2. Bundesliga

Bankrotterklärung der SG 09 Kirchhof beim 14:24 bei den Spreefüxxen Berlin

Ratlos: Trainer Martin Denk sah eine extrem schwache Angriffsleistung seines Teams in Berlin.
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Ratlos: Trainer Martin Denk sah eine extrem schwache Angriffsleistung seines Teams in Berlin.

Die Chance war da. Die Gelegenheit günstig, den angeschlagenen Aufstiegsaspiranten Spreefüxxe Berlin zumindest gehörig zu ärgern. Das ist Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof indes gründlich misslungen.

Berlin – Mehr noch: Beim 14:24 (7:10) in der Hauptstadt lieferten die Löwinnen im Angriff eine sportliche Bankrotterklärung. „Berlin war verunsichert, aber wir haben vorne total versagt. Das hätte keine Drittliga-Mannschaft schlechter machen können“, erklärte SG-Coach Martin Denk, der nach dem Spiel einige Einzelgespräche führte. Und die mitunter erbärmliche Vorstellung mit seinem Team im Training am Dienstag aufarbeiten möchte. Immerhin: „Die Mädels waren sehr selbstkritisch. Teilweise war ihnen diese Leistung peinlich.“ Verständlich, denn in bislang 128 Saisonspielen traf allein die HSG Freiburg am zweiten Spieltag beim 13:21 in Zwickau noch seltener.

Und das, obwohl dem Denk-Team ein ordentlicher Start gelungen war. Mit 3:1 (5.) und 4:3 (11.) lagen die Gäste vorn. Weil das Spiel mit dem Kreis zunächst klappte und Kreisläuferin Jana Schaffrick zu Beginn nach Belieben traf. Für das erste Tor zeichnete sich Iva van der Linden aus, die ihre erst 15-jährige Gegenspielerin Leoni Bassiner narrte und traf. Allein, danach tauchte die Niederländerin 50 Minuten lang ab. Blieb jeden Beweis ihrer Zweitliga-Tauglichkeit schuldig und war damit in bester Gesellschaft. Denn auch ihr Pendant Zerin Özcelik nahm sich schlecht vorbereitete Würfe und konnte ihre zuletzt ansteigende Form auf Linksaußen nicht bestätigen.

Kirchhofs Rückraum als Totalausfall

„Unser Rückraum war ein Totalausfall. Insgesamt hatten wir 21 Fehlwürfe, zehn technische Fehler und schlechte Pässe an den Kreis“, haderte Denk. Lediglich zweimal binnen 60 Sekunden blitzte die Klasse von Spielmacherin Mariel Beugels auf, als sie eine Lücke fand und nutzte, ehe sie mit einem Unterarmwurf den Doppelpack zum 7:8 schnürte (22.).

Ansonsten hatten die Gastgeberinnen in der Deckung leichtes Spiel und konnten ihre sechs Ausfälle besser verkraften als Kirchhof deren vier. Da räumten Ex-Nationalspielerin Nina Müller und Fabienne Kunde im neu formierten Mittelblock souverän ab. Da parierte Sofie Svarrer Hansen sicher und musste sich dennoch als Einzige des Tabellenzweiten mit einem persönlichen Remis begnügen. Denn beide Torhüterinnen zeigten tadellose Vorstellungen.

Frederikke Siggaard und Abwehr als einzige Lichtblicke

Wenngleich sich Frederikke Siggaard naturgemäß ob der hohen Niederlage kaum darüber freuen konnte. Denn Kirchhofs etatmäßige Nummer zwei überzeugte mit 15 Paraden wie zu besten Zeiten. Hielt auch die Siebenmeter von Leona Svirakova sowie Bo Dekker und nahm den Spreefüxxen etliche freie Bälle weg. Allein, was sie im Verbund mit einer überzeugenden Abwehrarbeit aufbaute, machten ihre Kolleginnen im Angriff umgehend zunichte. Auch über den Gegenstoß ging einmal mehr nichts.

Als dann nach der Pause Özcelik einen Konter verfrüht und ungenau aus zehn Metern abschloss und Greta Kavaliauskaite beim Abschluss unterstrich, warum sie in der Regel meistens ausschließlich in der Deckung gefragt ist, schwammen den Gästen die Felle davon. „Dreimal erobern wir uns schön den Ball und belohnen uns nicht. Dann gehen die Köpfe runter und sie ergeben sich ihren Schicksal“, erklärte Martin Denk, warum Berlin über 11:8 (36.) und 15:10 (40.) vorentscheidend auf 19:11 (46.) enteilen konnte. Da führte die Ex-Kirchhoferin Leona Svirakova von Halbrechts klug Regie, da trafen die portugiesische Rechtsaußen Anais Gouveia, die Halblinke Simona Kolosove und Linea Höbbel per Siebenmeter nach Belieben.

Mit der Folge, dass der Coach diejenigen von der Platte nahm, die sich für die Pleite verantwortlich zeichneten. Um in den Schlussminuten, als die Partie Freundschaftsspiel-Charakter hatte, mit Kreisläuferin Paulina Harder und den Rückraumspielerinnen Katharina Koltschenko, Emilia Prauss und Ida Evjen etwas Spielpraxis als Lohn für ordentliche Trainingsleistungen zu schenken. Wohlwissend, dass es ein zweifelhaftes Vergnügen war.

Kirchhof: Siggaard (15 P./24 GT) - Immelnkämper, Özcelik, Schaffrick 3, Harder, Evjen 2, van der Linden 3, Koltschenko, Sabljak 2/1, Beugels 3, Kavaliauskaite, Prauss, Spatz.

SR: Blunck/Maczeyzik (Hamburg)

Siebenmeter: 4/6:1/2.

Zeitstrafen: 6:8 Minuten. (Sebastian Schmidt)

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