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23:21 – Vipers brechen den Fluch: Wildungerinnen können doch in Buxtehude gewinnen

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Wir haben es geschafft: Die Wildungerinnen gewinnen beim Angstgegner Buxtehude. Darüber freuen sich (v.l.) Verena Oßwald, Jana Scheib und Anika Hampel.
Wir haben es geschafft: Die Wildungerinnen gewinnen beim Angstgegner Buxtehude. Darüber freuen sich (v.l.) Verena Oßwald, Jana Scheib und Anika Hampel. © Jan-Iso Jürgens

Die Wildunger Handballerinnen haben das fast Unmögliche möglich gemacht. Sie gewannen 23:21 (13:8) in Buxtehude, wo es für sie bisher nichts zu gewinnen gab. Damit ziehen die Vipers ins Viertelfinale des DHB-Pokals ein.

„Der Fluch ist gebrochen, endlich“, sagten auch die beiden Trainerinnen Tessa Bremmer und Sabine Heusdens als erstes über diesen Erfolg ihres Teams am Mittwochabend. „Es war heute von uns eine tolle Mannschaftsleistung, denn alle haben mitgezogen, auch die, die nur auf der Bank saßen“, lobte Heusdens.

Und Cheftrainerin Bremmer wirkte emotional richtig ergriffen als sie diese Worte sagte: „Ich bin glücklich und so stolz auf meine Mädels, wir haben von Anfang an in der Abwehr die Initiative ergriffen auch im Angriff konnten wir viele Tore machen über das schnelle Konterspiel.“

Torfrau Manuela Brütsch kaum zu überwinden

Nur acht Tore in einer Halbzeit. Die Mannschaft von Buxtehude muss vermutlich lange zurückdenken, wann sie das letzte Mal so eine schlechte Torausbeute hatte.

Mehr haben die Defensivmonster aus Wildungen in diesem Spiel nicht zugelassen. Sie machten eigentlich genau da weiter, wo sie in der starken zweiten Halbzeit in Blomberg aufgehört hatten, mit einem Unterschied: Torfrau Manuela Brütsch legte noch zwei, drei, vier Paraden zu und bewahrte so viele Bälle vor einer Netzberührung. „Manu hat vor allem am Anfang fast jeden Ball gehalten und das hat der Abwehr so viel Sicherheit gegeben, dass sie immer weiter rausgehen konnte“, lobte Bremmer.

Von neun Siebenmetern geht nur einer rein

Die Schweizer Torfrau wurde auch zur „Spielerin des Spiels“ gekürt, denn sie hatte ein Quote der gehaltenen Bälle von 50 Prozent. Aber auch ihr Kollegin auf der anderen Seite hatte viele gute Szenen. Die Torhüterinnen schienen den Spielerinnen fast schon Angst einjagt zu haben, denn die Hände zitterten am Siebenmeterpunkt auf beiden Seiten mächtig. Von neun Strafwürfen (5/4) ging nur einer rein. Die Wildungerin Jana Scheib brachte dieses Kunststück fertig.

Buxtehude hatte die Vipers im Vorfeld dieses Spiels zwar stark geredet, aber aus den verdutzt und auch oft hilflos dreinblickenden Gesichtern der BSV-Spielerinnen konnte man herauslesen, dass sie die Wildungerinnen nicht so stark erwartet hätten.

Trainer Dirk Leun, sonst die Ruhe selbst, war sehr unruhig und unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Die Vipers haben den Sieg verdient, aber wir haben heute richtig schlecht spielt.“ Doch das lag vor allem an den Vipers, die auch in der Offensive eine Macht waren. Die Spielerinnen fanden auch im schnellen Positionsspiel immer wieder die Ruhe, das beste Anspiel zu wählen. Bisweilen übertrieben es die Nordhessinnen sogar mit dem Tempospiel, denn wer mit fünf, sechs Toren vorn ist, muss nicht immer in den Geschwindigkeitswahn verfallen und kann auch mal langsamer ein Spiel aufbauen.

Vipers haben sich jetzt ein Heimspiel verdient

Die Buxtehuder Defensive versuchte stets mit einer offensiv agierenden Abwehrspielerin die Wildunger Zentrale in Person von Anika Hampel aus dem Spiel zu nehmen, aber Hampel fand immer wieder Wege sich dem zu entziehen.

Nach der Pause stellte sich natürlich die Frage: Halten die Nerven der Bad Wildungerinnen und kommt Buxtehude noch so in Fahrt, wie sie in den beiden vergangenen Spielen über die Vipers hinweggefegt waren? Die Antwort gaben sie schon früh im zweiten Durchgang: Nein, heute nicht. Die Wildunger Schlange war diesmal für sie einfach zu wendig und zu flink, einfach nicht greifbar.

Buxtehude kam erst in den Schlussminuten etwas näher heran, auch, weil viele Wildunger Spielerinnen fast durchgespielt haben. Das Team aus Buxtehude stellte die Vipers in der zweiten Halbzeit auch vor eine besondere Aufgabe, denn sie verteidigten sehr offensiv, fast 20 Meter vor dem eigenen Tor. Aber auch diese Aufgabe lösten die Wildungerinnen meist mit eigenen guten Ideen. Sie haben sich jetzt das lang ersehnte Heimspiel im Pokal mehr als verdient. (rsm)

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