3. Liga: SG beim 31:23 von Salzland-Pleite unbeeindruckt - sogar höherer Sieg möglich

Rafhaela Priolli traut sich

Kaum zu halten: Kirchhofs Linkshänderin Rafhaela Ferreir Priolli (rechts), die hier von Sina-Christine Speckmann (HSG) angegriffen wird. Foto: Hahn

Melsungen. Die Angst war unbegründet. Die Furcht etwa, dass die erste Niederlage nach 14 Siegen, die 23:26-Pleite beim HC Salzland, Spuren hinterlassen und am Selbstbewusstsein des Spitzenreiters kratzen könnte. „Diesen Ausrutscher haben wir weggesteckt“, konnte Markus Berchten nach dem souveränen 31:23 (15:10)-Erfolg der Kirchhofer Handballdamen gegen die HSG Union Halle konstatieren.

Trotzdem fand der SG-Trainer ein Haar in der Suppe. Was ihm missfiel, waren die Anlaufprobleme seiner Abwehr und die Nachlässigkeit im Abschluss besonders beim Tempogegenstoß. Das erste Defizit beseitigte er selbst - mit der Einwechslung von Andrea Redli (10.), die fortan ihre Rolle im Mittelblock wesentlich offensiver interpretierte als die Rückraumlinke Blase. Zum Schaden von Sina-Christine Speckmann, denn die HSG-Torjägerin, die den Gast mit vier Treffern in der Anfangsphase bis zum 8:8 im Spiel gehalten hatte, wurde damit an die Kette gelegt. Dafür konnte sich Marieke Blase nun ganz allein im Angriff austoben und sprang mit ihren vier Treffern bis zur zwölften Minute für die kurzgedeckte Cristina Mihai in die Bresche.

Ja, es ging phasenweise sogar fast ohne die Kirchhofer Ausnahmehandballerin. Was auch ein Verdienst von Rafhaela Ferreir Priolli war. Die leitete mit ihrem Tor zum 9:8 (16.) einen fulminanten 5:0-Lauf des Favoriten ein. „Da haben wir uns richtig freigespielt“, freute sich die Linkshänderin. Was besonders für die Brasilianerin selbst galt. Denn die überzeugte diesmal nicht nur (wie gewohnt) in der Abwehr, sondern deutete mit sechs Treffern aus dem Rückraum auch ihre enormen offensiven Fähigkeiten in Form eines fast ansatzlosen Schlagwurfs an. Von ihrem Coach häufig gerügt, „dass sie zuviel nachdenkt“ (Berchten), ging die 26-Jährige diesmal mit der nötigen Konsequenz im Abschluss zu Werke. Und schuf sich damit ihren ganz persönlichen Glücksmoment: „Ich hab‘s einfach versucht und es hat richtig gut geklappt.“

Beim 13:8 (22.) sogar in Unterzahl, was nach einer frühen Vorentscheidung „roch“. Zumal die SG nach dem Wechsel durch drei Tore in Folge zum 18:10 (34.) nachlegte. Dann aber nachlässig wurde. Besonders im Tempogegenstoß, wo Kim-Chiara Mai, die ansonsten eine starke Partie bot, Laura Nolte und Christin Kühlborn mehrfach frei vor der Mareen Stueker scheiterten. Damit geriet der Sieg zwar nicht mehr in Gefahr, fiel aber auch nicht so hoch wie möglich aus, was Markus Berchten schon an der Seitenlinie auf die Palme brachte. „Gegen stärkere Gegner kann so etwas ins Auge gehen“, schrieb er seinen Schützlingen ins Stammbuch.

Rafhaela Ferreir Priolli hatte das schnell begriffen: „Wir müssen noch konzentrierter zu Werke gehen.“ Ihr Strahlen trübte derlei Eingeständnis nicht. Und die zweite Saisonniederlage war längst Geschichte. • Kirchhof: Morf (12 Paraden/18 Gegentore), Zuzankova (0/5); S. Kühlborn, Priolli 6, Rdli, Nolte 3, Chr. Kühlborn 3, Mihai 6/1, Diehl, Wäscher 1, Maarse 3, Blase 4, Mai 5. Halle: Stueker (4/20), Werft (12.-35., 4/11); Löbig 3, Rohde 1, Speckmann 8, Thiede 7/3, Bergmann, Gottschalk, Sommer 4, Faessdorf, Teigelmeister. SR: Andres/Seimann.- Z.: 300. Siebenmeter: 1/1:3/3. Zeitstrafen: 6:8-Minuten.

Von Ralf Ohm

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