Oberliga-Handballerinnen des GSV Eintracht Baunatal trotzen allen Rückschlägen

Absteigen? Aber wir doch nicht!

Verhaltene Freude: Noch ist der Klassenerhalt für die Baunataler Trainerin Andrea Hartmann (links) und Xenia Ahrend nicht sicher. Archivfoto: Fischer

Baunatal. „Eigentlich“, sinniert Andrea Hartmann, „war uns der ganze Laden doch schon um die Ohren geflogen.“ Sagen will die Trainerin damit, dass die Oberliga-Handballerinnen des GSV Eintracht Baunatal keine Chance auf den Klassenerhalt besaßen. Der Kader war nicht stark genug, bald zeichnete sich der wiederholte Abzug von vier Punkten ab, und nach dem langfristigen Ausfall von Janina Landau und Jana Lösel stand die Mannschaft ohne Torhüterin da. Auch für Kreisläuferin Jana Hempel war die Saison früh beendet. Heute bietet sich ein komplett anderes Bild.

Das Comeback der Baunatalerinnen fand am Samstag mit dem Heimtriumph über Spitzenreiter Eddersheim seinen vorläufigen Höhepunkt, viermal in Folge verließen sie nun als Sieger das Parkett. 15 Zähler holte der GSV bereits und liegt trotz des in der Tabelle noch nicht berücksichtigten Punktabzugs wieder gut im Rennen um den Klassenerhalt. Angesichts der offenbarten Beharrlichkeit macht schon das Wort von den Unabsteigbaren die Runde, wiewohl die Eintracht die Klasse in den Vorjahren nicht nur dank eigener Stärke hielt.

Doch wo liegen die Gründe für den Umschwung? Man habe sich zusammengesetzt und die Weichen gestellt. „Die neun Feldspielerinnen, die jetzt noch dabei sind, wollen die Klasse unbedingt halten und tun viel dafür“, berichtet Andrea Hartmann. Von Resignation keine Spur, und der Punktabzug ist fast kein Thema mehr: „Das ist halt so und wird akzeptiert.“

Großen Anteil am Erfolg schreiben sowohl Hartmann als auch Frauenwartin Juliane Stock der reaktivierten Stephanie Hans zu. „Sie ist im Tor wieder richtig auf Touren gekommen“, sagt Hartmann, und Stock ergänzt: „Steffi wird von Spiel zu Spiel fitter und besser.“ Beide schwärmen zudem von Xenia Ahrend (19) und Elisa Nolte (18). „Sie mussten früh Verantwortung übernehmen und haben einen großen Sprung gemacht“, lobt Hartmann die Entwicklung der Youngster.

Der Spaß ist zurück

Zudem habe ihre Mannschaft eine wesentliche Tugend neu entdeckt. „Der Wille, Abwehr zu spielen, ist da. Wir stehen jetzt hinten stabil“, weiß die Trainerin. Als Selbstverständlichkeit erachtet Stock die Wandlung nicht: „Es brauchte dazu auch ein paar Erfolgserlebnisse. Die hatten wir, und nun wissen wir, dass wir es können.“ Und, fast noch wichtiger: „Der Spaß ist zurück.“ So gewinnen die Baunatalerinnen selbst Spiele wie gegen Eddersheim, die sie in der Vorrunde wohl verloren hätten. Setzt sich dies in den restlichen sechs Partien fort, wird das Wort von den Unabsteigbaren noch öfter die Runde machen.

Von Wolfgang Bauscher

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