Handball: Marquardt-Team bekommt es mit torhungrigsten Angriff der 3. Liga zu tun

SVG Fritzlar zum Spitzenspiel

Fernziel 2. Liga: Leipzigs Trainerin Marion Mendel, die im Spitzenspiel der 3. Liga Ost mit ihrer jungen Truppe den Tabellenzweiten SVG Fritzlar zu Gast hat. Foto: Hahn

Fritzlar/Leipzig. Auf zum sechsfachen Deutschen Meister und siebenfachen DHB-Pokalsiegers, zum EHF-Pokalsieger von 1992 und zu dem Klub, der zu DDR-Zeiten zweimal den Europapokal der Landesmeister gewann. Was für die Fritzlarer Handballerinnen wie eine kaum zu bewältigende Herkulesaufgabe anmutet, ist heute ein Duell auf Augenhöhe in der 3. Liga Ost. Ja sogar ein Spitzenspiel, wenn der SV Germania als Zweiter beim Vierten, dem HC Leipzig (So. 15 Uhr Sporthalle Brüderstraße) gastiert.

Denn: Nach dem Lizenzentzug für das langjährige Aushängeschild des deutschen Frauenhandballs ist aus der zweiten Mannschaft, dem Juniorteam, die erste geworden. Und aus dem ehemaligen Bundesligateam niemand übrig geblieben. „Wir sind weiter mit unserem Nachwuchs unterwegs“, erklärt Trainerin Mendel angesichts einer (fast) reinen A-Jugend-Mannschaft, die als solche auch noch in der Bundesliga spielt. Mit dem Ziel, das Final-Four zu erreichen.

In der 3. Liga werden kleinere Brötchen gebacken. Noch. „In dieser Saison wollen wir erst mal so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen“, beschreibt Marion Mendel das Saisonziel. Eine Art „Entwicklungsplattform“, um in zwei bis drei Jahren den Aufstieg in die 2. Liga anzupeilen: „Da wollen wir mittelfristig hin.“ Und deshalb keine der aktuellen Talente abgeben, „sondern für uns selbst ausbilden“ (Mendel).

Umworben sind schon jetzt Spielerinnen wie Regisseurin Emely Theilig, Linkshänderin Julia Weise oder Lucie-Mari Kretzschmar, die einen spielstarken und torgefährlichen Rückraum bilden. „Darauf müssen wir uns einstellen“, warnt SVG-Trainerin Marquardt ihre Schützlinge.

Außerdem gilt es, das Leipziger Tempospiel zu unterbinden. Das ist nämlich das Markenzeichen der Sächsinnen, die im Schnitt pro Spiel 70 bis 80 Angriffe fahren. Und mit 237 Treffern so viele Tore wie kein anderes Team erzielt haben.

Damit hat Marion Mendel aus der Not eine Tugend gemacht, „denn körperlich sind die jungen Mädchen noch gar nicht in der Lage, einen Gegner lange im Positionsangriff zu halten.“ Genau hier hat die Germania, die in Bestbesetzung antreten kann, dank ihrer Erfahrung und physischen Robustheit die entscheidenden Vorteile. Und will sie unbedingt ausspielen. Um mit dem achten Sieg im neunten Spiel Tabellenführer Gedern/Nidda auf den Fersen zu bleiben. (ohm)

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