Handball: SG-Torfrau Paula Küllmer freut sich über Einladung zu U 18-Lehrgang

Sichtung per Spielbericht

Paula Küllmer in Aktion: Als Torfrau muss das Talent bei der SG 09 Kirchhof in drei Teams ran und machte nun sogar auf Bundesebene auf sich aufmerksam. Foto: Kasiewicz

Kirchhof. „In der Bundesliga spielen und das Trikot der Nationalmannschaft tragen.“ Der sportliche Traum von Paula Küllmer ist höchst ambitioniert. Sollte er wirklich einmal in Erfüllung gehen, wird sich sie sich an einen aktuellen Meilenstein dorthin bestimmt gut erinnern: ihrer ersten Einladung des Deutschen Handball-Bundes zu einem Lehrgang der U 18-Auswahl.

Für die 17-Jährige eine echte Überraschung: „Ich wusste gar nicht, was ich dazu sagen sollte.“ Umso größer die Freude, zum Kreis der 21 Spielerinnen zu gehören, die vom 4. bis zum 8. April im Sportzentrum Bartholomä auf die Junioren-Weltmeisterschaft in der Slowakei (21. Juli bis 3. August) vorbereitet werden. Natürlich mit dem Ziel, den endgültigen WM-Kader herauszufiltern.

Ob Paula dabei sein wird? Daran denkt die junge Torfrau noch nicht. Für sie ist es erstmal das „Größte“ zu den Besten ihres Jahrgangs zu zählen, was vorher bei der SG 09 nur Carina Heidenreich schaffte. Aufmerksam wurde Nationaltrainer Frank Hamann auf die Kirchhöferin beim Studium der Spielberichte der 2. Liga. Dort fielen ihm die zunehmenden Spielanteile einer B-Jugendlichen im Tor auf - eine Seltenheit und für Christian Denk schon fast alltäglich. „Paula hat sich toll entwickelt, so dass ich sie jederzeit bringen kann“, sagt der SG-Coach und ihr wohl größter Förderer.

Der nächste Schritt Hamanns war folgerichtig, sich die Videos der Spiele anzuschauen. Wie Küllmers Einsatz beim Tabellenführer Neckarsulm, als sie mit ihrer starken Leistung die Niederlage des Aufsteigers im Rahmen hielt. Und für ihre Paraden sogar Szenenapplaus der heimischen Zuschauer bekam. Das bisher „geilste Erlebnis“ (Paula) des Talents, das in dieser Saison in gleich drei SG-Teams (neben der Zweitliga-Mannschaft noch im Oberliga- sowie im A-Jugend-Team) spielt.

Somit sind drei Einsätze am Wochenende keine Seltenheit, machen der gebürtigen Körlerin aber nichts aus. Ausdruck einer positiven Handball-Verrücktheit, die wohl auch vererbt wurde. Von Papa Andreas, dem langjährigen Kreisläufer und noch mehr von Mama Viola, die einst bei der SG - wie ihre Tochter heute - im Tor stand. Und bei fast jedem ihrer Spiele dabei ist, um ihr Tipps zu geben. Die gern angenommen werden, denn an Selbstkritik mangelt es Paula nicht.

Die bekennt freimütig, dass sie bisweilen zu früh reagiere, bei den Würfen des Gegners länger warten müsse. Was ihr ziemlich schwer fällt, „weil ich halt so gerne im Tor herumspringe.“ Und genauso gern mit ihren zentimetergenauen Pässen die Tempogegenstoßspezialistinnen ihres Teams auf die Reise schickt.

Seit dieser Saison bekommt sie von ihrem Trainer spezielle Hausaufgaben: Videostudium der gegnerischen Werferinnen. Ein weiterer Schritt in ihrer Torwart-Ausbildung, die richtig Fahrt aufgenommen hat. Mit einer Zwischenstation auf Bundesebene, die traumhafte Perspektiven verheißt.

Von Ralf Ohm

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