„Katze“ Kathrin Hanke ebnete Karriere von Auel - Jetzt ist Familie wichtiger

Torfrau Danja Auel: Sechs Meistertitel mit drei Teams

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Hatte stets tolle Reflexe: Hier pariert Danja Auel einen Siebenmeter von Osterodes Dominika Tvrdonova.

Besse/Fritzlar. Über ein Jahr lang war es ein gewohntes Bild für die Handball-Fans des SV Germania Fritzlar: Der Drittligist gewann (meist souverän) sein Heimspiel in der 3. Liga Ost und anschließend wurde die Nummer 29 doppelt gefeiert. Nämlich Torfrau Danja Auel und an ihrer Hand Sohn Lian.

Der Zweijährige bekommt nun in etwa drei Monaten ein Schwesterchen. Das ist der Grund, warum die 34-Jährige ihre Karriere beendete. Wir blicken mit der Frau aus Edermünde-Besse auf ihre Laufbahn zurück, in der sie mit drei Teams sechs Meisterschaften gewann.

In Baunatal

Die Katze ist „Schuld“, dass Danja Auel (damals Lerch) den Weg zum Handball fand. Denn Freundin Kathrin Hanke, genannt Katze, nahm sie 1990 mit zur SG Hertingshausen/Guntershausen. Ein halbes Jahr lang versuchte sie sich im Feld, ehe das Team keine Torfrau hatte. Schnell wurde klar: Zwischen den Pfosten ist ihr Talent am größten. Mit 13 folgte der Wechsel zu Eintracht Baunatal.

Bei den Großenrittern ging’s ganz schnell. Coach Iljo Duketis schenkte ihr als 16-Jährige Vertrauen zu Zweitligazeiten. Beim Debüt gegen Kleenheim lagen die ersten zwei Würfe des Gegners im Netz. „Danach haben wir bis zur Pause keinen Treffer mehr kassiert“, erinnert sich die Blondine gern. Den Abstieg konnte zwar auch sie nicht verhindern, sich dafür aber für ein Engagement in Kirchhof empfehlen.

In Kirchhof

Um „Katze“ Hanke (heute Salzer), Kerstin Keim (heute Preßler), Karina Mühlhausen und Sabine Kirmse wuchs bei der SG 09 über fünf Jahre eine „goldene Generation“ heran. „Schön war, dass ich mit meinen Freundinnen so lange so hoch spielen durfte“, blickt die gebürtige Kasselerin zurück.

Und weiß um die Förderung von Gernot Weiss („Fachlich war er mein bester Trainer“), der stets wert auf eine stabile Deckung legte, das Tempogegenstoßspiel forcierte und die präzisen Abwürfe seiner Torfrauen in den Mittelpunkt stellte. Der Lohn: 2004 stieg Kirchhof mit Weiss in die 1. Bundesliga auf. Nach dem Klassenerhalt verabschiedete sich der 1,73 m große Rückhalt allerdings.

In Baunatal

„Das Angebot von Bad Wildungen kam zur rechten Zeit“, sagt Auel zu ihrem Wechsel 2005. Denn im Gegensatz zu den Männern sind Profis bei den Damen im Bundesligabereich selten. „Als Frau muss man neben dem Training arbeiten. Deswegen wollte ich beim Handball ein bisschen kürzer treten.“ Die HSG spielte damals in der Landesliga. Doch die Trainer Susanne Bachmann und später wiederum Weiss führten die Kurstädterinnen bis 2011 zu vier Meisterschaften - und somit in die 1. Liga, wo die Vipers heute noch mitmischen.

In Fritzlar

2011 schloss sich Danja Auel dem SV Germania Fritzlar an. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir solch’ eine große Nummer in unseren Reihen haben durften. Danni ist ein Teamplayer und hat immer volle Pulle gegeben“, lobt Fritzlars Sportlicher Leiter Steffen Schmude.

Ein Selfie der jungen Familie: Danja, Andre und Lian Auel im heimischen Haus in Edermünde-Besse.

Auch in der Domstadt kam sie fast ohne Verletzung aus. Besonders lobt sie die kreativen Übungen von Detlef Kleinmann, der schon in Kirchhof und Wildungen ihr Torwart-Trainer war. Bei seinen Einheiten wurde auch der Kopf geschult. Zum Beispiel, als er Luftballons steigen ließ und Tennisbälle in die Ecken warf. Da bedurfte es starker Reaktionen, um die Bälle zu parieren, ohne dass der Ballon gen Boden sank. Zuletzt übte sie mit familiärer Unterstützung. Denn wenn sich für Lian kein Babysitter fand, begleitete der Sohn seine Mama zum Training. Und wurde etwa von Melina Horn betreut, wenn diese angeschlagen nur zuschaute.

Die Perspektive

Danja Auel ist im sechsten Monat schwanger. Fahrrad fahren kann sie noch. Später Kinder beim Sport zu betreuen ist eine Option für die Frau mit den beeindruckenden Reflexen. Gern ausschließlich Torhüter. „Dem Handball möchte ich verbunden bleiben“, sagt die Versicherungskauffrau. Priorität genießt ab jetzt aber der eigene Nachwuchs. Ganz zur Freude von Ehemann Andre, der seiner Frau zu Liebe seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte. Denn fortan kickt er wieder für den TSV Besse, spielt Tennis beim TC Rengshausen in der Bezirksoberliga und hat sich für den Halb-Marathon in Kassel angemeldet.

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