Mit Teichmann zum Schlusslicht

Kirchhof: Trainer warnt vor vermeintlicher Pflichtaufgabe

Wieder dabei: Luisa Teichmann (Nummer zwei), hier bei einer Abwehraktion gegen Vicky Schütze vom HSV Marienberg, im Hintergrund beobachtet von den Kirchhoferinnen Marieke Blase (l.) und Laura Nolte (r.). Foto: Kasiewicz

Kirchhof. Wenn der Tabellenführer beim Schlusslicht antritt, „riecht“ das nach einer klaren Angelegenheit. Für Markus Berchten nicht. Zumindest im Fall der SG 09 Kirchhof, die am Samstag (Anwurf 19 Uhr Schulzentrum Badenstedt) ihre Spitzenposition bei der HSG Hannover-Badenstedt verteidigen will. „Das kann eine enge Kiste werden“, warnt der SG-Trainer seine Schützlinge.

Aus gutem Grund: „Hannover-Badenstedt ist spielerisch eine erstklassige Mannschaft, die ich eigentlich in der Spitzengruppe erwartet habe.“ Dafür spricht eine bärenstarke Rechtsaußen - U 20-Nationalspielerin Saskia Rast - und eine überragend besetzte linke Seite mit Kathrin Pichlmeier, die mit der U 18 des DHB in Mazedonien Vize-Weltmeisterin wurde, sowie Linksaußen Lena Seehausen, gefürchtet besonders als Tempogegenstoßspezialistin.

Dagegen spricht die tabellarische Wirklichkeit: Nach fünf Niederlagen in Folge sind die Schützlinge von Thomas Löw auf den letzten Rang abgerutscht. Allerdings habe das Team laut Bernd Schröder nur „ein wirklich schlechtes Spiel“ abgeliefert, war sonst immer „dran“, auch bei den Aufstiegskandidaten Fritzlar (25:28) und Marienberg (26:28). Trotzdem bekennt der HSG-Pressewart, „dass wir vor der Saison an Qualität verloren haben, besonders im Rückraum und im Tor.“ Das ist den Abgängen von drei Leistungsträgerinnen sowie den langwierigen Verletzungen von Carolin Pleß und Raphaela Steffek geschuldet. Mit der Folge, „dass wir unser Angriffsspiel zu sehr auf den Kreis verlagern und in der Abwehr kein Bollwerk mehr sind.“

Trotzdem ist ihm vor Kirchhof nicht bange: „Das wird von der Motivation her ein Selbstläufer, gerade weil wir in einem solchen Spiel nichts zu verlieren haben.“ Auch Markus Berchten weiß, dass der Gastgeber „befreit aufspielen kann“, was für sein Team bedeutet, „dass wir über unsere starke Deckung von Beginn an die Initiative übernehmen müssen.“ Das Ziel: nicht mehr als 20 Gegentore.

Das müsste reichen, zumal die eigene Offensive in den letzten Spielen echte Fortschritte gemacht hat. Und auch mit offensiven Deckungsvarianten des Gegners, um das starke Rückraumduo Mihai/Blase auszuschalten, zurecht kam. Ein weiteres Kirchhofer Plus: Der Kirchhofer Trainer hat mit Luisa Teichmann eine weitere Option auf der Spielmacherposition. Und damit Bestbesetzung. Kann also personell schnellstens reagieren, wenn seine Schützlinge den Kontrahenten allen Warnungen zum Trotz doch unterschätzen sollte. (ohm)

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