieser Sieg ist für mich die Kirsche auf der Torte“, frohlockte Rechtsaußen Bijan. Klar, nach ihrer Vertragsverlängerung und mit der Gewissheit, dass Kirchhof zweitklassig bleibt. Und eben so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr im Unterhaus gepunktet hat.

Kirchhof: Siggaard (bis 21./2 P./10 GT.), Demianczuk (ab 21./9/17), Küllmer - Lucas, Boonkamp 2, Nolte, Muchocka, Kühlborn 7, Svirakova 1, Sabljak 11/6, Ringleb, Bijan 4, Visser 5, Mai 1.

Trier: Minami 2 (11/31), Krämer (0/1 bei einem 7m) - Petrovska 1, Sattler, Houben 5, Czanik 1, Tolic 2, Smits 2, Müller 4, Szabo 4, Zrnec 4, Constantinescu 2. SR: Dedens/Geckert. Z: 537. Siebenmeter: 6/6:2/1. Zeitstrafen: 4:6 Minuten.

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