2. Bundesliga:

Außenseiterchance für SG 09 Kirchhof bei Aufstiegsaspirant Spreefüxxe Berlin

Muskelspiele: Kirchhofs Zerin Özcelik (l.) und Berlins Leona Svirakova messen sich am Samstag im Rückspiel bei den Füchsen.
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Muskelspiele: Kirchhofs Zerin Özcelik (l.) und Berlins Leona Svirakova messen sich am Samstag im Rückspiel bei den Füchsen.

Es ist der Vergleich der Lintfort-Gedemütigten. Der Spreefüxxe Berlin, die durch das sensationelle 17:27 beim TuS Lintfort ihre Tabellenführung in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen einbüßten. Und der SG 09 Kirchhof.

Kirchhof/Berlin – Den abstiegsbedrohten Löwinnen, die eine Woche zuvor vom Überraschungsteam der Liga mit 37:19 überrannt wurde, ehe es mit 21:27 gegen Herrenberg die elfte Saisonniederlage setzte. Aber auch eine Partie in der Sporthalle Charlottenburg zweier personell arg gebeutelter Teams (Sa. 19.30 Uhr/Sportdeutschland.tv)

„Schlechter wie in Lintfort geht es nicht, das war ein Blackout der gesamten Mannschaft. Aber vielleicht auch ein Weckruf zur rechten Zeit“, erklärt Susann Müller, die Ex-Nationalspielerin und Trainerin der Spreefüxxe. Denn Berlin hat die Lizenz für die 1. Liga beantragt, strebt ins Oberhaus, zudem haben Müller und ein Großteil des Teams bereits für die kommende Saison unterschrieben. Nur eben stehen am Samstag wohl nur 11 von 18 Spielerinnen zur Verfügung. Die 40-jährige frühere Nationalspielerin Nina Müller, die je nach beruflichen Verpflichtungen aushilft, ist da mit eingerechnet.

„Fuchswelpen“ rücken in den Fokus

Nach Torhüterin Chantal Pagel, den Linksaußen Zeliha Puls und Anna Ansorge, Kreisläuferin Tina Wagenlader sowie Rückraumspielerin Lynn Molenaar (alle Kreuzbandriss bzw. Knieverletzung) reiht sich nun auch Abwehrspezialistin Vesna Tolic in die Reihe der Ausfälle ein, so dass ein neuer Mittelblock gebildet werden muss. Und die „Fuchswelpen“ in den Fokus rücken.

Gesetzt mit gerade einmal 15 als jüngste Stammkraft der Liga ist Leoni Baßiner auf Linksaußen. Die 16-Jährige Sarah Hübner kann sich als zweite Torfrau beweisen und ist ebenso Junioren-Nationalspielerin. Gerade volljährig sind Spielmacherin Linea Höbbel (schon 42 Tore) und Kreisläuferin Fem Boeters.

Svirakova hat ihr Glück in Berlin gefunden

Umso mehr Verantwortung liegt auf der Spielerin, die 2019 eine Vertragsverlängerung in Kirchhof ablehnte und ihr Glück in der Hauptstadt gefunden hat. Leona Svirakova nämlich, die mit 87/42-Toren die treffsicherste Berlinerin ist. „Leona ist eine Führungsspielerin auf und neben der Platte. Sie hat sich toll entwickelt, auch zu einer sehr guten Abwehrspielerin“, lobt Müller die Tschechin.

Svirakova machte bereits beim 28:24 im Hinspiel den Unterschied aus. Das war die erste Zweitliga-Heimniederlage gegen die Spreefüxxe für die SG 09, die sich zuvor in acht Partien (sechs Siege, zwei Remis) seit 2012 schadlos gehalten hatte.

Vertrauen in Spielerinnen, die gehen werden

„Auswärts sind wir in dieser Saison oft baden gegangen. Aber in Berlin haben wir eine kleine Chance, die wir nutzen wollen“, betont SG-Coach Martin Denk, der mindestens noch zwei Wochen auf Torhüterin Nela Zuzic, Katharina Hufschmidt und Hannah Kamp verzichten muss. Die vierte verletzte Stammkraft, Klara Schlegel, soll nächste Woche wieder trainieren. Macht in der Hauptstadt und anschließend gegen den neuen Spitzenreiter Sachsen Zwickau zwei weitere Chancen für die, die Kirchhof im Sommer mit noch unbekanntem Ziel verlassen (müssen). Also für Torfrau Frederikke Siggaard, Spielmacherin Mariel Beugels und Rechtsaußen Iva van der Linden, die alle beginnen dürften. „Sie genießen weiter mein Vertrauen und wollen sich sicher auch für neue Vereine anbieten“, sagt Denk. (Sebastian Schmidt)

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