Sarah van Gulik überragt im Finale - Gastgeber SVG Fritzlar beginnt stark - und baut am zweiten Tag ab

Vipers haben den BVB im Griff

Laura

Fritzlar. Das Wunschfinale im 4. Domstadt-Cup ließ wenig Wünsche offen. Besonders für die Fans der HSG Bad Wildungen Vipers, die ihre Mannschaft nach dem fein heraus gespielten 26:23 (13:9)-Erfolg über den leicht favorisierten BVB Dortmund ausgelassen feierten.

Auch Tessa Bremmer war guter Laune. „Wir haben das Tempo 60 Minuten hoch gehalten“, lobte die HSG-Trainerin ihre Schützlinge. Die legten einen Blitzstart (4:0 nach drei Minuten) der Extraklasse hin und brachten den herausgespielten Vorsprung ins Ziel.

Überraschend sicher, was zum einen einer emsigen 5:1-Deckung vor einer überragenden Torfrau van Beurden (elf Paraden) geschuldet war. Zum andern überstrahlte Sarah van Gulik alle. Als Antreiberin, die ihre Nebenleute gekonnt in Szene setzte (besonders die treffsicheren Annika Busch und Laura Vasilescu). Und als Torschützin, die sich immer dann traute, wenn denn die Dortmunderinnen doch nochmal herankam.

Wie beim 18:16, ehe die HSG-Spielmacherin sowie Rechtsaußen Busch den alten Abstand wieder herstellten. Damit stach die HSG-Regisseurin sogar Nadja Nadgornaja aus, die mit ihren eleganten Sprungwürfen für die ästhetischen Höhepunkte des Endspiels sorgte. Sally Potocki taute erst in der Schlussphase auf, als die Vipers bereits nicht mehr von der Siegerstraße zu verdrängen waren.

Starke Denecke

Bei der Mannschaft des Gastgebers überwog am Ende die Enttäuschung. Über den letzten Platz und - noch mehr - über das nur ganz knapp verpasste Halbfinale. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen den 1. FSV Mainz wankte der Titelverteidiger, fiel aber nicht, weil der heimische Drittligist seine Chancen nicht nutzen konnte. So hatten Lena Dietrich und Melina Horn in den Schlussminuten zwei Mal den Ausgleich in der Hand, scheiterten aber freistehend an Torfrau Pevek.

„Schade, da war mehr drin“, ärgerte sich die überragende Laura Denecke, die in der ersten Hälfte nach einem Vier-Tore-Rückstand (6:10 nach 14 Minuten) mit ihren Treffern aus dem Rückraum zur Protagonistin einer fulminanten Fritzlarer Aufholjagd avancierte. Weiterhin ging die 16:15-Halbzeitführung auf das Konto einer bärenstarken 6:0-Abwehr vor einer gewohnt reaktionsschnellen Torfrau Maier.

Doch Mainz kam zurück, wobei sich die Umstellung auf eine 5:1-Deckung bezahlt machte, die die Germania zu hektischen Abschlüssen verleitete. „Wir waren zu ungeduldig und haben unsere Angriffe nicht mehr ausgespielt“, erkannte Trainer Mai.

War aber dennoch mit dieser Standortbestimmung am ersten Turniertag zufrieden, zumal sich seine Mannschaft zuvor gegen den Bundesliga-Aufsteiger BVB Dortmund beim 16:28 schon sehr gut aus der Affäre gezogen hatte. Bis zum 8:9 war die Partie sogar offen, ehe der haushohe Favorit davonzog. Frank Mai lobte die „Leidenschaft“ seiner Schützlinge, mit der sie nach dem Wechsel nochmal auf 16:22 verkürzen konnten.

Im Spiel um den fünften Platz gegen den TuS Lintfort hielten die Fritzlarerinnen bis zur 40. Minute vielversprechend mit (16:16), um danach einzubrechen. Der West-Drittligist zog auf 20:16 (48.) davon, während der SVG-Offensive völlig erlahmte. Und als Laura Denecke in Überzahl einen Siebenmeter verwarf (50.), war‘s um die Domstädterinnen, die mit der aggressiven TuS-Abwehr nie zurecht kamen, geschehen. „Ein bisschen bitter ist das schon“, sagte Trainer Mai. Und ärgerte sich darüber, dass sein Team den guten Eindruck des ersten Tages am zweiten wohl wieder etwas geschmälert hatte.

Von Ralf Ohm

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