Bruchköbel ist zu Gast

Letztes Saisonspiel für Eintracht Baunatal: Abschied von Paar und Schade

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Zum letzten Mal hängen heute ihre Trikots in der Baunataler Kabine: Constantin Paar (links) und Christian Schade werden bei der Eintracht beim Heimspiel gegen Bruchköbel verabschiedet.

Baunatal. Am Samstag um 18.55 Uhr werden Constantin Paar und Christian Schade in der Rundsporthalle ein letztes Mal das Trikot der Baunataler Eintracht überstreifen. 

Im letzten Saisonspiel des Handball-Drittligisten gegen die SG Bruchköbel nehmen zwei Großenritter Urgesteine Abschied. Paar nach 13 Jahren, Schade nach 10 Spielzeiten. Sie verlassen ihre sportliche Familie, wollen sich auf die eigene konzentrieren.

Eine Bestandsaufnahme mit Rückblick:

Die Familie

Die Handball-Gene bekamen beide in die Wiege gelegt, „wir waren Hallenkinder“, sagt Christian Schade. Mutter Helga war eine der fünf legendären Kuppstadt-Schwestern, die es mit der SG Kirchhof bis in die Bundesliga brachten. Papa Schade spielte Großfeld, war erfolgreicher Trainer der SG-Frauen. Der ältere Bruder Marco war in der Jugend aktiv. „Handball, das bedeutet sportliche Familie. Ein Umfeld, in dem man sich kennt; Freunde, die man über Jahrzehnte auch abends trifft.“

Bei Constantin Paar hatten sie alle was mit Handball am Hut – außer der Mutter. Papa Willi hat auf dem Großfeld gespielt, bildete später mit Klaus Fritschner ein erfolgreiches Schirigespann. Bruder Matthias, „der ist mit 43 noch älter als ich“, spielt in Bettenhausen.

Der Weg

Für Paar und Schade begann alles in Körle. „Wir sind viele Etappen des Weges gemeinsam gegangen“, sagt Schade. Sogar Urlaub wurde gemeinsam gemacht, über eine Junggesellentour nach Ibiza schweigen sich beide aber lächelnd aus.

Schade kam 2008 zur Eintracht, als er mit Nachbar HSG aus der Oberliga abgestiegen war. „Ich hatte vergeblich auf eine Fusion beider Klubs gehofft, wollte aber in der Oberliga bleiben. Da lag der Wechsel nahe“, sagt er rückblickend.

Bei den Großenrittern war er froh, von Trainer Arnd Kauffeld eine Chance zu bekommen. Und er traf Constantin Paar wieder. Der war schon 2005 gekommen, hatte bereits den Aufstieg in die Oberliga mitgemacht. „Mir kam die Chance in Baunatal damals gerade recht. Den Wechsel habe ich nie bereut“, sagt der Mann, der „Consi“ gerufen wird, sich aber auch mit „Conny“ arrangiert hat.

Die Eintracht-Jahre

„Wer in Nordhessen höherklassig spielen will, hat seit einigen Jahren wenig Alternativen zur Eintracht“, sagt Paar. „Und ich wollte als Sportler immer hochkommen.“ Die längste Zeit bildete er mit Florian Wasmann ein Torwart-Duo – „wir hatten viel Spaß zusammen“. Und sonst? „Natürlich erlebt man in 13 Jahren Vieles in einem Team, aber alles bleibt unter uns in der Kabine.“

Christian Schade muss sich beim Blick zurück „selbst kneifen, ob es wirklich so gewesen ist“. Denn: „Es ging bis 2014 immer nur steil aufwärts – Oberliga, Regionalliga, 3. Liga und sogar rauf bis in die 2. Liga. Und es hat im Team immer gestimmt. Da war großartig“, sagt Schade, stolz darauf, „wie die Truppe auch nach dem Abstieg und dem wirtschaftlichen Crash 2015 bei der Stange geblieben ist. Das hatte Charakter. In vielen anderen Vereinen wäre alles den Bach runtergegangen“.

Tops und Flops

Constantin Paar: „Alle Aufstiege waren natürlich top, als Hessenmeister, später in die zweite Liga. Der Erfolg hat großartig zusammengeschweißt. Es hat von den Typen gepasst, alle waren jung und hungrig. Das Zweitliga-Jahr war dann das Erlebnis mit den großen Hallen und prominenten Gegnern wie Nordhorn und Essen. 38 Spiele waren aber auch eine Qual. Und die Entlassung von Trainer Ralf Horstmann damals war völlig sinnfrei und enttäuschend.“

Christian Schade: „Florian Ochmann war top. Wie er das Team zusammengehalten hat, das war erste Klasse. Ich bin stolz, sein Nachfolger als Kapitän geworden zu sein. Die zweite Liga war Top und Flop zugleich. Eine riesige Herausforderung, die wir mit aller Macht wollten. Ein Abenteuer, das den Verein aber komplett überfordert hat und uns auch – sportlich, beruflich, mental. Es gab ja nur noch Handball im Leben.“

Die Zukunft

Beide Oldies freuen sich auf viel Zeit für anderes, auch wenn Schade wohl noch ein Jahr bei seinem Stammverein in Körle dranhängen wird. Landesliga. Das Haus ist bis auf die Außenanlagen fertig – „und zwei Zimmer sind noch leer“. Handballer sind Familienmenschen.

Paar schließt gemeinsam mit seiner Sarah zunächst mit dem Handball ab. Im Juni wird geheiratet, gemeinsam wollen sie im September in Kassel den Halbmarathon laufen. Und: Er hat sich beim Tennisklub in Schauenburg angemeldet. Gruppenliga. Herren 30.

Das Fazit

„Wir haben das Optimale aus unseren Möglichkeiten als Amateure gemacht. Mehr geht nicht. Und wir haben viel gesehen von der Welt. Auch weil wir uns oft verfahren haben bei Auswärtsspielen“, sagt Christian Schade. „Eine geile Zeit.“

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