Handball-Oberliga: Baunataler Frauen gehen gegen Dutenhofen 13:39 unter

Elf Minuten bis zum ersten Tor

Geballte Resignation auf der Baunataler Bank: Melina Kelterborn (von links), Luisa Fischmann, Betreuerin Gabi Kelterborn, Felicia Geßner und Sina Dieling. Foto: Schachtschneider

baunatal. Einen Nachmittag, wie er trostloser kaum hätte sein können, erlebten die Oberliga-Handballerinnen des GSV Eintracht Baunatal. Knapp elf Minuten benötigten sie, um im Heimspiel gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen den Ball erstmals im Tor der Gäste unterzubringen. Diese hatten bis dahin bereits acht Treffer vorgelegt. Weil sich an den Machtverhältnissen auch im weiteren Verlauf nichts änderte, ging die Eintracht mit einer deprimierenden 13:39 (4:20)-Niederlage in die Kabine.

Nach dem Abzug von fünf Punkten hatte sich das Schlusslicht mit dem Abstieg abgefunden. Allerdings mit der Ansage, wann immer möglich punkten zu wollen und künftig befreit aufzuspielen. Davon war am Samstag in der Rundsporthalle kaum etwas zu spüren. Passend zur Leistung der Baunatalerinnen verloren sich zu Beginn der Partie genau 33 Zuschauer auf der Tribüne. Später wurden es mehr, allerdings handelte es sich um die zum nachfolgenden Spiel eintreffenden Männer des GSV und des TV Groß-Umstadt.

Fahrig und unkonzentriert präsentierte sich die Eintracht, ohne Selbstvertrauen und Ideen. Zwar traf sie auf einen starken und in vieler Hinsicht überlegenen Gegner. Doch entschuldigt dies nicht die endlose Kette von unerzwungenen Fehlern, welche den Gastgeberinnen unterliefen. Schon ab Mitte der ersten Halbzeit herrschte oft pure Verzweiflung beim GSV angesichts der eigenen Unzulänglichkeiten. Sinnbildlich dafür Jacqueline Hahn, die bei einem der raren Gegenstöße inmitten mehrerer Gegnerinnen schlicht keine Anspielstation fand.

Auf der Baunataler Bank herrschte schon nach der Anfangsphase tiefe Depression. „Wir können mit dem Abstieg leben, aber dass der Schuss heute so sehr nach hinten losging, überrascht schon“, sagte Trainer Rolf Schröder und ging ins Detail: „Wir hatten kein Deckungsverhalten, und vorn war kein offensiver Tordrang erkennbar, weshalb die Schiedsrichter zu Recht früh Zeitspiel anmahnten.“ Den Stab über sein Team, dem eine Leitfigur fehlte, mochte Schröder trotz allem nicht brechen. „Die heutige Leistung spiegelt den Charakter der Mannschaft nicht wider. Der Zusammenhalt ist da“, betonte der Trainer. Was auch die Tatsache zeigt, dass die Frauen zum gemeinsamen Abendessen gingen. Hoffentlich mit gutem Appetit.

Baunatal: Fischmann, Weinrich (ab 31.) - Dieling, Hahn 3, Kurzbuch 1, Israel, Ahrend 3, Kelterborn 1, Gerbig 1, Huy 1, Hoscan 1, Waschinger 2, Geßner

Von Wolfgang Bauscher

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