Kommentar zum Rücktritt des Fritzlarer Trainers: Bärendienst

Ralf Ohm über den Rücktritt von Trainer Detlef Kleinmann bei Germania Fritzlar

Ein Rücktritt als Trainer eines Handball-Drittligisten, der mit acht Siegen aus neun Spielen auf dem zweiten Platz punktgleich mit dem Tabellenführer liegt: Detlef Kleinmann macht‘s möglich. Klingt absurd, ist aber nachzuvollziehen.

Nicht dagegen angesichts des sportlichen Erfolges die Kritik der Spielerinnen der SV Germania Fritzlar an der Mannschaftsführung ihres Coaches verbunden mit der Befürchtung einer ausbleibenden Weiterentwicklung des Teams. Starker Tobak. Umso mehr, als Kleinmann immer wieder mit gravierenden Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte – und sich seine Schützlinge trotzdem (fast) immer durchsetzten. Und so zu einem Aufstiegsaspiranten avancierten.

Bleibt zu fragen, ob dieser Disput nicht früher, möglicherweise im Ansatz zu entschärfen gewesen wäre. Doch dazu hätte der Vorstand viel früher eingreifen müssen. Und noch früher die Misstöne zwischen Mannschaft und Trainer zur Kenntnis nehmen. Alarmglocken, die leise, aber hörbar und offenbar folgenlos schrillten.

Sicherlich war es auch ein Fehler, Detlef Kleinmann nur als Interimslösung zu verkaufen. Das hat seine Position von Anfang an geschwächt. Und das hatte er nicht verdient. Frei von persönlichen Eitelkeiten half er der Germania aus der Bredouille und das mit vollem Einsatz.

Die Mannschaft dankte es ihm nicht. Und hat sich mit ihrer Aktion möglicherweise einen Bärendienst erwiesen. Denn nun steht sie, anders als in der kurzen Ära Kleinmann, unter Druck. Muss beweisen, dass sie es ohne ihn besser kann. Schon im kommenden Derby gegen Kirchhof.

E-Mail: ohm@hna.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.