2. Liga: Kirchhof spielt den Mit-Aufsteiger in der ersten Hälfte an die Wand - 4:2-System fast perfekt

SG-Coach phasenweise überflüssig

Nicht zu halten: Kim Mai, die mit ihren Übergängen aus dem Rückraum an den Kreis für reichlich Verwirrung in der FSG-Abwehr sorgte. Hier lässt die Kirchhoferin Monika Odrowswka (rechts) stehen.

Melsungen. Es gibt Momente, da kommt sich ein Trainer absolut überflüssig vor. Und findet‘s auch noch gut. „Ich brauchte überhaupt nichts mehr zu korrigieren“, staunte Christian Denk nicht schlecht, als seine Mannschaft in der ersten Hälfte den Matchplan ohne jegliche Abstriche erfüllte. Dabei den Gast nach allen Regeln der Handballkunst auseinandernahm, sich phasenweise in einen Angriffsrausch spielte und so die Basis zu einem 33:25 (20:9)-Erfolg gegen die FSG Waiblingen-Korb legte. Der zweite Kirchhofer Heimsieg hintereinander, mit dem der Zweitliga-Aufsteiger im Abstiegskampf weiter Boden gut gemacht hat.

Während der SG-Coach nicht eingreifen brauchte, war sein Kollege Jürgen Krause angesichts eines gegnerischen 9:0-Laufs zum 14:5 (16.) ratlos: „Ich weiß auch nicht, was mit uns los war.“ Was mit der Mannschaft des Gastgebers los war, sorgte indes unter den 600 Zuschauern für Entzücken, die aus Jubeln gar nicht mehr herauskamen.

Da hielt Katarzyna Demianczuk einen Ball nach dem anderen (in der ersten Hälfte allein 16). Da hatten ihre Vorderleute mehr und mehr Zugriff gefunden, um den Gästeangreiferinnen letztlich komplett den Schneid abzukaufen. Torjägerin Monika Odrowska etwa musste auf ihren ersten Treffer aus dem Feld 40 Minuten warten. Da war die erste und zweite Welle der SG nicht mehr zu halten. Da schienen die Kirchhoferinnen unter der Woche ihr Spiel mit zwei Kreisläuferinnen, den agilen Kim Mai und Dionne Visser, perfektioniert zu haben.

„Unsere Übergänge waren nicht zu verteidigen“, konnte Trainer Denk mit Fug und Recht behaupten. Dabei fand insbesondere Rückraumspielerin Danique Boonkamp die optimale Balance zwischen Fädenziehen d.h. ihre Nebenleute effektvoll in Szene setzen und dem eigenen, entschlossenen Torabschluss. „Wir haben den Ball laufen lassen und unsere Spielzüge immer zu Ende gespielt“, beschrieb die Holländerin das Erfolgsrezept, ohne sich ihr eigenes „Hoch“ so genau erklären zu können: „Wenn‘s läuft, dann läuft‘s einfach.“

Jedenfalls hatte sich die 21-Jährige die enge Deckung nach der Pause redlich verdient. Die aber nur kurzzeitig für Verwirrung in den SG-Angriffsreihen sorgte. Weil erst Diana Sabljak und danach die eingewechselte Paulina Muchocka für ihre Regisseurin in die Bresche sprangen, ehe auch sie das Opfer einer baden-württembergischen Sonderbehandlung wurden, als die FSG gar auf eine 4:2-Deckung umstellte.

Trotzdem kam der Gast bis zum 28:17 (47.) nicht heran, auch weil die SG-Torfrau ihr (hohes) Niveau hielt. Erst in der Schlussphase konnte der Mit-Aufsteiger zumindest die zweite Hälfte knapp für sich entscheiden. Und Christian Denk durfte doch noch mal (per Auszeit) eingreifen. • SG: Demianczuk (27 Paraden/24 Gegentore), Siggaard (bei zwei 7m: 1/2), Küllmer (n.e.); Grothnes, Lucas, Boonkamp 5, Nolte 4, Mucocka 4, Kühlborn 7, Svirakova, Sabljak 6/2, Ringleb, Visser 3/1, Mai 4. FSG: Nagy (2/15), Roth (14/18); Teixeira da Silva 1, Dirmeier, Gruber 7, Baur, Hammer 4/1, Odrowska 3/2, de Bellis 2, Hojczyk 2, Nikolovka 4, Hagen 1. SR: Kroll/Polke. Z.: 600. Siebenmeter: 3/3:4/3. Zeitstrafen: 10:14-Minuten.

Von Ralf Ohm

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