Kirchhofs Torjägerin Cristina Mihai im HNA-Interview – Vertrag noch nicht verlängert

„Ich fühle mich nicht wie 38“

Cristina

Kirchhof. 2005 hatte Cristina Mihai ihren Anteil am Klassenerhalt der SG 09 Kirchhof in der 1. Handball-Bundesliga. Im Januar 2013 wurde die Linkshänderin als Wunschspielerin des damaligen Trainers Gernot Weiss zurückgeholt und mit einem Vertrag über zweieinhalb Jahre ausgestattet, um die Grün-Weißen in der 2. Liga zu halten.

Mit 198/66-Treffern führt das Rückraum-Ass nun die Torjägerliste der 3. Liga Ost an und spricht im HNA-Interview über eine traumhafte Saison, ihre Pläne und die Perspektive des jungen Teams.

Kirchhof ist zurück in der 2. Liga. Wie wahrscheinlich war das vor einem Jahr?

Cristina Mihai: Daran haben wir nicht gedacht. Wir waren ja nur noch vier Spielerinnen nach dem Abstieg und es war schwierig, Neuzugänge zu bekommen. Als wir dann das erste Spiel gegen Marienberg mit zehn Toren verloren haben, habe ich nur gedacht: Oh mein Gott.

Was war dann das Geheimnis des Erfolges?

Mihai: Zum einen, dass die Neuzugänge menschlich sofort gepasst haben. Zum anderen die Ruhe. Der Trainer ist als Typ super entspannt, das hat sich auf uns übertragen. Auch vom Umfeld gab es nie Druck, keine großen Erwartungen an uns. Selbst bei Niederlagen mussten wir uns keine Sorgen machen und haben dann von Sieg zu Sieg mehr an uns geglaubt.

Dennoch lastete auf Ihren Schultern viel Verantwortung. Wie sind Sie damit umgegangen, dass viele im Team nur halb so alt sind?

Mihai: Ich sehe die Unterschiede nicht, weil ich mich nicht wie 38 fühle. Die Mädels sind schon sehr erwachsen und wussten, dass sie mit mir stets ehrlich reden konnten. Der Respekt war immer gegeben und wir hatten einfach viel Spaß zusammen.

Wie reif ist das Team für die 2. Liga?

Mihai: Die Mädels, die noch nie 2. Liga gespielt haben, haben jetzt gute Erfahrungen gesammelt. Ein Vorteil ist, dass wir mit Raphaela Priolli, Kim Mai und Laura Nolte Spielerinnen mit vielleicht noch nicht dem großen Namen haben, die dafür aber immer hart an sich arbeiten und das Team im Vordergrund sehen, nicht sich selbst. Allerdings ist der Kader zu klein, weil in der 2. Liga 16 Mannschaften sind und wir einplanen müssen, dass es auch Verletzungen geben kann. Zwei, drei erfahrene Spielerinnen täten uns sicher gut.

Zumal Ihr Vertrag noch nicht verlängert wurde...

Mihai: Das war mein Wunsch, den Renate (Anm. d. Red. Managerin Renate Denk) respektiert hat. Der Grund ist, dass ich den nächsten Wochen meine Abschlussprüfungen habe. Wenn ich bestehe, möchte ich gern weiter spielen. Ich bin stolz auf das Team und möchte ein Teil davon bleiben.

Wie lange wollen Sie Handball spielen?

Mihai: Ich plane von Jahr zu Jahr. Wenn ich merke, dass ich mich nicht mehr gut bewege, höre ich lieber auf, als das es peinlich wird. Mit 50 oder 60 spiele ich nicht mehr.

Was kommt nach der Karriere?

Mihai: Ich habe immer gesagt, dass ich nicht der Typ für den Trainerjob bin. Aber langsam kommt das Gefühl dafür. Mein Freund sagt es mir jeden Tag und wenn ich seinem Sohn zusehe, mache ich mir Gedanken, den Trainerschein anzugehen und später eine Mannschaft zu übernehmen. Foto: Kasiewicz

Von Sebastian Schmidt

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