„Ich kann mich nicht verbiegen“ - Marquardt als Interimslösung

Überraschender Abgang von Kleinmann als Trainer in Fritzlar

Das Bild gehört der Vergangenheit an: Detlef Kleinmann (rechts, hier mit Lisa-Marie Berz) schied in Fritzlar aus freien Stücken als Trainer aus. Foto: Hahn

Fritzlar. „Ich kann mich nicht verbiegen.“ Detlef Kleinmann blieb aus seiner Sicht keine andere Wahl, als am Freitag – und damit noch vor dem Auswärtsspiel in Halle/Westfalen (siehe Bericht auf dieser Seite) – das Engagement als Frauen-Trainer beim erfolgreichen Handball-Drittligisten SV Germania Fritzlar zu beenden.

Der 59-Jährige zog damit die Konsequenzen aus den Meinungsverschiedenheiten, die zwischen ihm und der Mannschaft geherrscht haben sollen. Zur Erklärung: Bei einem der regelmäßigen Treffen von Vorstand und Team in der vergangenen Woche soll es Misstöne seitens der Spielerinnen gegeben haben. Danach sind sie nicht einverstanden damit, wie Kleinmann die Mannschaft führe. Und befürchten, dass eine Weiterentwicklung nicht zu erwarten ist.

SVG-Abteilungsleiter Steffen Schmude nahm daraufhin Kontakt mit dem Handball-Lehrer auf, um die Situation zu entschärfen: „Von Vereinsseite hätten wir gerne mit Detlef vernünftig bis zum Ende der Runde weitergearbeitet.“ Genau so lange lief sein Vertrag, nachdem Kleinmann im Sommer dieses Jahres eingesprungen war, weil die Germania keinen passenden Trainer für diese Serie gefunden hatte. „Ich bedauere seine Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen“, erklärt Schmude. Klar, der sportliche Erfolg gab Kleinmann Recht.

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Fritzlarer Bärendienst

„Wenn ich Spiele gewinnen will“, betont der 59-Jährige, „dann kann ich angesichts dieser Umstände nicht anders trainieren.“ Mit Umständen meint er die Verletztenmisere. Praktisch seit der Vorbereitung fielen ständig Spielerinnen aus. Teilweise waren nur sechs, sieben Akteurinnen im Training. Um die fehlende Kampfkraft zu kompensieren, bediente sich Kleinmann diverser taktischer Mittel. Mit der Folge, dass etwa Spielerinnen auf Positionen eingesetzt wurden, auf denen sie etatmäßig gar nicht vorgesehen waren. Der einen oder anderen Handballerin schien das nicht geschmeckt zu haben.

Kleinmann ist indes überzeugt, dass sich einige Spielerinnen unter seiner Regie durchaus verbessert hätten. So weist er beispielsweise auf Lisa-Marie Berz, Laura Denecke und Jana Kurzbuch hin. Auch die Torfrauen führt er an.

Statt wie ursprünglich geplant im kommenden Sommer wird „Dete“ Kleinmann ab sofort eine Pause vom Handball einlegen. In Fritzlar wird er zunächst durch seine bisherige Assistentin Viktoria Marquardt ersetzt. Sie soll auch die ersten Trainingseinheiten in dieser Woche leiten. Steffen Schmude und die Vorstandskollegen sind aber bereits auf der Suche nach einer anderen Lösung. Foto: Hahn

Von Björn Mahr

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