2. Liga: Aufsteiger Kirchhof feiert dank Energieleistung 26:24-Erfolg gegen Zwickau

SG-Glaube versetzt Berge

Eine Mannschaft bejubelt ihren unverhofften Triumph: Die SG 09 Kirchhof nach dem überraschenden 26:24 gegen Zwickau. Foto: Kasiewicz

melsungen. Mit den Wundern ist das so eine Sache. Sie kommen halt recht selten vor - sonst wären sie ja keine. Trotzdem hatte Christian Denk, der Trainer der SG 09 Kirchhof, ein solches Phänomen beschworen, damit seine ersatzgeschwächte Mannschaft als krasser Außenseiter dem BSV Sachsen Zwickau trotzen konnte. Die wollte sich aber keineswegs nur auf etwaige überirdische Kräfte verlassen, sondern mobilisierte ihre eigenen. Der Lohn für den abstiegsgefährdeten Aufsteiger: ein kaum für möglich gehaltener 26:24 (15:14)-Erfolg, mit dem die Kirchhofer Aktien im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga wieder leicht gestiegen sind.

Für die Erlösung und einen kollektiven Jubelschrei sorgte Izabella Nagy mit ihrem siebten Treffer zehn Sekunden vor Schluss, als sie nach einem Ballgewinn blitzschnell erkannte, dass das Tor des Gegners, der mit einer zusätzlichen Feldspielerin auf den Ausgleich gedrängt hatte, leer war. „Ich hab‘s einfach probiert“, kommentierte die Rückraumspielerin ihr Kunststück.

Den ersten Matchball hatten die Kirchhoferinnen in Überzahl bei einer 23:21-Führung (53.) gehabt - und vergeben. Was ihrem Glaube an den vierten Saisonsieg, der gegen einen bärenstarken Gegner offensichtlich Berge versetzte, indes nichts anhaben konnte.

Priolli springt ein

Der wurde bereits in der Anfangsphase durch eine 8:4-Führung, als Torfrau Karina Morf den BSV-Schützinnen mit ihren Paraden gleich mal den Schneid abkaufte, genährt. Dann wendete sich (für Minuten) das Blatt, prallten einige SG-Angriffe am mächtigen Zwickauer Innenblock ab, taute Wirbelwind Christina Zuber auf, die nach 21 Minuten für die 10:9-Führung sorgte.

Ausgerechnet in der ersten Unterzahl hatten die Gastgeberinnen den Dreh wieder raus, suchten erfolgreich ihr Heil in der zweiten Welle, um so der an Sicherheit gewinnenden Zwickauer 6:0-Deckung beizukommen. Natürlich spielte ihnen auch die Rote Karte für Petra Stracek (27.) nach Foul an Priolli in die Karten.

Und ein weiterer Schachzug ihres Trainers: Die kurze Deckung für Gefahrenherd Zuber. Zwar verordnete Zwickaus Coach Knöfler eine ähnliche Maßnahme für Torjägerin Nagy, doch die verpuffte im Laufe der zweiten Halbzeit, weil für die Ungarin Rafhaela Priolli effektvoll in die Bresche sprang. „Sie hat die nötige Verantwortung übernommen“, freute sich Christian Denk über die sieben Treffer seiner kurzfristig genesenen Linkshänderin, die für ihre explosive Leistungssteigerung eine einfache Erklärung hatte: „Ich hatte immer den Kopf oben und habe mit ganz viel Spaß gespielt.“ Dazu stieß die zur Aufbauspielerin umfunktionierte Christin Kühlborn mit ganz viel Köpfchen und Elan in die Nahtstellen der Zwickauer Deckung.

Trotzdem war‘s stets eng, wartete Karsten Knöfler immer wieder mit neuen schier unerschöpflichen personellen Alternativen auf. Vergeblich. Das Wunder geschah, auch wenn es in Wirklichkeit eine faustdicke Überraschung war, die auf das Konto einer unglaublichen Kirchhofer Energieleistung ging.

Von Ralf Ohm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.