Baunatal unterlag 28:36 gegen Groß-Bieberau

Baunatal gegen Groß-Bieberau: Junges Trio macht Mut

Kaum zu stoppen: Der 20-jährige Finn Hujer (hinten) – hier gegen Groß-Bieberaus Kris Jost – überzeugte als Spielmacher mit seinen ebenso jungen Nebenleuten Finn Wunderlich und Niklas Plümacher. Foto:  Schachtschneider

Baunatal. Die Zahlen sind eindeutig: 28:36 (14:18) verlor die Baunataler Eintracht gegen die MSG Groß-Bieberau-Modau. Die Großenritter Handballer waren als Ranglisten-Zwölfter der dritten Liga tatsächlich auch um acht Tore schlechter als der Tabellenzweite.

Folgerichtig bilanziert Trainer Mirko Jaissle: „36 Gegentore sind auch gegen den besten Angriff der Liga viel zu viel. Wir haben nicht in die Zweikämpfe gefunden und in der Abwehr keinen Verbund hergestellt, keine Kompaktheit geschaffen.“

Fakten, die Enttäuschung im Baunataler Lager begründen könnten. Aber: Die Großenritter erhielten viel Applaus von ihren Fans, gingen erhobenen Hauptes aus der Halle. Denn Jaissle konnte mit einem Lächeln auf den Lippen auch feststellen: „Die Jungs haben sich reingehauen, nie aufgesteckt. Und 28 Treffer gegen die drittbeste Abwehr der Liga sind aus unserer Sicht richtig gut.“

Es war die erste Viertelstunde, in der die personell dezimierte Eintracht überraschte. Denn im Rückraum wirbelte ein junges Trio, dass das Zusehen eine Freude war. Links Finn Wunderlich (20 Jahre), zentral Finn Hujer (20) und rechts Niklas Plümacher (21) drückten vehement aufs Tempo, kreuzten in gutem Zusammenspiel mit den Außen Felix Geßner und Christian Schade und stießen immer wieder entschlossen und erfolgreich auf die Nahtstellen der Groß-Bieberauer Abwehr. Der Lohn waren acht Treffer und ein bis zum 8:8 nach 14 Minuten völlig offenes Spiel.

„Wir hatten über 60 Minuten viele Torchancen, weil wir hohen Aufwand betrieben haben“, konstatierte Hujer, der erst sein zweites komplettes Spiel bestritt. „Aber wir hätten noch viel mehr Kapital daraus schlagen müssen.“ Denn: Über den Kreis ging bei den Baunataler nichts, auch die Außen (14.) hatten zu viele Fehlversuche.

Als Gästetrainer Ralf Ludwig seinen Mannen dann die „Schlafmützigkeit in der Abwehr“ ausgetrieben hatte, das beeindruckend variable und im Eins-gegen-eins großartige Offensivspiel des Favoriten auf Touren kam und die Eintracht kein Mittel gegen die langen Diagonalpässe auf Linksaußen Schubert sowie das Konterspiel der Gäste fand, da verblasste der Baunataler Hoffnungsschimmer rasch.

Die Deckung fand nie zur Stärke der vergangenen Wochen, die Streuung der Werfer nahm rapide zu. 23 Fehlwürfe zählte Trainer Jaissle, und der einstige Baunataler Markus Podsendek (29) im MSG-Kasten wehrte 20 Bälle ab. Beim 19:25 (44.) war die Partie entschieden, auch wenn die nacheinander eingewechselten Torleute Daniel Horn und Alexander Klocke mit guten Paraden den diesmal weniger guten Tag von Conny Paar kompensierten.

„Im Tor haben wir keinerlei Probleme und im Rückraum gute Perspektiven“, sagte also Jaissle. Und schöpfte trotz diesmal roter Zahlen Mut für die Zukunft „und dass wir unsere Punkte gegen weniger gute Mannschaften holen werden.“

Statistik

GSV Eintracht Baunatal -

MSG Groß-Bieberau. 28:36 (14:18)

Baunatal: Paar 2 Paraden, 16. 30. und 35. - 45. Horn 9, ab 46. Klocke 5 - Wunderlich 2 Tore, Gbur 4, Hujer 4, Scahde 4/3, Botte 2, Schütz 1, Plümacher 6, Geßner 5, Drönner

Groß-Bieberau-Modau: Podsendek 20 Paraden, für zwei Siebenmeter Müller 1/1 - Schubert 8 Tore, Malik 5/3, Büttner 2, Seeger 5, Buschmann 2, Rohaly 2, Lebherz, Weber 4, Kossler 4, Jost 4

Schiedsrichter: Sakovski/Schneider (Velbert/Wuppertal). Zuschauer 320

Siebenmeter: 3/4 - 3/3. Strafen: 4 - 8 Minuten

Spielfilm: 1:0, 3:2 (6.), 6:4 (8.), 8:7 (14.), 8:11 (17.), 9:13 (22.), 10:15 (25.), 14:18 - 14:22 (35.), 17:22 (37.), 19:25 (44.), 20:30 (49.), 23:30 (52.), 28:36

Von Gerald Schaumburg

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