Routinier stand über 100 Mal für Kroatien zwischen den Pfosten

NHC-Torwart Ivan Martinovic pendelt zwischen Adriaküste und Northeim

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Seine Erfahrung aus über 100 Länderspielen für Kroatien bringt Torwart Ivan Martinovic derzeit beim Northeimer HC ein. 

Northeim – Mit der Verpflichtung des kroatischen Torwarts Ivan Martinovic überraschte der südniedersächsische Handball-Drittligist Northeimer HC die Szene. Der 41-jährige Ex-Nationaltorwart sollte dem jungen Torwart-Trio des NHC – darunter mit Fabian Ullrich und Björn Wenderoth zwei Spieler mit Jugend-Nationalmannschafts-Erfahrung – im Kampf um den Klassenerhalt mehr Rückhalt geben.

Seitdem ist Martinovic regelmäßiger Gast in Northeim. Dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung von Fans und Sponsoren pendelt der Kroate per Auto, Bahn oder Flugzeug am Wochenende nach Deutschland. Für Martinovic nichts Neues: Seit der Jahrtausendwende spielte er bei Dinamo Minsk, HC Vardar Skopje sowie dann sieben Jahre in verschiedenen spanischen Klubs und sammelte reichlich internationale Erfahrung. Für die kroatische Nationalmannschaft stand Martinovic mehr als 100 Mal im Tor, bevor er vor einigen Jahren das Wanderleben als Handball-Profi gegen einen Job als Skipper in Kroatien eintauschte. Ein kurzes Interview:

Herr Martinovic, wie kommt ein renommierter, aber eigentlich im sportlichen Ruhestand befindlicher Torwart nach Northeim?

Nachdem ich im Frühjahr 2019 beim Dessau-Roßlauer HV in der 3. Liga ausgeholfen habe, weil sich der eigentliche Stammtorhüter verletzt hatte, habe ich gemerkt, dass ich wieder richtig Spaß habe, in der Bude zu stehen. Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr professionell Handball gespielt. Da kann man nicht einfach so aufhören.

Was machen Sie hauptberuflich?

Den schönsten Job der Welt. Ich bin Skipper und begleite im Sommer Besucher und Segler an der wunderschönen kroatischen Adriaküste. Im Winter gibt es nur Überführungstouren. Daher habe ich dann Zeit, ein bisschen Handball zu spielen.

Was reizt Sie daran, noch einmal die Schuhe für den NHC zu schnüren?

Ich war viele Jahre in Spanien und hatte dort tolle Erlebnisse. Man spielt dort jedoch ab und an auch vor wenigen hundert Zuschauern mit kaum Stimmung. In Dessau, aber noch mehr hier in Northeim ist die Halle immer voll. Die Stimmung ist prächtig und der Zusammenhalt der Mannschaft hervorragend. Da lohnen sich die weite Anfahrt und der Stress, die 1000 Kilometer auf der Autobahn, im Zug oder im Flugzeug zu verbringen. Und wenn wir jetzt noch die Liga halten, haben wir alles erreicht.

Was kann ein so erfahrener Keeper an seine jungen Kollegen weitergeben?

Alle Torleute hier in Northeim sind klasse. Jeder hat seinen eigenen Stil und seine eigene Art. Aber wir leben von der Motivation. Und die war, als ich hier anfing, aufgrund der heiklen Tabellensituation auf dem Tiefpunkt. Aber man hat ja an der Leistung von Fabian Ullrich und zuletzt von Björn Wenderoth gesehen, wie sehr sich das geändert hat. Torwarte sind immer ein eigenes Völkchen, aber sie müssen gut zusammenarbeiten. Der NHC hat ein junges Team, das jetzt erstmals unter Stress agieren musste. Das hat zuletzt ziemlich gut funktioniert.

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