3. Liga: Kirchhof verliert gegen Hannover-Badenstedt einen Punkt und Cristina Mihai

Doppelte Strafe für die SG

Erzielte vier Tore, vergab aber auch einige Chancen: SG-Linksaußen Christin Kühlborn. Fotos: Kasiewicz

Melsungen. Die einen tanzten ausgeglichen im Kreis und schrien dabei ihre Freude heraus. Die anderen standen schweigend vor ihrer Trainerbank, starrten konsterniert die Wand an. Das Publikum in der Melsunger Stadtsporthalle buhte. Aber nicht etwa, weil sich die SG 09 Kirchhof nach durchwachsener Leistung gegen die HSG Hannover-Badenstedt beim 28:28 (17:17) mit einem Punkt zufrieden geben musste. Auch nicht wegen Lena Seehausen, die mit ihrem vierten Treffer zwei Sekunden vor Schluss dem Tabellenführer der 3. Handball-Liga Ost noch einen Punkt entrissen und damit im eigenen Lager ausgelassenen Jubel ausgelöst hatte. Nein, im Zentrum der Kritik standen die Schiedsrichter, die in der letzten Minute SG-Torjägerin Mihai gleich doppelt bestraften.

Erst pfiffen sie der Linkshänderin einen vermeintlichen Schrittfehler ab, dem nach einhelliger Kirchhofer Meinung ein Foul voraus gegangen war. Dann soll die 37-Jährige den Ball nicht freigeben haben. Die Konsequenz: „Rot“ und - weil all das in den letzten 60 Sekunden passierte - zwei Spiele Sperre. „Ich wollte den Ball auf den Boden legen, doch vorher ist er mir von der gegnerischen Torfrau aus der Hand gerissen worden“, verteidigte sich Cristina Mihai, die die Entscheidung nicht nachvollziehen konnte. Die SG-Mannschaftsführung auch nicht und legte prompt Widerspruch ein.

„Dieser Verlust wiegt noch schwerer als der verlorene Punkt“, stellte Trainer Berchten frustriert fest. Klar ist der Vorsprung seines Teams drei Spieltage vor Schluss noch komfortabel, dieses allerdings von einer Aufstiegsform weit entfernt.

Sieg aus der Hand gegeben

In der ersten Halbzeit hakte es beträchtlich in der 6:0-Deckung. Viel zu passiv ließen die Gastgeberinnen den flinken HSG-Rückraum gewähren und „sich von kleinen Finten überraschen“ (Berchten). Also trafen vor allem Kathrin Pichelmeier, Kim Pleß und Saskia Rast fast wie sie wollten. In Torlaune war auch Cristina Mihai, mutierte aber bisweilen zur Solonummer im Kirchhofer Positionsangriff.

Und als nach dem Wechsel endlich die SG-Abwehr stand und sich auch Torfrau Karina Morf zu steigern wusste, patzte die Kirchhofer Offensivabteilung, sichtlich genervt von den dauernden Systemwechseln des Gegners inklusive Doppelbewachung für das Rückraum-Duo Blase/Mihai. Trotzdem hätte es nach einer 24:21-Führung (50.) noch zu einem Arbeitssieg reichen können, wenn denn danach Linksaußen Christin Kühlborn und Kreisläuferin Kim Mai ihre klaren Chancen genutzt hätten.

„Wir haben den Sieg aus der Hand gegeben“, ärgerte sich Markus Berchten. Doch das war am Ende nicht mal das größte Malheur. • Kirchhof: Zuzankova (11.bis 30., 6 Paraden/9 Gegentore), Morf, 10/19); Bänfer, Ivan, Priolli 1, Nolte, Kühlborn 4, Miahi 12/5, Diehl 4/1, Wäscher, Maarse 1, Blase 5, Mai 1. Hann.-Badenstedt: Teschner (bei einem 7m, 0/1), Pagel 19/27); Rast 6/1, Neuendorf 5, Pichlmeier 5, Steffek, Seehausen 4, Hollender, Schäfer, Gerber 1, K. Pleß 4, Wagenlader 2, C. Pleß 1, Thiele. SR: Dux/Follmert. - Z.: 300. Siebenmeter: 8/12:1/1. Zeitstrafen: 14:10-Minuten.

Von Ralf Ohm

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