Kirchhof: Mit achtem Sieg in Folge Tabellenführung übernommen - Berchten überrascht

SG 09 Kirchhof: „Tal der Tränen“ durchschritten

So jubelt ein Spitzenreiter: Die Kirchhoferinnen (v.l.) Marieke Blase, Christin Kühlborn und Rica Wäscher. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Der achte Sieg in Folge macht‘s möglich: Die SG 09 Kirchhof hat knapp fünf Monate nach dem enttäuschenden Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga mit fast völlig neuer Mannschaft die Tabellenführung in der 3. Liga Ost übernommen.

Für Trainer Markus Berchten eine „überraschende Momentaufnahme.“ Überraschend, weil ein solcher Siegeszug nach der Auftaktniederlage keineswegs absehbar war. Weil sich seine Mannschaft unerwartet schnell gefunden und so zu einem Aufstiegsaspiranten gemausert hat.

„Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, stellte Rica Wäscher nach dem überzeugenden 34:19-Erfolg gegen die HSG Blomberg-Lippe II strahlend fest. Woran die 18-Jährige ihren Anteil hatte. Denn wie die Regisseurin die 4:4-Situation löste, als die Bundesliga-Reserve mit Cristina Mihai und Marieke Blase beide Kirchhofer Rückraumspielerinnen eng deckte, fand sogar ihr Mentor „klasse“. Mutig und dynamisch ging sie in die Lücken, schuf so Räume für ihre Nebenleute oder vollendete selbst.

Vor gar nicht so langer Zeit hätte eine solche Maßnahme des Gegners die SG noch in Nöte gebracht. Nun wandelte das Team sie gar in einen eigenen Vorteil um - und zog vorentscheidend von 9:6 (18.) bis zur Pause auf 15:7 davon.

„Wir haben uns im Angriff gesteigert“, freute sich der Kirchhofer Coach. Darüber, dass seine Mannschaft fast 60 Minuten Druck gemacht hatte und dabei Ball und Gegner laufen ließ, darüber, dass sie nach dem Wechsel dank der gestochen scharfen langen Pässe von Torfrau Anezka Zuzankova auch über die erste Welle mit einer wieselflinken Laura Nolte zum Erfolg kam. Darüberhinaus hielt die Abwehr ihre Aggressivität fast über die gesamte Distanz aufrecht. Und scheint mit dem Mittelblock Priolli/Blase sowie zwei offensiven „Halben“ (Kim Mai, Christin Kühlborn) eine für jeden Rivalen äußerst unangenehm zu spielende Variante gefunden zu haben.

Keine Frage, das „Tal der Tränen“ ist durchschritten, macht Aufbruchstimmung Platz. Auch für Christin Kühlborn, eine von nur vier verbliebenen Spielerinnen, die nach eigener Aussage wieder „Spaß am Handball“ gefunden hat, „weil wir als Mannschaft richtig gut funktionieren.“ Sogar immer besser, ohne dass das eigene Potenzial schon ausgereizt ist. Gute Voraussetzungen also, den eigenen Höhenflug fort zu setzen. • SG 09: Morf (10 Paraden/11 Gegentore), Zuzankova (ab 37., 7/8); Ivan 1, S. Kühlborn, Priolli 2, Redli 2, Nolte 6, Chr. Kühlborn 4, Mihai 6/1, Diehl 1, Wäscher 5, Maarse 2, Blase 3, Mai 2. HSG II: Jackstadt (12/34), Picherer (n.e.); Oehme 5, Bockholdt, Nelisse 1, Petersen 7, Schriever 1, Ziegenbein 1, Haudrup 2/2, Puls, Reiche 2. SR: Jäger/Luther. - Z.: 250. Zeitstr.: 10:2-Min. 7m: 1/1:5/2.

Von Ralf Ohm

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