Interview mit Fritzlars neuen Trainer Frank Mai über Perspektiven in der 3. Liga

„Unter die ersten Vier“

Die Tinte ist getrocknet: Fritzlars Vorsitzender Heinz Huth (links) mit dem neuen Trainer Frank Mai. Der A-Lizenzinhaber unterschrieb beim Handball-Drittligisten für ein Jahr. Foto: Hahn

Fritzlar. 70 Minuten dauert eine Fahrt von seinem Wohnort Hattorf am Harz zur Sporthalle der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Ab dem Sommer wird das für den neuen Trainer der Drittligahandballerinnen des SV Germania Fritzlar Alltag sein. Frank Mai in seinem ersten Interview über den Abschied aus Rosdorf, schwierige Mannschaften und die 2. Bundesliga.

Herr Mai, Sie haben in dieser Woche zum ersten Mal in Fritzlar trainiert. Wie riecht Fritzlar?

Frank Mai: Ich habe ein gutes Gefühl. Die Mannschaft ist motiviert und zieht gut mit. Ich bin freundlich aufgenommen worden. Einige Spielerinnen kenne ich ja auch noch. Laura Denecke habe ich zum Beispiel fünf Jahr lang trainiert.

Wie schwer fällt Ihnen der Abschied aus Rosdorf-Grone?

Mai: Es gibt Überlegungen das weiter parallel laufen zu lassen. Ich bin ja Pensionär und habe dementsprechend Zeit. Ob das mit der Terminplanung passt, wird sich noch zeigen. Klar ist aber: Fritzlar ist ab dem Sommer natürlich die Nummer eins.

Sie sagten, Sie übernehmen eine reizvolle Aufgabe. Was ist an Fritzlar denn so reizvoll?

Mai: Fritzlar hat eine junge Mannschaft mit Perspektive. Die gute Arbeit hier möchte ich weiter ausbauen. Der Reiz für mich war natürlich, noch einmal in der dritten Liga zu trainieren. Außerdem hat Fritzlar-Abteilungsleiter Steffen Schmude einfach nicht lockergelassen. (lacht)

Folgendes Szenario: Sie starten im Herbst mit acht Siegen in Folge und werden dann von der Mannschaft geschasst.

Mai: Davon habe ich auch gehört, dass dies in Fritzlar passieren kann. Die Geschichte mit Detlef Kleinmann (Anm: Der Trainer wurde nach acht Siegen in neun Spielen von der Mannschaft geschasst) möchte ich aber nicht mehr kommentieren. Die Uhren sind jetzt alle auf Null gedreht.

Die Fritzlarer Mannschaft gilt als schwierig. Wie wollen Sie das Eis brechen?

Mai: Ich erwarte einen offenen und ehrlichen Umgang. Meine Tür steht immer offen. Wer Probleme hat, kann jederzeit zu mir kommen. Mein Telefon ist immer eingeschaltet.

Sie haben auch Männermannschaften trainiert. Was ist der größte Unterschied zum Frauenhandball?

Mai: Bei der körperlichen Präsenz gibt es einen himmelweiten Unterschied. Beim zwischenmenschlichen Umgang kann man bei den Männern natürlich öfters mal einen Spruch raushauen. Wenn die Frauen aber sehen, dass sie Erfolg haben, können sie sich richtig quälen. Das hat mir immer imponiert.

Bringen Sie auch einen Co-Trainer mit?

Mai: Nein, Viktoria Marquardt wird meine Assistentin. Es ist angedacht, eine Torwarttrainerin mitzubringen.

Wer wird das sein?

Mai: Meine Frau. Sie trainiert schon seit Jahren Torhüterinnen. Ich würde es gut finden, wenn sie auch in Fritzlar tätig wird.

Sie waren ein Leben lang bei der Bundeswehr. Legen Sie bei Ihren Spielern großen Wert auf Disziplin?

Mai: Natürlich bin ich durch mein Berufsleben geprägt von Disziplin, Pünktlichkeit und Ehrgeiz. Die Disziplin gehört für mich beim Handball immer dazu.

Wie meinen Sie das?

Mai: Zum Beispiel arbeite ich mit einem Strafenkatalog. Den habe ich jetzt auch in Rosdorf. Falls es einen Fritzlar gibt, werde ich den eventuell noch ein bisschen anpassen. Was zum Beispiel gar nicht geht ist, Internas aus der Kabine auszuplaudern.

Wie ist Ihre Handballphilosophie?

Mai: Bei mir steht der Tempohandball im Vordergrund. Aus einer sicheren Abwehr heraus soll das schnelle Umschaltspiel aufgezogen werden. Da lege ich auch im Training größten Wert drauf. In Fritzlar habe ich für die Philosophie die perfekte Mannschaft.

Gibt es schon Neuverpflichtungen?

Mai: Noch nichts konkretes. Darum kümmert sich Steffen Schmude. Es fanden schon die ersten Gespräche statt, es wird vornehmlich zukunftsorientierte Neuzugänge geben.

In Fritzlar träumen viele von der 2. Bundesliga. Geht der Traum mit Ihnen in Erfüllung?

Mai: Dazu kann ich noch nichts Konkretes sagen. Sicherlich ist ein Platz unter den ersten Vier das Ziel in der neuen Saison. Durch die Umstellung des Modus müssen wir abwarten, was dann auf uns zukommt. Aber klar: Die 2. Bundesliga ist enorm reizvoll.

Von Daniel Schneider

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