3. Liga: Gensungen/Felsberg verspielt beim 24:24 gegen Pirna in Schlussminute Zwei-Tore-Vorsprung

Ärger über verschenkten Sieg

Die torgefährlichsten Akteure im direkten Zweikampf: der Gensunger Stephan Untermann (r.) und Pirnas Jiri Boucek. Foto: Haun

Gensungen. Wenn Torwart Lauterbach fast 50 Prozent aller Würfe auf sein Tor abwehrt, wenn Interims-Spielmacher Untermann mit zehn Treffern glänzt und wenn die HSG Gensungen/Felsberg kurz vor Schluss mit zwei Toren führt, hat sie eigentlich alle Trümpfe für den angepeilten Heimsieg gegen den ESV Lok Pirna in der Hand. Doch der heimische Handball-Drittligist verspielte sie. In weniger als 60 Sekunden, als Gasper Martinc (59:12) und Nils Jürschke (59:58) noch der Ausgleich zum 24:24 (13:9) gelang.

Zuvor hatten Linksaußen Bauer mit einem unwiderstehlichen Tempolauf beim Tempogegenstoß und Christian Grambow ihre Mannschaft vermeintlich auf die Siegerstraße geworfen, spät, aber noch rechtzeitig den Knoten platzen lassen, die eigenen Fans aufgeweckt. Umso „vermeidbarer“ fand Hannes Bauer danach den Punktverlust, während Stephan Untermann nach eigenen Angaben gar „stinksauer“ war: „Diesen Sieg durften wir uns nie und nimmer mehr aus der Hand nehmen lassen.“

Ein Punktverlust, der neben dem vorzüglichen Kampfgeist der biederen Gäste der eigenen Angriffsschwäche besonders im Rückraum, wo die verletzten Mario Schanze und Philipp Julius schmerzlich vermisst wurden, geschuldet war. Grambow grippal geschwächt, Wiegräfe von der offensiven Pirnaer Deckung genervt und Ober außer Form - so konnten die Edertaler aus ihrer gut funktionierenden 6:0-Deckung mit einem stellungssicheren Marc Lauterbach kein Kapital schlagen. Auch nicht aus der frühen Roten Karte für ESV-Torjäger Milisevic (5.).

Nach einer Viertelstunde beorderte Trainer Negovan Stephan Untermann auf die Spielmacherposition. Ein guter Schachzug, denn der Routinier übernahm auch erfolgreich die Verantwortung im Abschluss. Wie sein Pirnaer Kollege Jiri Boucek, so dass die Partie bis zum 10:9 ausgeglichen blieb (26.). Erst danach konnten sich die Gensunger durch drei Treffer in Folge etwas absetzen.

Ein Strohfeuer, denn schon kurz nach der Pause, als Jiri Havlat seine Abschlussqualitäten mal aufblitzen ließ, war dieser Vorsprung aufgebraucht. Zwischen der 46. und 53. Minute schien der starke Torwart Grathwohl seinen Kasten sogar zunageln zu können. Regisseur Boucek honorierte die Gensunger Ladehemmung mit zwei Treffern zum 18:20 (53.), woraus Michael Viehmann, Jan-Hendrik Walther und Steffen Ober postwendend eine 21:20-Führung (54.) machten. Auch so ein lichter Moment, der die Hoffnung der HSG-Fans auf ein Happy-End nährte, ehe sie „die fehlende Konsequenz im Abschluss“ (Dragos Negovan) wieder zunichte machte. • Gens./Felsberg: Lauterbach (19 Paraden), Stahl (bei zwei 7m), Wicke (bei einem 7m); Bauer 3, Ober 2, Untermann 10/6, Bärthel, Trogisch, Vogel 1, Viehmann 3, Grambow 3, Wiegräfe 1, Walther 1. Pirna: Grathwohl (21), Percin (bei einem 7m); Casado, Gärtner, Ulbricht, Gaube, Boucek 9/2, Milicevic, Helbig 2, Martinc 5, Jürschke 4/1, Havlat 4/1, Schneider. SR: Bolus/Foitzik (Lübeck). Zeitstrafen: 2:8-Minuten. Siebenmeter: 6/6:6/4.

Von Ralf Ohm

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