3. Liga: Fritzlar fegt Halle mit 34:16 aus der Halle - in zweiter Hälfte nur vier Gegentore

SV-Abwehr rührt Beton an

Wieselflink unterwegs und sicher im Abschluss: Jessica Kleinmann. Die Linksaußen der Germania trug sechs Treffer zum Fritzlarer Kantersieg bei. Foto: Hahn

Fritzlar. Krise? Welche Krise? Auf derlei Unkenrufe nach zuletzt 3:5-Punkten gab der SV Germania Fritzlar die passenden Antwort. Mit 34:16 (19:12) fegte der heimische Handball-Drittligist die HSG Union Halle aus der Halle und unterstrich damit seine Ambitionen auf die Vize-Meisterschaft.

Statistiken sagen nicht immer die ganze Wahrheit, spiegelten aber in diesem Fall die eindeutige Überlegenheit der Gastgeberinnen wieder. Mehr als ein Drittel der erzielten Tore gingen auf das Konto ihrer unwiderstehlichen ersten und zweiten Welle und die wiederum waren einer formidablen Abwehrarbeit geschuldet.

Die ersten vier Tempogegenstöße lösten nach anfänglichen Problemen im Positionsangriff und daraus resultierendem 1:4-Rückstand (4.) die Bremsen in Kopf und Beinen. Verliehen den Gastgeberinnen den nötigen Schub, um fortan aus den Fragezeichen der vergangenen Wochen Ausrufezeichen zu machen. „Wir wollten aus dem Loch raus und das haben wir mit Willen und Kampf geschafft“, konnte Linksaußen Jessica Kleinmann guten Gewissens konstatieren, denn von nun an war‘s um die abstiegsbedrohten Gäste geschehen.

Auch um Torjägerin Speckmann, die erst vom Fritzlarer Mittelblock erfolgreich attackiert wurde und danach, als sie auf Halblinks auswich, in Johanna Fischer eine unerbittliche Gegenspielerin fand. Die Folge: Ihre Notwürfe wurden eine sichere Beute von Torfrau Vanessa Maier, die auch aus der Nahwurfzone kaum zu bezwingen war. So folgte dem ersten SVG-Zwischenspurt (von 1:4 auf 7:4) der zweite (von 8:7 auf 13:7) und noch in der ersten Hälfte bereits die Vorentscheidung, als Melina Horn und Esther Meyfarth (per Siebenmeter) in Überzahl auf 19:12 (29.) erhöhten.

Nach dem Wechsel rührte die Fritzlarer Abwehr so richtig Beton an und ließ nur noch vier Gegentore zu. Und der Positionsangriff spielte sich endgültig frei. Am Kreis nutzte Johanna Fischer ihre Chancen und mit zwei Treffern in der Schlussphase tat auch Laura Denecke etwas für ihr Selbstvertrauen.

Der Gegner reagierte genervt. Edda Sommer ließ nach der zweiten Zeitstrafe ihren Frust allzu lautstark raus, was der Kreisläuferin die dritte Eliminierung und damit eine Disqualifikation einbrachte. Sina-Christine Speckmann war schon vorher von Trainer Steffen Thiede von ihrem Leid erlöst und auf die Bank verbannt worden. Vielleicht hatten sie sich in der Domstadt ja durchaus etwas ausgerechnet und waren der Mär einer Fritzlarer Krise auf den Leim gegangen. • Fritzlar: Maier (17 Paraden/15 Gegentore), Auel (bein einem 7m); Kleinmann 6, Kirmse, Kurzbuch 2, Huck 3, Fischer 5, Horn 6, Berz 1/1, Meyfarth 8/5, Denecke 2, Dreyer 1. Halle: Stöcker (8/19), Werft (ab 31. 5/17); Löbig 1, Speckmann 5, Hilmer, Bergmann 1, Gottschalk 1, Sommer 4/1, Frässdorf 2, Teigelmeister 2, Kindt. SR: Schulz/Wrobel. -Z.: 227. Siebenmeter: 6/6:2/1. Zeitstrafen: 6:14-Minuten.

Von Ralf Ohm

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