2. Bundesliga:

25:28 in Harrislee: Relegation ist für die SG 09 Kirchhof kaum noch zu vermeiden

Abstiegskampf tut weh: Kirchhofs Kreisläuferin Jana Schaffrick (r.) wird hier von Janne Lotta Woch attackiert, die mit vier Treffern am Heimsieg des TSV über die SG 09 erfolgreich war.
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Abstiegskampf tut weh: Kirchhofs Kreisläuferin Jana Schaffrick (r.) wird hier von Janne Lotta Woch attackiert, die mit vier Treffern am Heimsieg des TSV über die SG 09 beteiligt war.

Die Saisonverlängerung für die Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof wird immer wahrscheinlicher: Drei Spieltage vor Schluss ist der Rückstand auf den ärgsten Rivalen TVB Wuppertal, der am Samstag in der Stadtsporthalle gastiert, auf vier Punkte und eine Differenz von 37 Toren angewachsen.

Harrislee/Kirchhof – Kirchhof verspielte beim 25:28 (13:14) beim TSV Nord Harrislee einmal mehr eine klare Führung. Anschließend landete Wuppertal in Freiburg einen 28:16-Kantersieg. „21 Fehlwürfe sind zu viel. Wir sind am Ende verkrampft, waren nicht mehr leichtfüßig“, klagte SG-Coach Martin Denk. Um zu verstehen, warum dessen Team somit nur noch eine Minimalchance hat, den Relegationsplatz zu vermeiden, dienen die letzten beiden Spielminuten in der ersten Halbzeit.

Torfrau Siggaard erneut überragend

Bis dahin wussten die Gäste einige Glanzpunkte zu setzen. Angefangen bei Torfrau Frederikke Siggaard, die erneut die beste Spielerin war, über Mariel Beugels, deren Schlagwürfe zunächst saßen, bis hin zu Linksaußen Zerin Özcelik, die bis zur Pause fünfmal erfolgreich war. Dann jedoch scheiterte die Schweizerin mit türkischen Wurzeln an US-Nationalspielerin Sophie Fasold (28.), verzog Beugels freistehend kläglich (29.) und setzte Diana Sabljak einen schlecht vorbereiteten Wurf in den Mittelblock (30.). Sekunden blieben, um dennoch nach 7:3 (12.) und 10:8 (19.) zumindest mit einem Vorsprung in die Kabine gehen zu können. Doch ein katastrophaler Pass von Özcelik landete nicht bei Beugels, sondern wurde von Madita Karlotta Jeß aufgenommen und zum 14:13 verwertet. „Die wussten selbst nicht, wie sie zur Pause führen konnten“, haderte Denk.

Dessen Gegenüber wusste um einen großen Vorteil. Erstmals in dieser Saison konnten die Nordfrauen nämlich auf 16 Spielerinnen bauen. Coach Olaf Rogge boten sich mehr Möglichkeiten, die er auch ausschöpfte. Da setzte Spielmacherin Leonie Mettner einige Akzente, da traf Linksaußen Melanie Steffensen, die 37-jährige Co-Trainerin, zweimal gekonnt und legte Matilda Pleger mit einer klugen Verlagerung den Treffer zum 18:17 auf (37.). Apropos Pleger: Die wiedergenese Rechtsaußen bekam Kirchhof nie in den Griff. Sieben Treffer bei neun Versuchen gelangen ihr. Zudem sorgte sie dafür, dass der TSV wieder über die schnelle Mitte erfolgreich sein konnte.

Rogge-Team cleverer und personell breiter aufgestellt

„Wir haben unsere Angriffe clever strukturiert. Zudem haben wir den Druck speziell auf Sabljak erhöht und das Kreisläuferspiel gut unterbunden“, lobte Rogge seine Mannschaft und feierte das 28:25 als „Befreiungsschlag nach fünf unnötigen Niederlagen in Folge“.

Ein Heimsieg, der aber auch möglich war, weil Kirchhof „nichts Überraschendes“ bot. Statisch vorgetragene Angriffe, die mit zunehmender Spielzeit eine zu große Streuung hatten. Besonders Beugels machte sich wieder einmal mit sieben Fahrkarten den guten Eindruck der Anfangsphase kaputt. Zudem war das Risiko mit der sechsten Feldspielerin in Unterzahl zu hoch. Vier Gegentreffer – auch von Torfrau Fasold – landeten so im Netz. Und weil die emsige Sabljak und Ida Evjen noch zwei Siebenmeter verwarfen, hatte Kirchhof den geschlossener auftretenden Nordfrauen in der Schlussphase nichts mehr entgegenzusetzen. (Sebastian Schmidt)

Die Statistik:

Kirchhof: Siggaard (18 P./26 GT), Jurcevic (1/2 bei 3 Siebenmetern) - Özcelik 5, Schaffrick 1, Harder, Immelnkämper, Evjen 1/1, van der Linden 1, Sabljak 8, Beugels 4, Koltschenko, Kavaliauskaite 5, Prauss, Spatz.

SR: Kruska/Lange (Berlin).

Siebenmeter: 2/4:1/3.

Zeitstrafen: 6:8-Minuten.

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