3. Liga: Fritzlar gewinnt Topspiel gegen Altlandsberg locker mit 31:17 – Ahrend und Maier überragen

„Jetzt wollen wir Meister werden“

Da nutzt es auch nicht, am Trikot zu ziehen: Fritzlars Xenia Ahrend (links) ließ sich im Topspiel gegen Altlandsberg von gar nichts aufhalten. Foto: Hahn

Fritzlar. Ein Zuschauer rieb sich beim Drittliga-Handballspiel zwischen dem SV Germania Fritzlar und dem MTV Altlandsberg in der 40. Minute verwundert die Augen. „Das ist doch kein Spitzenspiel. Denn dazu gehören doch immer zwei“, meinte er und blickte auf die Anzeigetafel, auf der ein Zwischenstand von 25:12 aufleuchtete.

Nach 60 Minuten stand dort 31:17 (19:10) und die Erkenntnis, dass nur Germania Fritzlar ein Spitzenteam hat. Und was für eins! Denn vor dem vermeintlichen Gipfeltreffen meldeten sich Laura Denecke, Johanna Fischer und schließlich noch Spielmacherin Esther Meyfarth ab. „Ich habe erst kurz vor Anpfiff erfahren, dass ich von Beginn an spielen werde“, sagte Spielgestalterin Xenia Ahrend. Doch die talentierte Rückraumspielerin erwischte einen glänzenden Tag, setzte ihre Nebenleute klug in Szene, vergaß aber auch nicht ihre Stärke gegen die offensive 3:2:1-Deckung auszuspielen. Aber nicht nur Ahrend spielte sensationell.

Die gesamte Mannschaft ließ sich einfach mitreißen. Ein Beispiel: Die ersten sechs Fritzlarer Tore wurden von sechs verschiedenen Positionen erzielt. Nur eine wollte noch einen draufsetzen: Torfrau Vanessa Maier. Egal, was auf ihr Tor zuflog. Maier hielt, hielt und hielt. 1:0 ging Altlandsberg in Führung und hatte damit schon 25 Prozent der Tore aus den ersten 20 Minuten erzielt. „Unsere Deckung war der Schlüssel zum Sieg“, freute sich Trainer Frank Mai.

Denn über die massive 6:0-Abwehr leiteten Maier und Ahrend einige Gegenstöße über die unwiderstehlichen Außen Lena Dietrich und Bibiana Huck ein – und brachen damit die Moral des Gegners. Die hochgelobte Altlandsberger Spielmacherin Sophie Lütke überdrehte, rannte die Fritzlarer Wand an und ließ, statt für Übersicht zu sorgen, ihr Team in Stich. Die bulgarische Nationalspielerin Gloria Pavlova, von Trainer Fabian Lüdke nach 13 Minuten ins Spiel geworfen, blieb alles schuldig. Ihr Leistungsnachweis der ersten zehn Minuten: ein Tor, zwei technische Fehler, zwei Würfe in den Block, eine Maier-Parade.

Fritzlar hingegen spielte sich mehr und mehr in einen Rausch und ließ sich auch in der zweiten Hälfte von der 6:0-Deckung nicht beirren. „Sie hatten auf alles eine Antwort. Sie sind das beste Team der Liga“, sagte Lüdke. Und das Ziel von der besten Mannschaft der Liga? „Jetzt wollen wir Meister werden“, gab Ahrend die Marschrichtung für die kommenden Partien vor. Und das würde auch den sich immer noch wundernden Zuschauer erfreuen. • Fritzlar: V. Maier (21 Paraden/17 Gegentore), Auel (n.e.) - Dietrich 6, Huck 6/3, C. Maier, Ahrend 7/2, Puntschuh 2, Horn 5, Kerwin, Oschmann, Dreyer 2, Cioca 2, Lorenz 1. Altlandsberg: Höft (2/11), Haas (11/20) - Berger, Gramattke 2, Günther 1, Lütke 2, Mandelkow 2, Fleck, Wiechert 2, Pavlova 6, Domann, Varkonyi 3, Trczak. SR: Mischinger/Näther - Z. 280 Siebenmeter: 5/6 - 0/0. Zeitstrafen: 2:2 Minuten.

Von Daniel Schneider

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.