2. Handball-Bundesliga

Kirchhof spielt nach 7:11-Rückstand Rödertal an die Wand und gewinnt mit 37:25

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Nicht zu halten: Sina Ritter, die 13 Treffer zum fulminanten Kirchhofer 37:25-Sieg gegen Rödertal beisteuerte.. 

Handball-Zweitligist Kirchhof lässt den Tabellensechsten HC Rödertal  dank einer enormen Steigerung nach verpatzter Anfangsphase noch mit 37:25 abblitzen.

Es gibt Handballspiele, da glaubt schon nach 20 Minuten kein Mensch mehr an einen Sieg seiner Mannschaft. Und wird nach 60 eines Besseren belehrt. „Auf uns hätte nach dieser Anfangsphase wohl niemand mehr gesetzt“, gestand Gernot Weiss, Trainer des heimischen Zweitligisten SG 09 Kirchhof angesichts eines 11:7-Vorsprungs der Gäste des HC Rödertal, für den diese sich nicht einmal besonders anstrengen mussten. Zu fahrig, zu verkrampft, zu körperlos agierte der Gastgeber.

Um dann doch noch ins Spiel zu finden, den Turbo einzuschalten und den Tabellensechsten mit 37:25 (14:13) aus der Halle zu fegen. „Wahnsinn, dass wir so zurückgekommen sind“, staunte selbst SG-Torfrau Siggaard nicht schlecht.

Was war geschehen? Zunächst einmal eine Auszeit des Kirchhofer Coaches (18.), die sich später als Ausgangspunkt der wundersamen Wende entpuppen sollte. Eine klare Fehleranalyse („Uns fehlte in der Abwehr die Kompaktheit, denn jeder hat nur für sich verteidigt“) und eine ebensolche Handlungsanweisung flankiert von einer taktischen Umstellung: „Körperlich sind wir unterlegen, dafür aber schneller. Um unsere größere Schnelligkeit auszuspielen bedarf es jedoch Ballgewinne.“

Sina Ritter explodierte

Angeordnet, umgesetzt. Die eingewechselte Frederikke Siggaard gab ihrer Deckung den erhofften Halt, die wiederum endlich mit der nötigen Aggressivität und Beweglichkeit zur Sache ging. So kam der Kirchhofer Tempogegenstoßexpress auf Touren, die SG heran. Und eine Spielerin explodierte: Sina Ritter, von Linksaußen in den Rückraum geschickt, flog die erste Welle mit Wucht und Eleganz oder leitete die zweite mit ihren in der Abwehr gestohlenen Bällen mustergültig ein. Drei Treffer in Folge der ehemaligen Erstliga-Spielerin zum 14:13 bescherten der SG einen psychologisch wichtigen 14:13-Halbzeitvorsprung. „Der Trainer hat uns wachgerüttelt und danach lief es einfach“, erklärte die 27-Jährige den fulminanten Umschwung.

Und der war nachhaltig. Weil die SG-Deckung auch nach der Pause „biss“ und besonders die sonst so gefährlichen Rödertaler Rückraumspielerinnen Ann-Catrin Höbbel, schon nach 35 Minuten entnervt ausgewechselt, und Tammy Kreibich auch dank eines überragenden Mittelblocks fast komplett ausschaltete. Weil Frederikke Siggaard, die zuvor meist im Schatten der diesmal blassen Nela Zuzic stand, ihr hohes Niveau hielt. Weil Sina Ritter weiter wie selbstverständlich traf.

Als Mariel Beugels nach 40 Minuten auf 24:17 erhöhte, drohte kurzzeitig die Gefahr zu überdrehen. Doch dann drehte auch noch Diana Sabljak (sechs Tore in den letzten 20 Minuten) auf. Fünf Minuten vor Schluss trat Trainer Weiss letztmals auf den Plan. Selbst wenn das Spiel beim 32:23 entschieden war, bestand er lautstark auf nicht mehr als 25 Gegentore. Sein Team hielt sich auch daran.

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