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Ballbesitz nicht so leicht hergeben: Wildunger Vipers empfangen Sachsen Zwickau

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Zirkel der Freude: Diesen Siegeskreis möchten die Bad Wildunger Spielerinnen am Samstag nach dem Spiel gegen Zwickau auch gern wieder bilden.
Zirkel der Freude: Diesen Siegeskreis möchten die Bad Wildunger Spielerinnen am Samstag nach dem Spiel gegen Zwickau auch gern wieder bilden. © Frank Kruczynski

Noch muss keiner gewinnen! Schließlich ist es erst der zweite Spieltag in der Handball-Bundesliga. Doch so einfach ist es auch nicht.

Bad Wildungen – Diese Liga ist eine Zwei- bis Dreiklassengesellschaft und daher sollte jeder zumindest die Partien in seiner Klasse gewinnen. Die HSG Bad Wildungen Vipers und der PSV Sachsen Zwickau zählen zur Ligaerhaltsklasse. Sie stehen sich morgen (19 Uhr) in der Edertalhalle gegenüber und verlieren ist für beide Seiten eigentlich verboten.

Beide Mannschaften haben zum Saisonauftakt verloren, die Vipers in Metzingen (27:32) und die Zwickauerinnen gegen Meister Bietigheim (15:36).

Dennoch hat Vipers-Trainerin Tessa Bremmer trotz der Niederlage auch positive Dinge bei ihrer Mannschaft gesehen. „Wir standen gut in der Abwehr und haben viele Gegenstosstore bekommen.“ Hier sieht die Trainerin auch Verbesserungsbedarf. „Wir haben vorn zu viele Bälle leicht und überhastet verloren, das sollten wir gegen Zwickau auf jeden Fall besser machen.“

Heißt das konzentrierter und ruhiger spielen? „Konzentrierter ja, aber ruhiger nein, weil wir immer mit viel Tempo spielen möchten.“ Bremmer fand es auch interessant, dass gegen Metzingen nicht etwa die jüngeren Spielerinnen Nerven gezeigt hätten, sondern eher die älteren, die mit mehr Erfahrung.

Sorgen bereitet ihr diese Überreaktion aber nicht, denn die Trainerin hakt dieses kleine Nervenflattern in der Kategorie, einfach nur einen schlechten Tag erwischt, ab. „Ich gehe davon aus, dass gerade im Spiel gegen Zwickau bei allen Spielerinnen der Fokus auf diese Partie sehr präsent sein wird.“

Zwickau hat einige wichtige Spielerinnen verloren

Vergleicht man das Team aus Sachsen mit der Mannschaft aus der Vorsaison haben beide eigentlich nur noch den Vereinsnamen gemein. Leistungsträgerinnen wie Lena Hausherr, Pia Adams, Petra Nagy, Chantal Wick haben den Verein verlassen und es kamen viele unbekannte Spielerinnen neu hinzu, allein fünf aus Skandinavien.

Beide Mannschaften konnten sich während der Vorbereitung beim Turnier in Fritzlar nur von der Seitenlinie aus beobachten, ein Spiel kam nicht zustande. Und aus der Auftaktbegegnung gegen Meister Bietigheim kann die Wildunger Trainerin auch nur wenige Erkenntnisse über die neue Zwickauer Formation sammeln.

Auffällig war allerdings, dass Zwickau in diesem Spiel nur 15 Tore geworfen hat. „Das muss keine Angriffsschwäche sein, denn ein Spiel gegen Bietigheim kann kein Maßstab sein, dafür sind die allen anderen viel zu überlegen. Dennoch weiß Bremmer und ihr Team anhand von Videoanalysen schon einiges über den morgigen Gegner. „Wir kennen deren Stärken und Schwächen und wissen, wie wir gegen sie spielen wollen.“

Mehr den Körper arbeiten lassen, weniger den Kopf

In die laufende Trainingswoche hat Bremmer bewusst auch mit einige harte Einheiten eingebaut, damit „wir mehr den Körper arbeiten lassen und nicht so viel den Kopf“. Sie könne der Mannschaft nicht den Druck nehmen, das wolle sie auch gar nicht, der sei einfach in jedem Bundesligaspiel da. „Ich kann immer nur sagen, dass es in jedem Spiel Höhen und Tiefen gibt und nicht so schnell aufgeben soll.“

Die Stimmung in der Mannschaft sei weiterhin gut, betont die Trainerin und es sei ein gutes Zeichen, dass „einige Spielerinnen selbst sauer über ihre Leistung in Metzingen waren“. Personell kann sie auf den selben Kader wie in der Vorwoche bauen.

Ob es für einen Einsatz von Anouk Nieuwenweg reiche, würden die nächsten Tage zeigen. „Wir freuen uns auf das erste Heimspiel und hoffen auf viele Zuschauer, die uns unterstützen.“

Trainer Rentsch sieht sein Team in der Außenseiterrolle

Er musste nach der vergangenen Saison fast wieder bei null anfangen. Die Trainerarbeit bei Sachsen Zwickau ist für Norman Rentsch derzeit nicht einfach.

Viele Leistungsträgerinnen haben den Verein verlassen und es war für die Sachsen schwer auf dem Spielerinnenmarkt erfolgreich zu sein, weil sie erst im Juni nach der Relegation wussten, dass sie weiterhin Bundesliga spielen. Der Verein hatte allein fünf Neulinge aus Skandinavien verpflichtet.

„Sie können noch nicht so gut Deutsch, sodass wir im Training viel Englisch reden müssen, da geht die Entwicklung natürlich langsamer voran“, sagt der Coach. Er gibt sich deshalb auch ein wenig demütig, wenn er an das kommende Spiel in Bad Wildungen denkt.

„Natürlich haben die Vipers auch einige Spielerinnen verloren, aber sie können zumindest die Mannschaft auf einem bestehenden Gerüst aufbauen. Dass sie eingespielter sind als wir, hat man in den Testspielen schon gesehen.“

Für sein Team fange die Saison erst jetzt an, denn das Spiel gegen Bietigheim sei quasi noch ein Testspiel gewesen, erzählt Rentsch.

„Die 15 Tore waren natürlich enttäuschend, aber mit der Abwehr war ich nicht unzufrieden.“ Dennoch sehe er sein Team in Wildungen gegenüber der Vorsaison eher in der Außenseiterrolle. rsm

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