SG fehlt noch ein Sieg zum Titel

3. Liga: Fritzlar und Kirchhof teilen sich die Punkte

Zwei Spielerinnen, die ein hinreißendes Derby prägten: Fritzlars Spielmacherin Ether Meyfarth und Kirchhofs Linksaußen Christin Kühlborn (vorn). Foto: Hahn

Fritzlar. Welch hinreißender Kampf, was für eine Dramatik: Das Derby der 3. Handball-Liga Ost hielt, was es versprach. Mehr noch. Nach dem 24:24 (12:13)-Remis konnten sich beide Kontrahenten als Sieger fühlen.

Gastgeber SV Germania Fritzlar, weil er seinen Heimnimbus wahrte und die erste Heimniederlage nach einem 21:24-Rückstand drei Minuten vor Schluss noch abwendete. Und Tabellenführer Kirchhof, der nun in puncto Meisterschaft und Aufstieg im kommenden Heimspiel gegen Osterode/Harz alles klar machen kann.

„Das Unentschieden geht völlig in Ordnung“, stellten die Trainer Marquardt und Berchten einträchtig fest. Durchaus gezeichnet von einem wechselvollen Spielverlauf, der einer Waage glich, die sich mal zu der einen und kurz darauf zu der anderen neigte. Ein Krimi in mehreren Akten, wobei der erste im Zeichen eines Fritzlarer Blitzstarts (3:0 nach drei Minuten) ging. Kirchhofs Rückraum kam ohne die gesperrte Cristina Mihai nur schwer auf Touren, während sich die eigene Abwehr schnell stabilisierte. Und damit half, auch drei Zeitstrafen bis zum 7:4 (13.) halbwegs schadlos zu überstehen.

„Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und immer an unserem Konzept fest gehalten“, erklärte SG-Linksaußen Kühlborn die Hartnäckigkeit des Gastes. Die dann sogar mit einem 6:0-Lauf zum 7:10 (21.) belohnt wurde. Weil Marieke Blase auftaute und die eingewechselte Rica Wäscher mehr als nur ein Ersatz für die nach fünf Minuten angeschlagene Sharelle Maarse war. „Acht Minuten Angsthasen-Handball“ machte Viktoria Marquardt für diesen Rückschlag ihrer Mannschaft verantwortlich, der sie aber nicht aus der Bahn werfen konnte. Denn als Kirchhof nach dem 9:12 durch Kühlborn in Überzahl davon zu ziehen drohte, verkürzte Esther Meyfarth auf 10:12 (25.) und Danja Auel hielt einen Siebenmeter von Rafaela Priolli.

Damit war das Feld für eine völlig ausgeglichene zweite Hälfte bereitet. Mit taktischen Finessen und Spielerinnen auf beiden Seiten, die geradezu explodierten. Die enge Deckung für Torjägerin Blase machten nach Anlaufproblemen die unermüdliche Priolli und die von Linksaußen in den Rückraum rochierte Kühlborn wett. Dafür bekam die Kirchhofer Deckung Laura Denecke nicht in den Griff, die aus der zweiten Reihe gleich viermal traf. Prachtvoll attestiert von ihrer Spielmacherin Meyfarth, die auch selbst jederzeit torgefährlich war.

Sich dann aber über zwei vergebene Siebenmeter grämte. Besonders der zweite Fehlversuch tat weh, denn danach erhöhte Rafaela Priolli mit zwei Treffern auf 24:21 für ihre Mannschaft (57.). Die Vorentscheidung? Mitnichten. Im rasanten Schlussakt mobilisierte der Tabellendritte noch mal alle Kräfte und glich durch Bibiana Huck, Melina Horn sowie Jessica Kleinmann aus. Für Kirchhof keineswegs ein verpasster Sieg sondern ein „gewonnener Punkt“ (Marieke Blase), der wahrscheinlich als Meilenstein auf dem Weg zum Wiederaufstieg in die SG-Annalen eingehen wird.

Von Ralf Ohm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.