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Wildunger Vipers hätten in Leverkusen Sieg verdient gehabt

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Handballerin frei durch am Kreis, Mit- und Gegenspielerinnen im Rücken
Wildunger Durchbruch: Die Vipers-Kreisläuferin Jolina Huhnstock hat jetzt nur noch die Leverkusener Torfrau vor sich. © Uwe Miserius

Dieses Unentschieden haben die Vipers nicht verdient. Den Sieg schon. Nach langer Zeit standen in Leverkusen wieder Wildunger Handballerinnen auf der Platte, die fast alles mitbrachten, um die zwei Punkte zu entführen

Leverkusen - Doch die Gäste verpassten es in der Endphase des Spiels den Sack zuzumachen. Das ist der einzige Kritikpunkt, den man den Spielerinnen von Trainerin Tessa Bremmer ankreiden könnte. Immerhin: Den letzten Platz in der Bundesliga haben sie verlassen.

„Der Sieg war möglich, dennoch freuen wir uns auch über diesen einen Punkt, der am Ende der Saison noch sehr wichtig werden kann für uns“, sagte Bremmer und sie stimmt der Vermutung zu, dass die Mannschaft vor allem ein Signal an sich selbst gesendet hat: Wir können es noch!

Die Partei war erst fünf Minuten alt, da konnte man schon sehen, dass heute eine andere Wildunger Mannschaft auf dem Platz steht als in den vergangenen Wochen - die Spielerinnen waren dieselben. Die Vipers hatten mehr Ballsicherheit, strahlten mehr Ruhe am Ball aus, zeigten vorn wie hinten viel Aggressivität und sie behielten in entscheidenden Momenten meist kühlen Kopf.

Nur in wenigen Szenen blitzte dieses Zaghafte, Verunsicherte verbunden mit dem „Gib-mir-bloß-nicht-den-Ball-Gefühl“ aus den letzten Spielen wieder auf. Auch die taktische Variante immer mal wieder ohne Kreisläuferin zu spielen, schuf Lücken für die Rückraumspielerinnen. Jolina Huhnstock füllte die Position am Kreis sehr beweglich aus.

Bad Wildunger Vipers führen 7:1 nach zehn Minuten

Dieses resolute Auftreten zeigte bei den Leverkusenerinnen Wirkung: Vermutlich waren die Wildungerinnen in der Anfangsphase selbst überrascht als sie auf die Anzeigentafel blickten. Dort stand es aber klar und deutlich: 7:1 führten sie nach zehn Minuten. Mit einem druckvollen Angriffsspiel , und einer schnellen, zupackenden Abwehrformation und einer guten Torfrau Manuela Brütsch gaben die Vipers den Leverkusenerinnen den Auftrag: Lass euch etwas Besseres einfallen!

Johan Petersson, Trainer der Gastgeberinnen, nahm schon nach fünf Minuten eine Auszeit. Aber auch die konnte die Wildunger Lawine vorerst nicht aufhalten. Ein guter Schachzug des Schweden war die Einwechslung von Torhüterin Nela Zuzic. Sie stellte sich nun oft erfolgreich der Wildunger Angriffswelle in den Weg und sorgte mit guten Paraden dafür, dass sich die Gäste nicht in einen Rausch spielten.

Nach 20 Minuten war der Spuk für die Leverkusenerinnen endgültig vorbei. Sie fanden nun besser ins Spiel und bei den Wildungerinnen kehrten in dieser Phase auch hier und da die altbekannten leichten Fehler zurück. Leverkusen holte nun Tor um Tor auf und schaffte es vier Minuten lang, kein Wildunger Tor zuzulassen.

17-jähriger Teenager bringt die HSG in Nöte

Vor allem die erst 17 Jahre alte Viola Leuchter glänzte, die die Wildungerinnen scheinbar nicht mit auf ihrer Rechnung hatten. Sie traf in kurzer Zeit viermal aus dem Rückraum, es dauerte zu lange, bis die Vipers auf diesen frech aufspielenden Teenager eine Antwort hatten. Doch vermutlich war es genau diese Schwächeperiode, die das Wildunger Team wieder stark werden ließ, denn hier bemerkten die Spielerinnen, was sie in den vergangenen Wochen nicht gut konnten: Wir können uns wieder wehren, können auch nach kleinen Tiefs wieder zurückfinden zu unserem Spiel.

Leverkusen ging mit einer 14:13-Führung in die Halbzeit. Doch die Vipers kamen selbstbewusst aus der Kabine und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Die Vipers hatten zweiten Durchgang fast immer die Führung auf ihrer Seite, lagen auch oft zwei Tore vorn, gaben diesen Vorsprung aber immer wieder her. Und wenn man das Gefühl hatte, nun kippt das Spiel wieder in Richtung Leverkusen, zogen die Vipers es wieder auf ihre Seite. Die Wildungerinnen hätten zehn Minuten vor Schluss auf die Siegesstraße einbiegen können, hier verpasste Jana Scheib das 24:20. Allerdings brachten sie sich dann auch noch mal selbst an den Rand einer Niederlage.

Der stark formverbesserten Scheib gelang eine halbe Minute vor Schluss der Ausgleich und die restlichen Sekunden hieß es zittern. Dennoch haben sich die Viper keineswegs zu diesem Unentschieden gezittert.

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