Einzelkritik: Talent der jungen Kirchhoferinnen trotz Titel nicht ausgereizt

Noch Luft nach oben

Ein starkes und trotzdem noch entwicklungsfähiges Team: die SGm 09 Kirchhof mit (v.l.) Cristina Mihai, Kirsten Bänfer, Jennifer Ivan, Rafhaela Priolli, Julia Diehl, Rica Wäscher, Marieke Blase, Sharelle Maarse, Anezka Zuzankova, Kim Mai, Luisa Teichmann, Christin Kühlborn, Laura Nolte und Karina Morf. Foto: Kasiewicz

Kirchhof. Wenn eine Mannschaft aufsteigt, sind die meistern Spielerinnen häufig am Zenit ihrer Möglichkeiten angekommen. Nicht so die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof, die am Samstag vorzeitig die Meisterschaft in der 3. Liga und damit die Rückkehr in die 2. Liga feierten.

Was zum einen ihrem Alter - zehn der 13 Spielerinnen sind 22 Jahre alt und jünger - geschuldet ist, zum andern trotz des unerwarteten Triumphes ihrem keineswegs ausgereizten Talent. Eine Saison-Einzelkritik:

Karina Morf (19 Jahre, Torfrau): Entwickelte sich zur klaren Nummer eins im SG-Tor und geht gestärkt aus der Saison. Sie war ein sicherer Rückhalt und überwand auch eine kleine Formkrise in der Rückrunde.

Anezka Zuzankova (21, Torfrau): Beeindruckte durch ihre präzisen Gegenstoßpässe und war eine „tolle Teamplayerin“ (SG-Trainer Markus Berchten). Allerdings hat die Tschechin noch reichlich Luft nach oben.

Luisa Teichmann (17, Linksaußen): Ein großes Talent, das sich an das Niveau kontinuierlich heran tastete und dabei ihre Stärken - ihre Schnelligkeit und ihre Variabilität im Abschluss - durchaus andeutete.

Rafhaela-Maria Priolli (26, Rückraumspielerin): Die beste Abwehrspielerin der Liga: aggressiv, hochkonzentriert und immer fokussiert auf ihre Aufgaben. Im Angriff brachte sich die Linkshänderin in den letzten Spielen immer effektvoller ein.

Andrea Redli (26, Rückraumspielerin): Bildete mit Rafaela Priolli einen bärenstarken Mittelblock, fand aber im Angriff keine Bindung und wurde zudem von Verletzungen zurückgeworfen.

Laura Nolte (22, Außen): Hat sich als Rechtshänderin gut in die schwierige Aufgabe auf Rechtsaußen reingefuchst und sich dabei als Tempogegenstoß-Spezialistin profiliert. Sie muss noch an ihrer Chancenwertung arbeiten.

Christin Kühlborn (21, Linksaußen): Hat ihre neue Aufgabe in der Abwehr auf der Halbposition gut gelöst und als Linksaußen an Variabilität gewonnen. Zudem spielte sie als Kapitänin beim Neuaufbau eine zentrale Rolle.

Cristina Mihai (38, Rückraumspielerin): Das Vorbild schlechthin. Im Spiel, wo sie in kritischen Situationen stets Verantwortung übernahm und zur zweitbesten Schützin der Liga aufstieg. Im Training, wo sie als Integrationsfaktor unverzichtbar war und ihren Mannschaftskameradinnen Siegeswillen und Durchsetzungsvermögen vorlebte.

Julia Diehl (22, Rückraumspielerin): Eigentlich als Nummer eins auf der Spielmacherposition vorgesehen, hatte sie Pech mit Verletzungen, die dann eher schwankende Leistungen zur Folge hatten.

Rica Wäscher (19, Spielmacherin): Trat in wichtigen Momenten unbekümmert als spielstarke Regisseurin ins Rampenlicht. Für Markus Berchten die „Entdeckung der Runde“.

Sharelle Maarse (22, Spielmacherin): Stieß spät zur SG, erwies sich aber auf der Mittelposition als Glücksfall, weil sie sich sehr schnell integrierte. Sie muss noch torgefährlicher und abgezockter werden.

Marieke Blase (21, Rückraumspielerin): Die Thüringerin steigerte sich kontinuierlich und stieg zur Leistungträgerin und Führungsspielerin auf. Auch ihre Entwicklung in der Abwehr (im Mittelblock) ging stetig nach oben.

Kim Ciara Mai (18, Kreisläuferin): Sie hat sich zu einer starken Abwehrspielerin auf der Königsposition gemausert und am Kreis gut entwickelt. Dort fällt sie weniger als Torschützin denn als nimmermüde nd dynamische Torvorbereiterin auf.

Von Ralf Ohm

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