Interview

Trainer Ochmann von der Eintracht Baunatal: "Brüllen nur bei Bedarf"

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Mittendrin: Der Baunataler Trainer Florian Ochmann – hier bei einem Spiel gegen Hanau – gibt während einer Auszeit Anweisungen.   

Handball-Trainer Florian Ochmann im Interview über Erfolge und Perspektiven der Baunataler Eintracht in der 3. Handball-Liga

Platz drei in der 3. Handball-Liga – es läuft für den GSV Eintracht Baunatal und seinen Trainer Florian Ochmann. Der 35-Jährige hat die Mannschaft zum Saisonbeginn übernommen und auf einen beeindruckenden Erfolgsweg gebracht. Am Samstag (19.30 Uhr) ist die Eintracht zu Gast beim Tabellenführer ThSV Eisenach. Vor dem Spiel sprachen wir mit Ochmann über das Erreichte und die Perspektiven.

Eine Frage an den Deutsch- und Handballtrainer frei nach Goethe und des Pudels Kern: Wo liegt der Kern Ihres Erfolges?

Ochmann: Da gibt es nicht nur einen Kern, sondern mehrere Gründe.

Den wichtigsten bitte.

Ochmann: Hartes und konzentriertes Training.

Dann haben die Spieler bei Ihnen also nichts zu lachen?

Ochmann: Natürlich soll Training auch Spaß machen, aber wir rollen nicht lachend durch die Halle. Wir trainieren viermal pro Woche in der Halle. Zusätzlich steht zweimal in der Woche Krafttraining auf dem Programm. Bei uns ist konzentriertes Arbeiten angesagt.

Dann sind Sie also ein eher autoritärer Trainer, der auch mal brüllt?

Ochmann: Das kann man so nicht sagen. Natürlich gibt es Spieler und Situationen, bei denen man schon mal lauter werden muss. Aber ich versuche mir dahingehend nichts vorzunehmen, sondern personen- und situationsadäquat zu agieren.

Und nun also gegen Eisenach. Die sind wohl Favorit, oder?

Ochmann: Auf alle Fälle. In der Handball-Realität trennen uns Welten. Neben einem früheren slowenischen Nationalspieler und zwölf früheren Zweitligaspielern gepaart mit dem absoluten Startrainer Sead Hasanefendic auf Eisenacher Seite sind wir auf alle Fälle der Außenseiter.

Aber verstecken müssen Sie sich nicht. Sind Sie denn zufrieden mit Ihrem Kader?

Ochmann: Ja, ich bin sehr zufrieden. Unsere Neuzugänge haben sich großartig entwickelt. Marian Mügge hat sich mit einer starken Leistung seinen Platz im Tor erkämpft, Fynn Reinhardt zeigt im Mittelblock eine starke Leistung, und auch Kevin Trogisch im rechten Rückraum hat in der Vorbereitung eine gute Leistung gezeigt. Krankheitsbedingt gab es Rückschläge, aber ich kenne sein großes Potenzial. Patrick Ziebert im Tor wird uns noch viele Spiele in der Saison gewinnen.

Hört sich gut an, aber jetzt nochmal ein paar Sätze zu ein paar wichtigen Stichworten.

Ochmann: Welche?

Das erste heißt Abwehr.

Ochmann: Da haben wir unsere größten Fortschritte gemacht, denn auf der Abwehr lag ein Schwerpunkt der Saisonvorbereitung. Dass die Abstimmung greift, zeigt auch die ordentliche Zahl unserer Tempogegenstoßtore.

Das zweite heißt Positionsangriff.

Ochmann: Die Entwicklung unseres Angriffs haben wir in die Saison mitgenommen. Wir sind auf einem guten Weg. Ein großer Teil dieser Weiterentwicklung ist meinem Co-Trainer Dennis Weinrich und dem von ihm organisierten speziellem Angriffstraining mittwochs zuzuschreiben.

Noch ein Stichwort: Kreis.

Ochmann: Da haben wir auch noch Entwicklungspotenzial. Wir müssen weiterhin an unserer Feinabstimmung arbeiten.

Und wenn das alles noch in dieser Spielzeit klappt, spielen Sie in der kommenden Saison wieder 2. Liga, oder?

Ochmann: Das ist ausgeschossen und kein Thema bei uns. Eisenach und Nußloch sind zu stark. Aktuell können wir das auch finanziell nicht stemmen. Vielleicht können wir in zwei Jahren über das Thema noch einmal sprechen.

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