Kreisläuferin der Bad Wildunger Vipers

Annika Ingenpaß bleibt bei zwei Handball-Länderspielen ohne Einsatz - Defensivspiel als Hausaufgabe

Annika Ingenpaß (Bad Wildungen) 
+
Mitspielen von der Bank aus. Annika Ingenpaß drückt ihren Teamkolleginnen im Spiel gegen Belarus die Daumen. Vielleicht war es nicht fest genug, denn es sprang in diesem EM-Qualifikationsspiel nur ein Remis heraus.

Bad Wildungen – Dabei sein ist alles. Spricht ein Sportler diesen Satz aus, fällt es manchmal schwer, ihm diese Worte zu glauben, doch Annika Ingenpaß nimmt man diesen Satz durchaus ab.

Die Handballerin der HSG Bad Wildungen Vipers hat gerade einen einwöchigen Lehrgang mit der deutschen Nationalmannschaft hinter sich mit zwei Länderspielen für die EM-Qualifikation gegen Griechenland (36:10) und Belarus (24:24).

Gegen die Griechinnen war sie nicht im Kader, gegen die Weisrussinnen schon, aber sie erhielt von Bundestrainer Henk Groener nicht eine Spielminute. Trotzdem fuhr Ingenpaß mit einem Lächeln nach Hause.

„Ich bin immer schon froh, überhaupt dabei zu sein, und es hat mich gefreut, dass ich noch in den Kader gerutscht bin“, sagt die 25-jährige Kreisläuferin. Sie gibt auch zu, dass die Rückkehr in den Kader einer Verletzung von Teamkollegin Maren Weigel geschuldet war.

Aber vielleicht ist es genau diese Offenheit mit ihrer Situation, die Ingenpaß eines Tages mehr Spielminuten im Nationalteam bringen könnten, weil sie niemanden anders dafür verantwortlich macht als sich selbst. „Ich weiß auch, wen ich da am Kreis vor mir habe, das sind zwei gestandene Nationalspielerinnen“, erzählt die Wildungerin und meint damit Meike Schmelzer (63 Länderspiele) und Luisa Schulze (106).

Es ist nicht immer Zeit für Einzelgespäche

Und wenn der Bundestrainer während eines Lehrgangs mal nicht auf sie eingeht, dann ist das für Ingenpaß auch in Ordnung. „In diesen Tagen ist so viel zu tun, da bleibt manchmal keine Zeit für ein Einzelgespräch.“

Diese Aussagen von der 25-Jährigen könnten für manche auch wie Resignation klingen, aber sie sind vielmehr eine Motivation die Handballerin. „Ich muss einfach weiter an mir arbeiten, dann werde ich sehen, ob es eines Tages für mich reicht.“

Ingenpaß weiß auch genau, woran sie bei sich arbeiten muss. Es ist nicht das Spiel am Kreis des Gegners, sondern das Spiel am eigenen Kreis.

„Mein Verhalten im Abwehrverbund hat noch Luft nach oben“, sagt sie. Das Defensivspiel zu verbessern, stellt sie sich auch selbst als Hausaufgabe und hofft dabei auch auf die Mithilfe ihrer Wildunger Trainerin Tessa Bremmer.

Möglicherweise trägt diese Arbeit schon Früchte beim nächsten Testspiel des deutschen Nationalteams gegen Russland (7. November) in Düsseldorf. Vielleicht wird ja diese Begegnung das vierte Länderspiel von Annika Ingenpaß. (rsm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.