Nach Rettung in letzter Sekunde

Baunataler Handballer schaffen den Klassenerhalt

Einer für alle, alle für einen: Die Baunataler Handballer haben in dieser Saison Teamgeist bewiesen und den Abstieg doch noch abgewendet. Foto:  Hedler

Baunatal. Mehr Dramatik geht fast nicht. Bis zum Schluss haben die Handballer des GSV Eintracht Baunatal bangen müssen. In buchstäblich letzter Sekunde schafften sie den Klassenerhalt.

Logisch, dass beim Drittligisten nach dem Herzschlagfinale pure Erleichterung vorherrschte. Wir blicken noch einmal zurück und schon ein bisschen voraus.

Der Schlussakkord

Nichts für schwache Nerven. Am letzten Spieltag musste Baunatal sein Heimspiel gegen Leipzig gewinnen, zugleich war die Mannschaft von Trainer Mirko Jaissle auf Schützenhilfe angewiesen. „Es nicht selbst in der Hand zu haben, ist ein komisches Gefühl“, beschreibt Constantin Paar die Konstellation. Mit seinen 35 Jahren gehört der Torwart nicht nur zu den erfahrensten Spielern, er ist zudem der dienstälteste Akteur im Team der Eintracht. Auf das Zittern bis zum Schluss hätte er gern verzichtet. Paar sagt: „Das braucht kein Mensch. Das muss ich nicht noch mal erleben.“

Sein Trainer pflichtet ihm bei. Die vergangenen Wochen hätten an den Nerven gezehrt, sagt Jaissle. Zur aktuellen Gefühlslage sagt er: eine riesige Erleichterung, aber auch eine kleine Leere. Nach dem 31:23-Sieg seiner Jungs und dem gleichzeitigen Erfolg von Dresden gegen Bad Blankenburg sei ihm nicht nur ein Stein vom Herzen gefallen. Jaissle sagt: „Die ganze Anspannung ist abgefallen. Das war ein unglaublich emotionaler Moment.“ Er sei einfach nur glücklich über die Leistung seiner Truppe.

Die Feier

Wenn es eine positive Seite an dem Nervenkitzel gibt, dann, dass das Bierchen danach besser schmeckt. Paar drückt es so aus: „Das lief locker die Kehle runter.“ Die Baunataler Jungs haben den Klassenerhalt gebührend gefeiert. Erst mit den Zuschauern in der Halle, dann unter sich in der Kabine, und später am Abend ließen sie es in Kassels Szenekneipe Joe’s Garage krachen. „Aber alles im Rahmen“, versichert Paar.

Ganz nebenbei hätten sich die Eintracht-Spieler ins eigene Fleisch geschnitten, wenn es am Samstag in die Hose gegangen wäre. Denn die Mannschaftsfahrt nach Mallorca war bereits gebucht. Und die Reise fällt exakt in den Zeitraum, in dem die Relegationsspiele angesetzt sind. Im doppelten Sinne: gerade noch mal gut gegangen.

Die Saison

Vor dem ersten Spieltag hätte keiner gedacht, dass der Absteiger aus der 2. Liga in derartige Nöte geraten würde. „Die Verletzungsmisere zog sich aber wie ein roter Faden durch die Saison“, sagt Jaissle. Torwart Paar war der Einzige, der kein Spiel verpasst hat. Der ergänzt, dass es der Mannschaft schwergefallen sei, „plötzlich den Abstiegskampf anzunehmen“. Paar beschreibt die Saison als „negativen Selbstläufer“. Umso schöner, dass sie das Übel gerade noch abgewendet hätten. Der Keeper fasst zusammen: „Gefühlsmäßig kommt diese Rettung direkt hinter dem Aufstieg in die 2. Liga.“

Die Perspektive

Im Falle des Abstiegs wären die meisten Spieler mitgegangen, sagt der Trainer : „Aber damit haben wir uns im Grunde nie befasst.“ Der Kern der Mannschaft bleibt zusammen, es gibt Neuzugänge wie Rückkehrer Marvin Gabriel. „Jetzt kommen wir erst mal runter“, sagt Jaissle, „und dann freuen wir uns auf die nächste Saison“. In der soll dann möglichst nicht gezittert werden.

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