3. Liga: Zehn Tore und voller Einsatz

Kirchhofer Routinier Mihai glänzt im Derby gegen Fritzlar

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Unwiderstehlich: Gleich gegen drei Fritzlarerinnen - (v.l.) Jessica Kleinmann, Sabine Kirmse und Esther Meyfarth - setzt sich in dieser Szene Kirchhofs Rückraumspielerin Cristina Mihai durch und erzielt einen ihrer zehn Treffer im Derby.

Melsungen. Wenn eine ehemalige Weltmeisterin, langjährige Nationalspielerin und feste Größe in der 1. Liga mit ihrer Mannschaft in die 3. Liga absteigt, könnte das durchaus Motivationsprobleme nach sich ziehen. Oder sogar Rücktrittsgedanken angesichts eines reifen Handballalters von 38 Jahren.

Nicht so bei Cristina Mihai. Die Rückraumspielerin ist unverwüstlich, immer bereit, alles zu geben und regelmäßig für Top-Leistungen gut. Wie im Derby der 3. Handball-Liga Ost, in dem Spitzenreiter Kirchhof nicht zuletzt wegen ihrer zehn Treffer dem Nachbarn Germania Fritzlar das Nachsehen gab.

„Wir haben sie nie in den Griff bekommen“, gestand SVG-Spielmacherin Esther Meyfarth. Und SG-Trainer Markus Berchten fand die Leistung seines Häuptlings „einfach nur sensationell“. Damit waren nicht nur die Mihais Treffer, teilweise aus höchster Bedrängnis aus der zweiten Reihe erzielt, gemeint. Nein, auch der vorbildliche Einsatz der Rumänin, die im Angriff angesichts der großen Gegenwehr des Nachbarn über 60 Minuten ran musste.

Und: „Cristina ist immer voll bei der Sache.“ Bester Beleg war eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckerns nach 12:55-Minuten, die die Rückraumspielerin offenbar so wurmte, dass sie gleich im Anschluss das 8:5 für ihre Mannschaft erzielte.

Keine Frage: Sie brannte. Aus gutem Grund. „Solche brisanten Duelle vor toller Kulisse sind meine Lieblingsduelle“, sagt Cristina Mihai, die unzählige Derbys bestritten hat ohne dass sich der Motivationseffekt abgenutzt hätte. Im Gegenteil. Nach dem traurigen und höchst überflüssigen Abstieg in der letzten Saison will die Linkshänderin mit ihrer neuformierten Mannschaft unbedingt in die 2. Liga zurück. Und für dieses Unternehmen war der Sieg im Spitzenspiel ein wichtiger Schritt.

Trotzdem kommt ihr das Wort „Aufstieg“ nur schwer über die Lippen: „Klar ist das unser großer Wunsch, aber die Saison ist noch lang.“ Ihr Coach spricht von einem „kleinen Polster“, doch abgerechnet werde erst im April. Genau daraus zieht der unterlegene Nachbar seine Meisterschaftshoffnungen. „Da ist für uns durchaus noch etwas drin“, sagt Melina Horn, Rückraumspielerin der Germania.

Die enttäuschte keineswegs, war in der Schlussphase ziemlich nah dran am Ausgleich, als das eigene, bei der Konkurrenz so gefürchtete Tempogegenstoßspiel endlich auf Touren kam. Scheiterte aber an einer überragenden Cristina Mihai, die - siehe oben - einfach nicht zu stoppen war.

Von Ralf Ohm

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