Flucht vor dem Erfolg?

Christiane Weber bringt die SHG auf Aufstiegskurs und hört dann als Trainerin auf

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Gewonnen: Christiane Weber hat derzeit viel Freude an ihrer Mannschaft. Noch kein Punkt wurde in dieser Saison abgegeben.

Hofgeismar. Die Handballerinnen der SHG Hofgeismar/Grebenstein sind auf Aufstiegskurs. 13 Spiele – 13 Siege, so die bisherige Bilanz. Der nächste Verfolger ist neun Punkte entfernt. „Der Aufstieg in die Landesliga ist der Mannschaft wohl nicht mehr zu nehmen“, sagt beispielsweise SHG-Leiter Karl-Klaus Thöne. Wir sprachen mit der Trainerin der SHG, Christiane Weber.

Frau Weber, Die SHG hat eine beeindruckende Serie hingelegt. Haben Sie den Sekt für die Meisterfeier schon gekauft?

Weber: Nein. Noch haben wir nichts erreicht, noch sind wir nicht Meister

Gibt es eine Mannschaft in der Liga, vor der sie noch Angst haben?

Weber: Angst ist das falsche Wort. Angst haben wir vor niemandem. Respekt schon.

Kann der SHG denn noch eine Mannschaft gefährlich werden? Weber: Ich denke nicht. Wilhelmshöhe ist ganz gut. Und das letzte Saisonspiel werden wir dort haben. Ich hoffe, es wird nicht zum Endspiel um den Titel.

Es wird auch ihr letztes Spiel als SHG-Trainerin sein. Haben Sie Angst vor dem Erfolg? Davor, dass nach dem Aufstieg gleich der Abstieg kommt?

Weber: Nein. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass ich aufhören werde.

Es soll Ärger mit dem Vorstand gegeben haben.

Weber: Es gibt unterschiedliche Auffassungen bezüglich mancher Dinge. Das ist richtig. Ich habe immer angeprangert, dass beispielsweise eine weiblich B- oder C-Jugend fehlt. Das aber ist nicht der Grund, dass ich aufhöre. Mein Mann und ich werden im April an die Ostsee ziehen.

Sie fliehen vor dem Erfolg?

Weber: Wir erfüllen uns einen Traum. Und ein neuer Trainer tut der Mannschaft sicher ganz gut. Neue Liga, neuer Trainer. Nach drei Jahren ist es nicht schlecht, wenn jemand Neues neue Ideen mitbringt.

Wird bei der Suche nach Ihrem Nachfolger Ihr Rat eingeholt?

Weber: Nein. Da fragt mich der Vorstand nicht.

Hat das unterkühlte Verhältnis zum Vorstand Auswirkungen auf die Mannschaft?

Weber: Nein, überhaupt nicht. Mit den Spielerinnen verstehe ich mich blendend.

Woran liegt es, dass die SHG in dieser Saison von Sieg zu Sieg eilt?

Weber: Wir haben eine gute Mischung im Kader zwischen Jung und Alt. Fast alle Positionen sind doppelt besetzt. Das erhöht unsere Variabilität und macht unser Spiel für den Gegner nicht berechenbar.

Berechenbar ist aber, wie viel Punkte noch zum Titel fehlen: Drei Siege in sieben Spielen. In solch einer Situation muss doch eine Trainerin schon einmal die Sektpreise vergleichen.

Weber (lacht): Nein, nein. Außerdem trinke ich lieber Rotwein. Und ob den Damen in diesem Fall dann Sekt alleine reicht, da bin ich jetzt überfragt.

Und die Saisonabschlussfahrt führt die Damen an die Ostsee?

Weber: Da redet die Trainerin nicht mit. Das Ziel ist immer bis zuletzt geheim. Aber wenn sie kommen, sind sie uns willkommen.

Von Michael Rieß

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