3. Liga: Spitzenreiter Füchse Berlin sportlich fast durch, Aufstieg trotzdem ungewiss

Schützenhilfe der Germania?

Bob

Kirchhof/Fritzlar. Patzt der souveräne Tabellenführer der 3. Handball-Liga Ost doch noch mal? Unwahrscheinlich, schließlich sind die Füchse Berlin nach 19 von 22 Spieltagen immer noch mit weißer Weste unterwegs. Und damit natürlich Favorit beim kommenden Gastspiel in Fritzlar (So. 17 Uhr König Heinrich-Schule). Aber auch gewarnt. Schließlich spielt die Germania eine fulminante Rückrunde, hat zuletzt 10:0-Punkte geholt und dabei auch Verfolger Kirchhof in einem dramatischen Derby das Nachsehen gegeben.

Der drückt dem Nachbarn diesmal natürlich die Daumen. Sollte es indes mit der erhofften Schützenhilfe (und mit einem Endspiel am letzten Spieltag gegen die Füchse Berlin) nichts werden, muss die SG ihre Aufstiegshoffnungen keineswegs begraben. Selbst wenn nur die Meister der vier Drittliga-Staffeln direkt in die 2. Liga aufrücken.

Ob die aber auch wollen bzw. können? Genau daran bestehen vier Wochen vor Ende der Frist zum Einreichen der Lizenzunterlagen (31. April), die die wirtschaftlichen Grundlagen fürs Unterhaus nachweisen sollen, erhebliche Zweifel. Beispielsweise bei den Füchsen. „Die Frauenabteilung muss einen eigenen Etat und die dazu notwendigen relevanten Sponsorenverträge vorlegen und der Etat muss vor Saisonbeginn ausgeglichen sein“, macht Berlins Manager Bob Hanning zur Bedingung des Aufstiegs. Logistische Hilfe würde der Gesamtverein leisten, aber keine finanzielle mehr, nachdem der Männerbereich die Altlasten der Damen nach dem Zwangsabstieg aus der 1. Liga noch beglichen hatte: „Das wird nicht noch mal vorkommen.“

Damit bleibt offen, ob die Berlinerinnen die Früchte ihrer traumhaften Saison wirklich ernten können. Im Fall West-Tabellenführers Bayer Leverkusen II ist das sogar ausgeschlossen, denn eine „Reserve“ darf nicht aufrücken. Der ärgste Verfolger TSG Eddersheim hält sich hinsichtlich seiner Aufstiegspläne noch ziemlich bedeckt.

Das gilt auch für das aktuelle Führungstrio im Norden Henstedt-Ulzburg (1.), Oythen (2.) und Harrislee (3.). Sein mögliches Aufstiegsrecht wahrnehmen will dagegen auf jeden Fall Süd-Spitzenreiter SC Korb, der dazu sogar eine (Zweck-) Spielgemeinschaft mit dem VfL Waiblingen gegründet hat.

Viel Raum also für Spekulationen - und eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass es noch Nachrücker über die Relegation der Tabellenzweiten geben wird. Darauf will sich Vize-Meister Kirchhof allerdings nicht verlassen. „Der aktuelle Stand ist, dass wir als Zweiter in der 3. Liga bleiben und in der nächsten Saison einen neuen Anlauf Richtung 2. Liga nehmen werden“, sagt SG-Trainer Christian Denk.

Allerdings: Sollte sich in der laufenden Spielzeit noch ein Hintertürchen öffnen, „werden wir diese Chance wahrnehmen.“ Denn eins ist klar: Kirchhof will ins Unterhaus. Und kann das auch. Foto: nh

Von Ralf Ohm

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