3. Liga: SG 09 bejubelt nach 31:17-Sieg gegen HSG Osterode den vorzeitigen Aufstieg

„Wir waren mal kurz weg“

Ein solcher Moment ist schon einen Schnappschuss wert: Christian Denk (l.), Co-Trainer der SG 09 Kirchhof, hat die jubelnde Spielerinnentraube im Blick. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Jedem seine Bühne. Die große für die Mannschaft, die kleine für den Trainer. So entschied Markus Berchten, nahm 16 Sekunden vor Schluss eine Auszeit, als angesichts eines 14 Tore-Vorsprungs längst alles gelaufen war.

„Ich danke euch für diese geile Saison“, bekamen seine Spielerinnen statt der sonst üblichen taktischen Anweisung von ihrem Coach zu hören. Eine Botschaft, die der Schweizer mit zwei geballten Fäusten unterstrich.

Nach dem Schlusspfiff, als der souveräne Kirchhofer 31:17-Erfolg gegen die HSG Osterode Harz und somit die vorzeitige Meisterschaft in der 3. Handball-Liga Ost feststand, ward er nicht mehr zu sehen. Ohne ihn legten seine Schützlinge in geordneter Jubeltraube ein kollektives Tänzchen aufs Parkett. Und eilten allesamt zu ihrer Chefin Renate Denk, die von jedem einzelnen geherzt wurde. Und zu Tränen gerührt war. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte die SG-Leiterin. Zur Belohnung gab‘s das Aufstiegs-T-Shirt mit der Aufschrift: „Wir waren mal kurz weg.“ Nun sind die Kirchhoferinnen wieder da, in der 2. Liga, aus der sie vor einem Jahr recht kläglich abgestiegen waren. Mit einem „echten Team, in dem jede Spielerin Verantwortung übernommen hat“ (Denk).

Angesichts eines völligen Neuaufbaus (siehe unten) dauerte es etwas, bis bei den Protagonisten der Glaube an die Rückkehr ins Handball-Unterhaus reifte. Linksaußen Kühlborn, eine der wenigen Verbliebenen, war angesichts des Fehlstarts „mehr als skeptisch“, ehe die Mannschaft immer mehr an Geschlossenheit gewann. Und es sich auszahlte, „dass es keine Kämpfe untereinander, sondern nur gegen den Gegner gab“.

Für Marieke Blase vom Thüringer HC, die per Zweitspielrecht für die SG auf Torejagd ging, „die perfekte Chance, in eine Führungsrolle hinein zu wachsen“. Die die 21-Jährige beim Schopfe packte, wie überhaupt jede Spielerin laut Christin Kühlborn ihre Rolle im Team fand und ausfüllte.

Sie alle ließen im letzten Heimspiel mit einer famosen Abwehrleistung nichts anbrennen. Und standen nach dem Triumph im Konfettiregen, mit dem die 600 begeistert klatschenden Zuschauer ihren Heldinnen huldigten. Markus Berchten kam auch nochmal aus den Katakomben der Melsunger Stadtsporthalle zurück. Zum Siegerfoto. Natürlich mit der Mannschaft. • Kirchhof: Morf (14 Paraden/12 Gegentore), Zuzankova (ab 49., 1/5); Teichmann 4, Bänfer, Ivan 1, Priolli 4/1, Nolte 5, Kühlborn 3, Mihai 7/2, Diehl, Wäscher 1/1, Maarse 1, Blase 3, Mai 2. Osterode: Röhrs (12/31), Gloth (n.e.); Thoelke 2, Meisch 2, Al Najem 1, Gebbert 3, Seegers 2/2, Brunke, Puskasova 4, Borchers, Weiß, Marienfeld 3. SR: Fuß/Olsok. - Z.: 600. Zeitstrafen: 6:2-Minuten.

Von Ralf Ohm

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