3. Liga: Fritzlarer Kreisläuferin auf Abschiedstour – Im Nachbarduell gegen Ex-Club

Kirmses letztes Derby

Ein Prost auf eine erfolgreiche Saison: Gernot Weiss, ab 2002 der Trainer von Sabine Kirmse bei der SG 09 Kirchhof. Foto: nh

Fritzlar. Das letzte Drittliga-Derby, doch Sabine Kirmse bleibt völlig entspannt. Das drittletzte Spiel ihrer Laufbahn und die Kreisläuferin des SV Germania Fritzlar freut sich einfach nur drauf. „Ich will meine Karriere schön ausklingen lassen, am besten mit drei Siegen“, sagt die 33-Jährige vor der Partie gegen die SG 09 Kirchhof (So. 17 Uhr) .

Und scheint dabei völlig im Reinen mit ihrer Entscheidung, nach über 25 Jahren ihrer große Leidenschaft Handball adé zu sagen: „Das ist genau der richtige Zeitpunkt. Ich bin noch fit und so ist ein guter Abschluss möglich. Diese Gelegenheit will ich wahrnehmen.“ Um sich danach ganz ihrer beruflichen Laufbahn als Lehrerin für Sport und Englisch zu widmen.

Dabei weckt das mit Spannung erwartete Gastspiel des Nachbarn durchaus Erinnerungen, schließlich gehörte sie in Kirchhof sechs Jahre zum Stammpersonal und feierte mit der SG 09 zwei fulminante Aufstiege: 2004 mit der „goldenen Generation“ um Kathrin Hanke, Juliane Kaspar und Danja Lerch in die 1. Liga, 2008 nach einem kompletten Neuaufbau in die 2. Liga. Genau deshalb war dieser so wertvoll. „Wir haben damals mit einer fast völlig neuen Mannschaft, die gleich harmonierte, den Durchmarsch geschafft“, schwärmt die Hombergerin noch heute. Besonders von den „Traumanspielen“ von Rocsana Negovan an den Kreis.

Zur Kreisläuferin hatte Gernot Weiss Sabine Kirmse gemacht, als der 2003 bei der SG 09 das Ruder übernahm. „Sabine hatte alle Voraussetzungen dafür. Sie war dynamisch, kampfstark und hatte ein enormes Spielverständnis“, begründet der Trainer seine Entscheidung. Als Mentorin auf dem Feld diente ihr die erfahrene Gabriela Dimcescu, „von der ich unheimlich viel gelernt habe.

Zuvor hatte die Rechtshänderin auf fast allen Positionen - von Rechtsaußen über Spielmacherin bis zur Halbspielerin - geglänzt. Denn: „Ich wollte immer nur spielen, egal wo.“

Die Faszination des Mannschaftssports hielt die „Lehrkraft im Vorbereitungsdienst“ vom ersten Moment an gefangen. Seit dem Probetraining mit sieben Jahren beim Homberger HC, wo ihr Talent entdeckt wurde, wo sie reifte und von sie als A-Jugendliche 2001 den Sprung in die 2. Liga schaffte.

„Sie hat immer alles für die Mannschaft gegeben und eigene Interessen dabei völlig zurück gestellt“, lobt Viktoria Marquardt ihre ehemalige Kirchhofer (2007 bis 2009) und Bad Wildunger (2010/2011) Mannschaftskameradin, „sie war ein kleines Vorbild für mich.“ Auch in puncto Defensivstärke: „Gut dass ich nicht gegen sie spielen musste. Denn Sabine war ziemlich abwehrstark.“

Darauf kann die heutige SVG-Trainerin auch morgen bauen. Gegen einen Gegner, bei dem ihre Kreisläuferin einst Karriere machte. Die nun Spiel für Spiel ausklingt. Noch dreimal.

Von Ralf Ohm

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