2. Handball-Bundesliga

26:28 - Kirchhofer Rückschlag beim HC Rödertal

An ihr lag‘s nicht: Greta Kavaliauskaite hielt ihre Mannschaft nach dem Wechsel mit insgesamt sechs Toren im Spiel, konnte aber die Niederlage beim HC Rödertal auch nicht verhindern.
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An ihr lag‘s nicht: Greta Kavaliauskaite hielt ihre Mannschaft nach dem Wechsel mit insgesamt sechs Toren im Spiel, konnte aber die Niederlage beim HC Rödertal auch nicht verhindern.

Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof enttäuscht beim Tabellenvorletzten HC Rödertal und schwebt nach der 26:28-Niederlage wieder in Abstiegsgefahr.

Großröhrsdorf - Die Frage lautete: Befreiungsschlag oder nur ein Ausreißer nach oben? Gemeint war die Bewertung des fulminanten 33:21-Erfolges der SG 09 Kirchhof gegen Werder Bremen. Die Antwort gab Udo Horn. „Wir konnten den Schwung aus diesem Spiel nicht mitnehmen“, ärgerte sich der Trainer des heimischen Handball-Zweitligisten angesichts einer schwachen Leistung seiner Mannschaft bei der folgenden 26:28 (13:15)-Niederlage beim Tabellenvorletzten HC Rödertal.

Was den eigenen Angriff anging gar ein Rückfall in Zeiten der Ratlosigkeit gegen offensive Abwehrreihen. „Wir haben nur reagiert und uns von der aggressiven 5:1-Deckung der Gastgeberinnen den Schneid abkaufen lassen“, bekannte der SG-Coach. Eine Erkenntnis, die ihn früh zum Eingreifen zwang. Zunächst nach vier (2:0), dann nach acht Minuten, als der HCR auf 6:1 davongezogen war. Davon fünf erfolgreiche Tempogegenstöße, die aus technischen Fehlern der überforderten Kirchhofer Offensive bzw. Rammers Paraden entsprangen.

Immerhin: Horns zweite Auszeit schien zu wirken. Die vorgezogene Katharina Hufschmidt engte nun die Kreise von Spielmacherin Novotna ein und Nela Zuzic eiferte ihrer starken Torwartkollegin nach. Und vorne taute - für Momente - Rückraumspielerin Schlegel auf und verkürzte mit ihrem dritten Tor in neun Minuten auf 9:8 (17.).

Allerdings: Ein nachhaltiges Aufbäumen war‘s nicht. Kirchhof erhöhte das Tempo, wurde aber von eigenen Fehlern im Aufbau (und einem von Diana Sabljak verworfenen Siebenmeter) immer wieder ausgebremst. In Zahlen: weniger als die Hälfte der SG-Angriffe führten vor der Pause zum Erfolg. Rödertal ließ sich nicht lange bitten und zog auf 14:10 (24.) davon, wobei besonders Linkshänderin Frankova die Lücken in den Schnittstellen der Gäste-Abwehr nutzen konnte.

Nur Zuzic und Kavaliauskaite überzeugen

Da war guter Rat teuer. Udo Horn hatte ihn, brachte Aufbauspielerin Deborah Spatz, die mit zwei Treffern vor der Pause ihr Team im Spiel hielt und nach der Pause in Überzahl gar auf 16:15 (32.) verkürzte. Den Ausgleich hatte Schlegel in der Hand, scheiterte aber an Ann Rammer. Statt 16:16 stand‘s plötzlich durch zwei Treffer von Linksaußen Pollakovski 18:15 (35.) - und die SG lief wieder hinterher. Blieb dem ehemaligen Erstligisten dank der Dynamik und Treffsicherheit von Greta Kavaliauskaite aber bis zum 22:20 (43.) auf den Fersen.

Da die wieder genesene Rückraumspielerin gegen den weiterhin leidenschaftliche verteidigenden Erstligisten aber immer mehr zur Alleinunterhalterin im einfaltslosen SG-Angriff mutierte, während sich in Rödertals Offensive der Einsatz einer zweiten Kreisläuferin (Ana Catalina Ciolan) neben Jasmin Eckart auszahlte, bahnte sich beim 26:21 (51.) die Vorentscheidung an. Die Kirchhof aber nicht akzeptieren wollte.

Mit dem Mute der Verzweiflung, einer intakten Moral und einer überragenden Nela Zuzic starteten die Nordhessen eine Aufholjagd, die indes unvollendet blieb. Nachdem Zerin Özcelik, Jana Schaffrick (2) und Mariel Beugels mit vier Treffern in Folge auf 26:25 (57.) verkürzen konnten, konterte Rabea Pollkowski zum 27:25 (58.). Kreisläuferin Schaffrick gelang der erneute Anschlusstreffer, doch Ciolans zweiter Treffer 84 Sekunden vor Schluss besiegelte Kirchhofs neunte Saisonniederlage. Und Rödertals ersten Heimsieg der Saison.

Kirchhof: Zuzic (17 Paraden, 27 Gegentore), Siggaard (bei einem 7m, 0/1); Özcelik 3, Hufschmidt 1, van der Linden, Sabljak 3/1, Beugels 3, Kavaliauskaite 6, Schlegel 3, Spatz 2. SR: Kittel/Scharfe. Zeitstrafen: 12:8-Minuten. Siebenmeter: 5/4:3/1.

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