3. Liga Ost: Fritzlar schlägt Osterode nach 10:13-Rückstand noch mit 27:20

SVG dreht mächtig auf

Glücklich nach dem schwer erkämpften Arbeitssieg: die Fritzlarerinnen (v.l.) Lena Dietrich, Xenia Ahrend und Vanessa Maier. Foto: Hahn

Fritzlar. Wenn es den Begriff „Arbeitssieg“ im Handball nicht schon gäbe, müsster er nach diesem Spiel unbedingt erfunden wurden. Denn den 27:20 (10:12)-Sieg gegen die HSG Osterode/Harz hatte sich der heimische Drittligist Germania Fritzlar hart, ja ganz hart erarbeitet.

Mit einer fulminanten Steigerung nach der Pause, als die Domstädterinnen in der Abwehr Beton anrührten und die überragende Vanessa Maier ihren Kasten phasenweise zunagelte. „Weltklasse“ fand Trainer Frank Mai die Leistung seiner Torfrau, die in der zweiten Halbzeit nur noch jeden dritten Ball passieren ließ.

Auch weil ihre Vorderleute im 6:0-Verband immer größere Freude daran fanden, den schließlich ratlosen Gästeangriff zu zermürben. Das wiederum war auch der Tatsache geschuldet, dass der Fritzlarer Tempogegenstoßexpress endlich auf Touren gekommen war. Besonders die wieselflinke Lena Dietrich gelang es, die hinten gewonnenen Bälle vorne zu veredeln.

„Ich hatte endlich das nötige Timing gefunden“, erklärte die Linksaußen die „Verspätung“. Bis zum 10:13 (32.) war von der sonst so gefürchteten ersten und zweiten SVG-Welle nämlich nichts zu sehen. Und im Positionsangriff tat sich der Tabellendritte in der ersten Hälfte gegen die HSG richtig schwer.

Die Außen wurden allzu selten freigespielt, am Kreis mühte sich Hannah Puntschuh meist vergeblich und im Rückraum lastete die ganze Verantwortung des Abschlusses auf Melina Horn, die dann auch noch kurz vor der Pause verletzt mit Verdacht auf Kapselverletzung im Sprunggelenk ausfiel.

Da drohte sich was zusammen zu brauen, doch die Mai-Schützlinge vertrieben die dunklen Wolken. Innerhalb von vier Minuten wurde die Partie (von 10:13 auf 14:13) gedreht, bis zum 18:16 (45.) war sie noch offen, ehe die Domstädterinnen mit fünf Treffern in Folge unwiderstehlich davon zogen. So fiel noch nicht einmal Deneckes (ihrer dritten Zeitstrafe geschuldete) Rote Karte ins Gewicht - nach Esther Meyfarth und Melina Horn der dritte Ausfall in der arg geschrumpften SVG-Aufbaureihe.

Dort verdiente sich die in der zweiten Halbzeit eingewechselte Johanna Fischer ein Sonderlob ihres Trainers: „Sie hat ihre Aufgabe hervorragend gelöst.“ Gemeint waren die dynamischen Vorstöße der gelernten Kreisläuferin in die Tiefe d.h. aus dem rechten Rückraum in die Nahwurfzone, die neben den rasanten Tempogegenstößen dem eigenen Arbeitssieg immerhin noch etwas Glanz verliehen. • Fritzlar: Maier (18 Gegentore/25 Paraden), Auel (bei zwei Siebenmetern, 2/0); Giese, Dietrich 6, Huck 6/4, Fischer 3, Ahrend 2, Puntschuh 1, Horn 5, Denecke 2, Dreyer 2. Osterode: Röhrs (26/12), Hensel (bei einem Siebenmeter, 1/0); Melsch, Al Najem 3, Gebbert, Brunke, Schäfer 1, Vlahovic 2, Puskasova 4, Berger, Tvrdonova 8/5), Marienfeld 2. SR: Dux/Follmert. Zuschauer: 250. Siebenmeter: 4/4:5/5. Zeitstrafen: 10:4-Minuten. Disqualifikation: Denecke (51, dritte Zeitstrafe).

Von Ralf Ohm

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